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Klartext: General Electric erklärt Siemens den Krieg

von Michael Kroker

Der US-Konzern General Electric will sein Geschäft in Deutschland stark ausbauen. Erstmals konzentriert sich das Unternehmen dabei auch auf den Mittelstand. Das erklärte Ziel: Erzrivale Siemens einholen. Ein Preiskampf droht.

General Electrics Quelle: Reuters
General Electrics Quelle: Reuters

Siemens ist gewarnt. "Wir wollen einen Technologiekrieg“, kündigte Ferdinand Beccalli-Falco, der neue Deutschland-Chef des US-Konzerns General Electric (GE), vor wenigen Tagen an und blies zur Aufholjagd auf den Erzrivalen. In den nächsten 15 Monaten will Beccalli-Falco 56 Millionen Euro in den Ausbau des Deutschland-Geschäfts investieren und den Umsatz hier in den kommenden vier bis fünf Jahren verdoppeln. Weltweit führen zwar die Amerikaner, 2010 setzten sie rund 110 Milliarden Euro um, während die Münchner zuletzt knapp 76 Milliarden Euro schafften, aber in Deutschland ist Siemens vorn: Mehr als elf Milliarden Euro erwirtschaftete der Konzern zuletzt in seiner Heimat. GE veröffentlicht keine Zahlen für Deutschland, dürfte jedoch deutlich darunter liegen. In Europa setzt GE rund 32 Milliarden Euro um.

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Heimat des Mittelstandes

Wachsen will GE hier vor allem in zwei Bereichen: Statt wie bisher nur Großkonzerne anzusprechen, will GE künftig stärker im Mittelstand punkten. Den Vertrieb in Deutschland baut Beccalli-Falco entsprechend um. Eine späte Einsicht angesichts der Tatsache, dass GE schon seit mehr als 100 Jahren in der "Heimat des Mittelstands“ aktiv ist. Branchenexperten sehen im Mittelstandsgeschäft den entscheidenden Hebel für GE, um Boden gegenüber Siemens gutzumachen.

Ohne Preiskampf nichts zu holen

Zudem baut GE das Energiegeschäft als dritten Geschäftsbereich in Deutschland aus – neben der Gesundheits- und der Kapitalsparte. Denn die Energiewende verheißt hohe Investitionen in alternative Kraftwerke. Hier ist GE gut aufgestellt – doch Siemens bisher sehr dominant. Jedes zweite deutsche Kraftwerk läuft mit Turbinen und Generatoren aus München. "Wir wollen keinen Preiskampf“, beteuerte Beccalli-Falco. Experten erwarten aber, dass GE genau den anzetteln muss, um in Deutschland substanziell zuzulegen.

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7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.09.2011, 22:38 UhrZitterwacke

    Mir fällt ausser Apple kein amerikanisches Unternehmen ein, welches mit seinen Produkten in Europa, geschweige denn in D Käufer hinter dem Ofen vorlocken kann. Amerikanische Technik erweckt den Eindruck von Produkten der Jahrhundertwende, dabei meine ich nicht die vor 11 Jahren.

  • 20.09.2011, 19:27 UhrAmüsierter Bürger

    Primitive Großmäuligkeit.

    So macht man sich in Europa nicht beliebt. Wenn das so leicht ist, warum fängt GE erst jetzt damit an?

    Die ameriknische instustrie ist eine in den USA vernachlässigte branche, deren Exportquote über Jahrzehnte ständig abfiel.

    Ohnehin kann GE wohl eher über den Preis, als über Qualität und Technologie punkten.

  • 19.09.2011, 17:46 Uhrroland

    es gibt nichts Gutes es sei denn man tut es; wozu diese lautstarke Ankündigung - um sich selbst Mut zu machen?

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