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Klimaanlagen-Chaos: Bahn: Wir haben keine Schuld, aber…

von Max Haerder

Wartungsmängel oder Hersteller-Probleme – was war verantwortlich für die sommerlichen Klimaprobleme in den ICEs? Gegenüber dem Bundestag weist Bahn-Chef Grube in einem Brief Fehler von sich. Und gibt gleichzeitig zu: Bei voller Auslastung und Hitze gibt es Schwierigkeiten.

Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Quelle: dpa
Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube Quelle: dpa

Bahnchef Rüdiger Grube gilt als konzilianter Mann, kein Vergleich zu seinem Vorgänger und Hitzkopf Hartmut Mehdorn.

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Als Grube Ende Juli den Mitgliedern des Verkehrsausschusses des Bundestages Rede und Antwort stand, blieben dennoch viele Fragen offen. So viele, dass die Abgeordneten ihre größten Fragezeichen zu Papier brachten und per Post hinterherschickten - mit der Bitte um zügige Beantwortung.

Während der sommerlichen Hitzewelle hatten sich Klimaanlagen-Ausfälle in den Zügen gehäuft, Passagiere kollabierten, die Bahnmitarbeiter waren überfordert. Über allem stand die Frage, ob die Bahn aufgrund des Kostendrucks Wartungsarbeiten vernachlässigt hatte. 

In einem ersten Bericht des Verkehrsministeriums zur Sitzung des Verkehrsausschusses am 22. Juli stand: „Die Mitarbeiter in den Werken wurden angewiesen, die Wartung und Instandhaltung der Klimaanlagen zu forcieren.“ Für viele Experten im Verkehrsausschuss bedeutete das: Mehr Wartung schadete also nicht.

In einem achtseitigen Antwortschreiben, das der WirtschaftsWoche vorliegt, weist Grube gegenüber dem Parlament diese Vorwürfe nun zurück.

Wartungsarbeiten seien "ordnungsgemäß durchgeführt" worden, heißt es in dem Brief. Die Funktionstüchtigkeit der Klimaanlagen sei zudem „grundsätzlich unabhängig von der Auslastung der Züge“. Offenbar aber nur grundsätzlich, konkret gibt es Probleme: „Aufgrund der durch zusätzliche Personen verursachten höheren Wärmelast kann es zu einer geringeren Kühlwirkung der Klimaanlagen bei extremen Außentemperaturen kommen.“ Weiter heißt es: „Dies kann bei dauerhaftem Betrieb unter Volllast zu Abschaltungen der Systeme führen.“

Schuld ist die Technik

Ergo: In überfüllten Zügen in brütender Hitze wie im Juli kapituliert doch schon mal die Kühlung. Angesichts der Praxis, Tickets auch ohne Platzreservierung zu verkaufen, eine heikle Aussage. Denn in zahlreichen Zügen war es zu gesundheitsgefährdenden Zuständen gekommen.

Die Bahn will die Ursache der Ausfälle jetzt vor allem in mangelhafter Technik gefunden haben - und damit nicht bei sich. „In intensiven Untersuchungen gemeinsam mit den beteiligten Herstellerfirmen konnten technische Verbesserungspotenziale identifiziert werden“, schreibt Grube. Die anfangs zusätzlich angeordneten Wartungen hätten keine Hinweise ergeben, dass mangelnde Überprüfung der Grund für die Ausfälle sei.

Allerdings muss Grube zugeben, dass die Bahn derzeit nur über eine sehr dünne Reserve an Zügen verfügt, wenn es aufgrund von Ausfällen zu Engpässen kommt. Gerade freitags, sonntags und montags „sind die Züge sehr hoch ausgelastet und nahezu alle planerisch verfügbaren Entlastungszüge im Einsatz“, heißt es. Die „im System vorhandenen Reserven“ seien „aktuell ausgenutzt“.

Bei den erwartbaren Wetter-Kapriolen des Winters sind das keine guten Nachrichten für Bahnkunden.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 30.08.2010, 14:55 UhrAnonymer Benutzer: Krokodilsträne

    >>>>>>>>> Hägar Schmidt

    Viel zu teuer, ihr Angebot.

    Andere Dummschwätzer - etwa die von "Pro bahn" wäre schon froh, wenn sie ihre fixen ideen kostenfrei andienen könnten.

    Was bei allen bahnhassern nicht zur Kenntnis genommen wird, ist eine Tatsache, die im Artikel zum hämischen Vorwurf gegen die bahn gewendet wird, nämlich der Zugang ohne Platzkarte.
    Hätte man in Deutschland die Platzkartenpflicht wie etwa in Frankreich, gäbe es viele Probleme überhaupt nicht. Wenn ein Zug 600 Plätze aufweist, dürfen auch nur 600 Personen zusteigen. Die Klimaanlage ist dafür ausgelegt und schaltet nicht wegen Überlast ab.
    Und dann gäbe es auch nicht das stets beklagte Herumlungern auf den Fluren, in den Gängen und vor Toiletten. So einfach ist das.
    Der vielgescholtene ex-bahnchef Mehdorn wollte das vor Jahren mit einer Preisreform einführen und ist damit nicht durchgekommen.
    Nicht zuletzt auch wegen des medialen Trommelfeuers.
    Und jetzt sind es die gleichen Medien, von denen die Mitnahme von Reisenden ohne Platzkarte mit den daraus resultierenden Komforteinschränkungen beklagt wird.
    Der Scheinheiligkeit sind wohl keine Grenzen gesetzt.

  • 29.08.2010, 15:43 UhrAnonymer Benutzer: Otmar Schössow

    die bAHN bekommt dass, was sie bestellt hat . viel PS oder wenig PS. gute KLiMA / schlechte KLiMA.WER hat´s bestellt???

  • 28.08.2010, 18:50 UhrAnonymer Benutzer: Tom

    Hallooooooooo,

    Deutschland ist eine Autoland, was interressiert uns die bahn!

    sparen, sparen, sparen das ist der Leitsatz der Db, der Kunde kommt noch als störendes übel hinzu.

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