Laut Zahlen der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) haben die Discounter zwischen Januar und November 2007 ihren Umsatz um über 3,5 Prozent gesteigert. Supermärkte konnten dagegen nur um rund ein Prozent zulegen. Bei den größeren Verkaufsstätten wie Verbrauchermärkte oder SB-Warenhäusern sah es mit einem knappen Plus von 0,4 Prozent noch magerer aus. Ab Herbst habe sich der Trend zu den Discoutern sogar noch verstärkt, so das Fazit der Marktforscher.
Der Hauptprofiteur wird Aldi sein, das wird sich spätestens in zwei Jahren zeigen, wenn die rund 60 deutschen Aldi-Niederlassungen mit einiger Verspätung ihre Bilanzen für das Geschäftsjahr 2007 veröffentlichen.
Da hat sich so mancher in der Branche zu früh gefreut. Von der Renaissance der Supermärkte war die Rede, vom Schwächeln der Discounter bis hin zum Ende des Discountbooms. Schwächeln sieht jedoch ganz anders aus. Die Renditen bei Aldi, insbesondere im Süd-Reich, sind im deutschen Lebensmittelhandel konkurrenzlos.
Und während die Konkurrenz fusioniert, aufkauft oder sich in der Suche nach der eigenen Identität verzettelt, geht Aldi unbeirrbar seinen Weg.
Mit Härte, Sturheit und Konsequenz hat sich der Händler der markenlosen Lebensmittel selbst zu einer Top-Marke entwickelt, die es locker mit globalen Top-Brands wie Coca-Cola, Nestle oder McDonalds aufnehmen kann. 99 Prozent aller Deutschen kennen Aldi. Drei von vier Haushalten kaufen bei Aldi ein. Die Billigheimer aus Essen und Mülheim sind zum Synonym für unschlagbar billiges Einkaufen geworden. Und das mittlerweile mit rund 8000 Läden in 17 Ländern auf drei Kontinenten.
Jetzt beginnt ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte: Die Expansion in Osteuropa. Das von Theo Albrecht gegründete Nord-Imperium wird in wenigen Wochen auf einen Schlag ein Dutzend Läden im Nachbarland eröffnen. Dreißig sollen es bis zum Jahresende werden, und irgendwann einmal um die tausend.
In Osteuropa eilt der Marke ein legendärer Ruf in punkto Preis und Qualität voraus. Polen und viele andere Osteuropäer kennen Aldi seit Jahren von ihren Shoppingtouren nach Deutschland. Gleich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde Aldi für Millionen zum Inbegriff der westlichen Kulturwelt. Zwar sind Lidl, Penny und Plus in Polen schon vor Ort, doch nun bekommen die Polen endlich auch das Original geliefert.













