Kommentar: Später Vogel

Kommentar: Später Vogel

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Deutsche Börse Dax

Der frühe Vogel fängt den Wurm, so eine Volksweisheit. Doch gilt das auch an der Börse?

Nach dem schlimmsten Jahresauftakt seit Menschengedenken, gibt es nicht wenige, die die Investoren zu beruhigen versuchen. Die Kurse seien ebenso niedrig wie die Bewertungen, also schnell rein, so der Tenor.

Dass Banken dies verbreiten, ist klar, Optimismus ist ihr Geschäftsmodell. Lustig ist dagegen, wenn sich Politiker als Tippgeber berufen fühlen. Die haben mit Aktien ungefähr so viel zu tun wie der Papst mit Verhütung.

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Ob Angela Merkel oder Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker, über "solide Rahmenbedingungen" für die Wirtschaft und die Märkte zu schwadronieren, ist schon ein Witz, wenn die zentrale Verteilungsmaschine - der Bankensektor - unter Zündaussetzern leidet.

Frühe Vögel schauen auf die Bewertungen und finden tatsächlich so einige leckere Würmer. Hohe Dividende, niedrige Gewinnbewertung bei dem ein oder anderen Nebenwert - sollte man nicht erste Beute machen?

Zum Halali auf vermeintliche Schnäppchen zu blasen, dürfte aber verfrüht sein. Erstens dürften die Gewinnschätzungen vor allem für das Jahr 2009 deutlich nach unten revidiert werden. Was heute günstig erscheint, ist in ein paar Monaten plötzlich teuer.

Es sei denn, die Kurse sacken weiter ab, was so gut wie sicher ist. Bis dahin sollten Anleger lieber Futtervorräte auf einem Tagesgeldkonto ansammeln. Da kommt man wenigstens ran, wenn an den Börsen dubiose Server-Ausfälle und Handelsverzögerungen den Appetit verderben.

Späte Vögel werden auch dieses Mal wieder die dicksten Maden aus dem Boden ziehen. Wann? Wenn die Nacht am dunkelsten ist und sich die frühen Vögel schon längst schlafen gelegt haben.

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