Kommentar: Dann geht's ans Eingemachte

Kommentar: Dann geht's ans Eingemachte

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Das Logo der WestLB an der Zentrale in Düsseldorf. Foto: dpa

Wäre die WestLB tatsächlich so ziemlich glimpflich davon gekommen, wie sie es zu Beginn der Finanzkrise angekündigt hatte, es wäre wahrlich eine Überraschung gewesen.

Wäre die WestLB tatsächlich so ziemlich glimpflich davon gekommen, wie sie es zu Beginn der Finanzkrise angekündigt hatte, es wäre wahrlich eine Überraschung gewesen. Denn in den vergangenen Jahren hat keine deutsche Bank bei ihren Geschäften stets verlässlich so exakt daneben gelegen wie das Institut aus Düsseldorf.

Erst verspekulierte es Milliarden mit dem britischen Fernsehverleiher Boxclever, dann kamen ein paar hundert Millionen mit Aktiendeals dazu. Warum sollte es also ausgerechnet diesmal anders sein? Ob die nun angekündigten zwei Milliarden schon die ganze bittere Wahrheit sind, kann derzeit noch keiner sagen. WestLB-Chef Alexander Stuhlmann will weitere Abschreibungen genauso wenig ausschließen wie der Vizepräsident des Sparkassenverbandes Rolf Gerlach weitere Zuschüsse.

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Die würden dann allerdings wirklich ans Eingemachte gehen. Denn es ist ja nicht so, dass die Sparkassen in Nordrhein-Westfalen auf prall gefüllten Geldsäcken sitzen. Das Geld aus den von ihnen 2004 eingerichteten Reservefonds reicht bei weitem nicht aus, um ihren Anteil an den aktuellen Verlusten aufzubringen. 300 Millionen Euro fehlen schon jetzt. Einigen Sparkassen wird es schwer fallen, sich daran zu beteiligen. Schon jetzt ist ihre Ertragslage bedenklich. In den vergangenen Jahren hat es bereits viele Fusionen gegeben. Nicht aus höherer Einsicht, sondern aus Not. Weitere werden nun wohl folgen.

Ganz unschuldig sind die Sparkassen daran freilich nicht. Denn auch sie haben verhindert, dass sich die WestLB im Geschäft mit Privatkunden oder Mittelständlern engagieren kann. Es ist auch ihre Schuld, dass der einst größten deutschen Landesbank nach wie vor ein Geschäftsmodell fehlt. Umso mehr verwundert es deshalb, dass sie sich stets gegen eine Übernahme der WestLB durch einen privaten Investor gesperrt haben. Als Konsequenz droht nun der Düsseldorfer Klotz am Bein, sie mit in die Tiefe zu reißen.  

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