Konjunkturkrise: Absatzeinbruch zwingt Daimler zu Kurzarbeit

Konjunkturkrise: Absatzeinbruch zwingt Daimler zu Kurzarbeit

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Anfang 2009 gehen die Daimler-Mitarbeiter am Standort Sindelfingen in Kurzarbeit

Schleichtempo wegen der Finanzkrise. Nach den verlängerten Weihnachtsferien müssen 20.000 Daimler-Angestellte Anfang 2009 für drei Monate in Kurzarbeit, zum ersten mal seit 15 Jahren. Die Politik verweigert sich dennoch weiteren Rufen nach einem Auto-Rettungspaket.

Der Autokonzern Daimler reagiert auf die Absatzkrise. Vom 12. Januar bis zum 31. März 2009 werde es im größten Daimler-Werk in Sindelfingen Kurzarbeit geben, sagte Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm nach einer Betriebsversammlung. Auch in den anderen deutschen Werken werde darüber verhandelt. Betroffen seien zwei Drittel der rund 30.000 Beschäftigten in Sindelfingen.

Als wahrscheinlich gilt, dass schon bald auch im Stammwerk Stuttgart-Untertürkheim Kurzarbeit vereinbart wird. Auch hier gab es eine Betriebsversammlung. Eine offizielle Bestätigung gibt es jedoch noch nicht.

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Klemm sprach von einem “schwierigen, aber angesichts der vorliegenden Planungszahlen unvermeidbaren“ Schritt. Geplant sei im wesentlichen eine Viertage-Woche, teilweise auch eine Dreitage-Woche. Außerdem gebe es Blockpausen, zum Beispiel zu Karneval. „Wir gehen aber davon aus, dass sich die Situation auf dem Absatzmarkt mittelfristig erholt und die Fabrik wieder voll ausgelastet werden kann“, fügte Klemm hinzu.

Der Stuttgarter Autobauer passt mit den Maßnahmen seine Produktion der bröckelnden Nachfrage an. Schon in diesem Jahr werden bei Daimler etwa 80.000 bis 100.000 Autos weniger gebaut als geplant, wie aus mit der Sache vertrauten Kreisen verlautete. Der Absatz von Daimler war im November im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 25 Prozent eingebrochen. Bei der Kernmarke Mercedes-Benz sogar um 28 Prozent. Neben der Kurzarbeit steht bereits fest, dass an 14 Standorten des Konzerns rund 150.000 Beschäftigte in auf bis zu vier Wochen verlängerte Weihnachtsferien geschickt werden. Im Sommer 2009 sind erstmals dreiwöchige Betriebsferien in Sindelfingen geplant.  Durch eine Betriebsvereinbarung sind Daimler-Beschäftigte bis Ende 2011 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt.

Glos lehnt Hilfe ab

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat trotz immer neuer Hiobsbotschaften in der Autoindustrie Forderungen nach einem Hilfspaket zurückgewiesen. „Unsere Autokonzerne haben gegenüber den amerikanischen einen technologischen Vorsprung, den man auch mit 40 Milliarden Dollar nicht ausgleichen kann“, sagte Glos der „Bild am Sonntag“. Trotz der einbrechenden Autoverkäufe sei kein Rettungsschirm für die deutsche Autobranche nötig. „Die deutschen Autofirmen sind stark genug, um diese Krise auch ohne Milliardenhilfen vom deutschen Steuerzahler durchzustehen“, sagte Glos.

Auch die Münchner Konkurrenz reagiert. BMW schickte die Beschäftigten seines Münchner Stammwerks schon zu Nikolaus in die Weihnachtsferien. BMW will zwar 2008 ungeachtet der Krise etwa so viele Fahrzeuge verkaufen wie im Rekordjahr 2007. „In Deutschland liegen wir aktuell noch über dem Vorjahresabsatz. Ende des Jahres werden wir wohl annähernd auf dem Niveau von 2007 landen“, sagte Philipp von Sahr, Vertriebsleiter Deutschland. Aber der prognostizierte Absatzeinbruch im kommenden Jahr setzt auch BMW weiter unter Druck. Anders als Daimler wollen die Münchener immerhin ohne Kurzarbeit bis „ins Frühjahr“ kommen, wie ein Sprecher sagte. BMW nutzt die Überstundenkonten der Mitarbeiter für eine vierwöchige Zwangspause. VW und Opel denken ebenso noch nicht an Kurzarbeit, wie die Unternehmen mitteilten.

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