Kirch-Prozess: Deutsche Bank im Kreuzverhör

Kirch-Prozess: Deutsche Bank im Kreuzverhör

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Former Deutsche Bank Chief Financial Officer Clemens Boersig arrives at a Munich courtroom for his testimony May 19, 2011. Boersig gave his witness' account in the trial between German businessman Leo Kirch against the Deutsche Bank and former CEO Rolf Breuer over comments made by Breuer in 2002 about the creditworthiness of Kirch's media group. REUTERS/Michael Dalder (GERMANY - Tags: POLITICS BUSINESS CRIME LAW)

von Cornelius Welp

Der Prozess zwischen Leo Kirch und der Deutschen Bank geht in eine neue Runde. Auch Josef Ackermann erschien vor Gericht. Altkanzler Schröder blieb das aufgrund eines Fehlers erspart.

Im Saal 411 des Oberlandesgerichts München ist es schon morgens warm. Als erstes erscheinen die Anwälte der Deutschen Bank mit ihrem Mandanten Rolf Breuer. Der Exchef der Deutschen Bank blickt den Fotografen duldsam entgegen, während auch die Kirch-Anwälte eintreffen. Dann betritt mit Clemens Börsig auch der erste prominente Zeuge den Saal. Ihn und andere Vorstände zur Zeit der Kirch-Pleite Anfang 2002 aktive Vorstände haben die Anwälte der Deutschen Bank als Zeugen benannt, um – wie sie meinen- mögliche Missverständnisse bei der Auslegung eine Vorstandsprotokolls zu beseitigen.

„Management-Realignment“

Börsig schüttelt ein paar Hände im Publikum und ruft zweimal halblaut „Mon Dieu“, was aber wohl nichts mit dem Prozess zu tun hat. Dann schickt ihn Richter Guido Kotschy erst mal wieder vor die Tür. Er soll nicht mithören, dass – anders als von den Kirch-Anwältet behauptet – das Protokoll der Sitzung nicht nachträglich geändert worden ist.

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Persönliche Daten

Als erstes fragt ihn der untersetzte Richter mit dem weißen Haarkranz nach seinen persönlichen Daten. Als Börsig seinen Beruf mit „Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank“ angibt, überzeugt das Kotschy nicht, sodass Börsig noch seine Abschlüsse als Mathematiker und „Dr. rer. Pol.“ nachreicht. Börsig erklärt dann, dass er sich noch gut an die fragliche Sitzung erinnert, schließlich habe dort ein „Management-Realignment“, wie er die Umorganisation der Führungsspitze nennt, stattgefunden. Dabei redet er so leise, dass ihn Kotschy mehrmals auffordern muss, doch bitte ins Mikrofon zu sprechen. Börsig erklärt, dass die Deutsche Bank kein verstärktes Interesse an einem Beratungsmandat gehabt habe, wenig später sagt er, dass „kein Interesse“ vorhanden gewesen wäre. Was denn nun – gar keins oder kein verstärktes?

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