Klimakonferenz in Durban: Keine Märchen mehr übers Klima!

Klimakonferenz in Durban: Keine Märchen mehr übers Klima!

, aktualisiert 30. November 2011, 14:50 Uhr
Bild vergrößern

Schuld am Klimawandel sind vor allem die Unternehmen.

von Dana HeideQuelle:Handelsblatt Online

Die Klimakonferenz wird scheitern. Die einzigen, die die Erderwärmung jetzt noch aufhalten können, sind deren Hauptverursacher: die Unternehmen. Doch ernsthafter Klimaschutz wird weh tun. Ein Kommentar

DüsseldorfIn einer Marktwirtschaft dürfen Regeln und Gesetze erst das letzte Mittel sein, um Unternehmen zu einem bestimmten Handeln zu bringen. Sie sollten zunächst die Chance haben, selbst Gefahren zu erkennen und in ihrem eigenen Interesse freiwillig einzudämmen.

So versuchte man ihnen die Bedrohung des Klimawandels erstens zu vermitteln und zweitens ihnen Klimaschutz mit Hilfe eines märchenhaften Zauberworts schmackhaft zu machen: Ökoeffizienz. Mit diesem Konzept wird angeblich allen geholfen: Das Unternehmen steigert seine Gewinne, weil es mit weniger kostspieligen Ressourcen, etwa Energie, auskommt und die Umwelt profitiert, weil sie weniger belastet wird, etwa durch Schadstoffe. Friede, Freude, Eierkuchen.

Anzeige

Dass diese Formel nicht funktioniert, ist spätestens jetzt klar. 2010 wurden so viele Treibhausgase ausgestoßen wie noch nie. Auch in Deutschland stieg der Ausstoß der Wirtschaft. Obwohl sich die Unternehmen um Ökoeffizienz bemüht haben.

Das Problem des Klimawandels ist, dass er langsam und gemächlich voran schreitet. Die Wahrscheinlichkeit, dass Wirtschaft und Politik von einprägsamen Schlüsselerlebnissen wachgerüttelt werden, und entschlossener gegen die Erderwärmung vorgehen, ist gering. Die Gefahr des Klimawandels ist und wird immer schwer greifbar bleiben. Niemand weiß, wann, wie und ob ihn die Auswirkungen treffen werden. 

Und das macht es für Unternehmen kurzfristig sogar rational, das Klima weiter zu verschmutzen. 


Es hängt alles an der Einsicht der Unternehmen

Für Unternehmen, die für den größten Teil der klimaschädlichen Emissionen verantwortlich sind, ist es ökonomisch sinnvoll, ihre Klimaschutzbemühungen auf einem Minimum zu halten. Kosten zu externalisieren, also auszulagern, wo immer es legal ist, und damit den eigenen, wenn auch nur kurzfristigen, Gewinn zu maximieren, ist das natürlichste der Welt für sie.

Es ist rational, die Luft zu verschmutzen, sie kostet ja nichts. Die Erfahrung zeigt denn auch, dass Unternehmen nur dann die Umwelt umfassend schützen, wenn sie per Gesetz dazu gezwungen werden. 

Und das ist nur logisch. Um erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen wachsen, so funktioniert nun einmal die Wirtschaft – noch. Langfristig wäre es wünschenswert, dass sich ein neues System etabliert, dass ohne „immer mehr“ auskommt. Doch bis es in weiter, weiter Ferne dazu kommt, müssen gerade börsennotierte Kapitalgesellschaften ihre Anteilseigner mit regelmäßigen Gewinnausschüttungen bei Laune halten. Denn sie sind ihre wichtigste Anspruchsgruppe neben ihren Kunden. Bei beiden, Kunden und Shareholdern, steht jedoch Klimaschutz auf der Prioritätenliste weit unten. Und so schließt sich der Kreis. 

Die Politiker können sich offensichtlich nicht zu verbindlichen, wirklich wirksamen Regeln zum Klimaschutz durchringen – Gelegenheit und Grund dazu hätten sie bereits genug gehabt. 

Gewinnstreben hin oder her – alles hängt nun an der Einsicht der Unternehmen. Sie sind die einzigen, die die Emissionen jetzt noch drastisch mindern und damit die Erderwärmung verlangsamen können.  Ökoeffizienz ist ein wichtiges Mittel, das zu erreichen. Aber es hat sich gezeigt, dass sie Grenzen hat.

Es wird Zeit, dass Wissenschaft, Politik und Medien Unternehmen das Thema Klimaschutz als das verkaufen, was es ist: Kurzfristig den Gewinn schmälernd, aber langfristig überlebenswichtig. 

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%