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Klartext: Schaefflers Trumpf ist die Finanznot der Banken

von Thomas Katzensteiner und Cornelius Welp (Frankfurt)

Trumpf für die Rettung des eigenen Unternehmens ist die Finanznot der Geldgeber – vor allem der Commerzbank.

Eingang des Hauptsitzes der Quelle: dpa
Eingang des Hauptsitzes der Schaeffler KG in Herzogenaurach Quelle: dpa

Wer die Wirren um die Übernahme von Continental durch die Schaeffler-Gruppe verstehen will, muss bei der Commerzbank anfangen. Kredite in Höhe von fünf Milliarden Euro an Schaeffler stehen bei der teilverstaatlichten Bank in den Büchern. Durch die Übernahme der Dresdner Bank Anfang des Jahres hat sich ihr Engagement glatt verdoppelt. Obwohl Schaeffler als überschuldet gilt und für die kreditgebenden Banken eigentlich harte Schnitte angestanden hätten, haben sie stillgehalten und die Finanzierung von Schaeffler verlängert. Der Automobilzulieferer hat nun zwei bis drei Jahre Zeit gewonnen, um zumindest einen Teil der Schulden aus dem laufenden Geschäft abzutragen.

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Als kluger Kopf hinter der erfolgreichen Verlängerung der Kredite gilt der neue Schaeffler-Finanzvorstand Klaus Rosenfeld, der für die Technik-Tüftler die Sprache der Geldgeber spricht. Denn Rosenfeld war vor seinem Wechsel nach Herzogenaurach bis März dieses Jahres Finanzvorstand bei der Dresdner Bank und weiß genau, wo die Schwächen der kreditgebenden Institute liegen – allen voran die der fusionierten Häuser. Keine Bank trägt bei dieser Übernahme ein höheres Risiko als das Institut von Commerzbank-Chef Martin Blessing.

Blessing sind in vielerlei Hinsicht die Hände gebunden. Würde er die Kredite fällig stellen, müsste er damit rechnen, dass Schaeffler Insolvenz anmeldet und er Milliarden abschreiben müsste. Anschließend bräuchte die Commerzbank vermutlich erneut Staatshilfe. Nicht viel besser sähe es aus, wenn die Banken die Schulden der Unternehmen in eine Beteiligung umwandeln (debt to equity swap). Während Kredite nur mit bis zu zwölf Prozent Eigenkapital unterlegt werden müssen, sind es bei Beteiligungen bis zu 100 Prozent. Auch das könnte das Eigenkapital der Commerzbank derart reduzieren, dass sie erneut Staatshilfe beantragen muss.

Dann droht jedoch massiver Ärger aus Brüssel. Die EU-Kommission würde vermutlich erneut harte Auflagen gegen die Commerzbank verhängen. Zudem hat sie die bisherige Staatshilfe nur unter der Prämisse genehmigt, dass die Bank beweist, dass sie ein tragfähiges Geschäftsmodell hat. Neuerlicher Milliardenbedarf könnte genau dieses infrage stellen und dazu führen, dass die Kommission weitere Staatshilfen nicht genehmigt oder sogar die bisherigen zurückfordert.

Um den Schuldenberg zu reduzieren, bliebe noch der Verkauf von Unternehmensteilen. Das wiederum wollen die Ministerpräsidenten der Bundesländer verhindern. Die Banken setzen deshalb in ihren Planungen darauf, dass die Unternehmen am Ende ihre Schulden durch eine milliardenschwere Anleihe reduzieren können, für die der Staat geradesteht.

Als unvermeidlich gilt aus Bankensicht darüber hinaus eine Kapitalerhöhung, die entweder bei Continental oder aber auch beim fusionierten Konzern stattfinden könnte. Geht der Plan auf, könnten die Banken damit Abschreibungen vermeiden, und die Alteigentümer Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg hätten wieder bessere Chancen, dass ihnen am Ende doch ein Stück vom fusionierten Konzern bleibt.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 12.09.2009, 00:49 UhrAnonymer Benutzer: anderer mike

    @mike
    volle Zustimmung zur 1. Aussage.
    Ansonsten schreibst Du leider nur typisch deutschen Schwachsinn. Keine bank wollte den Kredit an Schaeffler übernehmen. Warum wohl nicht, wenn man doch so toll abzocken kann? Denk mal nach, warum Schaeffler den Kredit nicht zurückzahlt indem sie Anleihen ausgeben. Weil auch kein investor dieses Risiko übernehmen will. Alle heulen in D rum, dass die bösen banken keine Kredite vergeben. Das Problem ist nur, dass kaum einer in D selber den Unternehmen oder den banken Geld bereitstellen will. Zock doch auch die Unternehmen ab. Kannst ja Anleihen von Autofirmen kaufen und damit völlig risikolos unermeßliche Rendite machen. Aber nein, das Risiko sollen andere tragen und sich dafür noch als Abzocker beschimpfen lassen. Die Commerzbank ist nur noch an bord weil sie sonst nur die Alternative hat, Schaeffler pleite gehen zu lassen und nicht weil sie das Geschäft "ihres Lebens" sieht

  • 12.09.2009, 00:00 UhrAnonymer Benutzer: Sind Sie auch überschuldet?

    Jetzt gelten also schon Unternehmen als überschuldet, die die Zinsen für ihre Kredite zahlen können. Dann stehen demnächst wohl "harte Schnitte" auf breiter Front an. Jede halbwegs verantwotungsvoll handelnde bank wird einem Schuldner, der akute Probleme nur mit der Tilgung seiner Schulden hat, die Zinsen aber aufbringen kann die Tilgung stunden. Soweit zu lesen war macht Schaeffler derzeit - mitten in der Kriese - Gewinn. Herr blessing verhält sich hier also verantwortungsvoll, insbesondere auch gegenüber dem Steuerzahler.
    Die Schaeffler Anteile von Conti sind derzeit 5,5Mrd. wert, Schaeffler selbst war zu lesen etwa 5 bis 6Mrd. Den Krediten stehen also Werte gegenüber.
    Die Unwissenheit der Leser ist der Trumpf der Journalisten!

  • 11.09.2009, 21:18 UhrAnonymer Benutzer: beobachter

    das treiben dort wird immer perfider!

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