Kommentar: Ein wichtiger Schritt für die EADS-Rüstungssparte

Kommentar: Ein wichtiger Schritt für die EADS-Rüstungssparte

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Computergeneriertes Bild eines Tankflugzeugs von Northrop Grumman beim Betanken eines B2-Tarnkappenbombers.

Gut 40 Milliarden Dollar schwer ist der jüngste EADS-Coup. Der Zuschlag zum Bau von 179 neuen Tankflugzeugen für die US-Luftwaffe ist genau das Signal, dass der angeschlagene europäische Luftfahrtkonzern EADS jetzt braucht, meint WirtschaftsWoche-Redakteur Rüdiger Kiani-Kreß.

Jahrelang kam das Unternehmen nur in die Schlagzeilen durch die Verspätungen seines Superjumbos A380, des neuen Sparmodell A350 oder des Militärtransporters A400M. Nun gibt es endlich wieder Grund für Optimismus.

Der derzeit größte Rüstungsauftrag der Welt ist mit einem Volumen von gut 25 Milliarden Euro nicht nur eine Umsatzstütze, sondern auch ein Qualitätssiegel. Wenn die EADS trotz aller außenpolitischer Querelen zwischen den USA und Europa zum bevorzugten Kunden des weltgrößten Rüstungskunden wird, müssen die Produkte denen aus amerikanischer Produktion deutlich überlegen sein. Schließlich hat das US-Verteidigungsministerium mit der Entscheidung für ein europäisch dominierten Konsortiums viel Kritik auf sich gezogen. Und das macht den Zuschlag zur einer wichtige Werbung bei allen künftigen Ausschreibungen weltweit.

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Aber der US-Tanker-Deal ist auch ein entscheidender Schritt zur überfälligen Internationalisierung der EADS. Die neuen Flugzeuge montieren die EADS und ihr amerikanischer Partner Northrop Grumman in den USA.

Das löst zumindest teilweise ein gefährliches Ungleichgewicht der EADS. Denn aktuell bezahlt der Konzern zwei Drittel seiner Produktion in Euro, doch verkauft zwei Drittel der Passagierflieger und Hubschrauber in Dollar. Und je schwächer die US-Währung wird, um so mehr rutscht die EADS in Richtung rote Zahlen. Die geplante Fertigung im US-Bundesstaat Alabama sorgt nun für einen teilweisen Ausgleich, denn hier soll neben den Militärtankern auch die Frachtversion des zivilen Airbus A330 vom Band rollen. Und das wiederum ist ein deutliches Signal in Richtung US-Militär, dass EADS nicht länger ein französischer Staatskonzern ist, sondern eben ein guter US-Bürger.

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