Konjunktur: Maschinenbau kommt aus der Krise

KommentarKonjunktur: Maschinenbau kommt aus der Krise

Bild vergrößern

Im deutschen Maschinenbau laufen die Geschäfte wieder glänzend.

von Lothar Schnitzler

Der Maschinenbau kommt mit Macht aus der Talsohle. Heute stellte der Maschinenbau-Verband eine Untersuchung über Lehren aus der Krise und geplante Konsequenzen vor. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Lothar Schnitzler.

Geht doch! Der Maschinenbau hat die Krise hervorragend gemeistert. Die Unternehmen haben ihre Belegschaften gehalten, koste es was es wolle. Auch Betriebsräte und Gewerkschaften haben so manche Kröte geschluckt, wenn damit die  Arbeitsplätze gehalten wurden. Jetzt fahren die Unternehmen die Ernte ein: Weil die Mitarbeiter in den Betrieben statt auf den Fluren der Arbeitsämter sind, können die Unternehmen ihre Leistung jetzt ungebremst hochfahren.

Man denke an den Maschinenbauer Hermle aus der Schwäbischen Alb, der 2009 trotz eines Umsatzeinbruchs von 54 Prozent seine Belegschaft sogar aufstockte und sich bereits in den ersten neun Monaten dieses Jahres über einen Auftragszuwachs von 113 Prozent freuen kann. Oder der Ditzinger Werkzeugmaschinenbauer Trumpf, der seine Belegschaft trotz eines Umsatzrückgangs von rund 20 Prozent im vergangenen Geschäftsjahr hielt und in diesem weit über 20 Prozent wachsen wird. Nach sechs Prozent im vergangen Jahr, erwartet der Brachenverband VDMA für das kommende Jahr acht Prozent mehr Umsatz . Danach, im Jahr 2012, geht das Feuerwerk wohl weiter – befragte Unternehmen erwarten gar 16 Prozent Zuwachs. 

Anzeige

Geht doch! Doch Deutschlands Paradebranche will sich damit nicht begnügen. Die mittelständische Industrie will künftig auf Krisen besser vorbereitet sein. „Für den Maschinenbau gibt es kein simples Weiter so“, sagt Thomas Lindner, Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA. Der Einbruch sei so gewesen, dass die Unternehmen vermutlich mit tiefgreifenden Konsequenzen reagieren würden.

Dies legen auch die Ergebnisse einer Untersuchung nahe, die Lindner heute unter dem Titel „Lehren einer Krise“ vorstellte. Die Unternehmen wollen demnach noch langfristiger planen, noch innovativer werden. Sie wollen sich  künftig stärker flexibilisieren - vor allem auf der Personalseite. Kurzarbeit, Arbeitzeitkonten, aber auch Leiharbeit dürften in Zukunft eine größere Rolle spielen. Und sie wollen sich noch mehr auf ihre eigene finanzielle Kraft verlassen. Verständlich: Viele Maschinenbauer haben schlechte Erfahrungen mit Banken gemacht.

Umsicht ist dagegen bei der Flexibilisierung geboten. Wenn es um die Ausweitung von Arbeitszeitkonten oder um die Nutzung von Kurzarbeitsregelungen geht, dürften die Unternehmen sicher das Verständnis ihrer Mitarbeiter finden. Anders verhält es sich bei der Zeitarbeit. Die mittelständische Branche braucht loyale und gut ausgebildete Mitarbeiter, die das langfristige Wachstum ihrer Unternehmen mit vorantreiben. Mehr Leiharbeit ist da wenig hilfreich. Denn mit Söldnern lassen sich langfristige Strategien kaum verwirklichen.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%