Koch folgt auf Zeitz: Frischzellenkur für die Puma-Spitze

KommentarKoch folgt auf Zeitz: Frischzellenkur für die Puma-Spitze

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Franz Koch wird neuer Vorsitzender der Puma-Geschäftsführung

von Peter Steinkirchner

Cleverer Schachzug von Puma-Chef Jochen Zeitz: Exakt in die Mitte des Zeitraums zwischen der Bekanntgabe der Geschäftszahlen für 2010 vor einem Monat und der Hauptversammlung am 14. April setzte der scheidende Vorstandschef von Deutschlands zweitgrößtem Sportkonzern die Bekanntgabe seines Nachfolgers an der Unternehmensspitze.

Und nicht etwa einer der als wahrscheinliche Kandidaten öffentlich gehandelten Vorstandsmitglieder Stefano Caroti oder Melody Harris-Jensbach machte das Rennen, sondern zur allgemeinen Verblüffung der außerhalb des Unternehmens weitgehend unbekannte 32-Jährige bisherige Puma-Manager Franz Koch.

Doch bei näherem Hinsehen ist die Wahl keine Überraschung, sondern folgerichtig. Denn der Mann mit dem markanten Kahlkopf und der dunklen Designerbrille zieht als Verantwortlicher für die strategische Planung und Leiter von Sonderprojekten schon seit drei Jahren im Hintergrund die Fäden beim Raubtier-Unternehmen. Spätestens mit dem Restrukturierungsprogramm, dem sich Puma 2009 unterzog und das maßgeblich Koch zu verantworten hatte, machte der Betriebswirt im Unternehmen sein Gesellenstück. Zeitz, ganz langfristiger Planer und Stratege, hatte Koch ganz offenbar schon länger auf höhere Weihen vorbereitet: Bei den alljährlichen Treffen der Unternehmensspitze mit Umweltaktivisten und Menschenrechtsorganisationen im fränkischen Kloster Banz spielte Koch schon länger eine wichtige Rolle.

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Und auch der Finanzwelt ist Koch kein Unbekannter – als Zeitz im vergangenen Jahr vor Investoren und Analysten die neue strategische Ausrichtung des zuletzt langsamer gewordenen Trend-Konzerns präsentierte, nutzte der Puma-Kopf die Gelegenheit, Franz Koch subtil der Finanzgemeinde vorzustellen: Koch führte als Moderator durch die Veranstaltung. Banker und Analysten, die heute von seiner Berufung zum Chief Strategic Officer und – nach Zeitz’ Wechsel zur Konzern-Mutter PPR nach der Hauptversammlung im April – Vorstandschef von Puma unterrichtet werden, kennen sein Gesicht.

Wer also eins und eins zusammenzählt, sieht Zeitz’ Handschrift im Aufbau des künftigen Puma-Chefs. Ein Mann, der nach seinem bisherigen Werdegang auch an der Puma-Spitze einen guten Job machen dürfte und zugleich eng vertraut ist mit Zeitz und seinem Denken. Die Sorge, ein Unternehmensneuling könnte künftig an der Puma-Spitze stehen und am Ende als Fremdkörper abgestoßen werden, wie es etwa vor einigen Jahren beim großen Konkurrenten Nike geschah, braucht in Herzogenaurach jedenfalls niemanden umzutreiben: Koch kennt den Laden und die wichtigsten Personen, verfügt zugleich über ausreichend Kompetenz und Autorität, den Chefposten zu übernehmen. Und dass nun ein Exodus der auf den ersten Blick übergangenen Vorstandsmitglieder einsetzt, ist unwahrscheinlich: Caroti und Harris-Jensbach machen einen guten Job und dürften auch in der neuen Konstellation weitermachen.

Unterm Strich eine gute Wahl von Puma-Chef Zeitz, der auch aus dem PPR-Board heraus und als Aufsichtsratschef von Puma in Herzo weiter präsent bleiben wird. Spannend zu beobachten wird es sein, inwiefern Koch eigene Akzente setzen will - und kann. Nach 18 Jahren Jochen Zeitz probiert es der Puma jetzt also mit einem kontrollierten Neuanfang.

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