Konsumbarometer: Energieversorger und Bahn größtes Ärgernis für Verbraucher

Konsumbarometer: Energieversorger und Bahn größtes Ärgernis für Verbraucher

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Auf Platz zwei der Unternehmen, mit denen die Verbraucher am unzufriedensten waren, landete die Deutsche Bahn

Energieversorger, Bahn und Busse sowie Mobilfunkanbieter ärgern die Verbraucher in Deutschland am meisten. Überhaupt behandle die Politik den Verbraucherschutz nach wie vor stiefmütterlich, klagte der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Gerd Billen, heute in Berlin.

Zum Beweis legte er als eine Art Verbraucherbarometer die neueste Befragung von über 3500 Bürgern und ein Rangliste der Bundesländer vor. Die Gas- und Stromversorger rufen mit ihrer Preispolitik und ihren Vertragsklauseln den Angaben zufolge mit einem Anteil von 41 Prozent die größte Unzufriedenheit hervor. Auf Platz zwei folgt die Deutsche Bahn mit 25 Prozent. Zur Spitzengruppe derer, mit denen die Verbraucher unzufrieden sind, gehören auch die Mobilfunkanbieter (23 Prozent) und der öffentliche Personennahverkehr (21 Prozent).

Am zufriedensten zeigten sich die Verbraucher dagegen mit den Banken und Sparkassen (40 Prozent), dem Einzelhandel (39 Prozent) sowie mit den Haushaltsgeräteherstellern und den Krankenkassen mit je 37 Prozent.

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Im ebenfalls vorgelegten Verbraucherschutzindex 2008 der Bundesländer gibt es gegenüber 2006 ein neues Schlusslicht. Schleswig-Holstein, das die Zuständigkeit für den Verbraucherschutz keinem Ministerium mehr zuordnet, rutscht danach vom elften auf den letzten Platz ab und bekam als einziges Bundesland die Note mangelhaft. Aufsteiger des Jahres ist demgegenüber der frühere Inhaber der roten Laterne, Mecklenburg-Vorpommern, das sich auf den zehnten Platz vorarbeitete. Der Index ist eine Maßzahl für die Zufriedenheit der Verbraucher mit Aufklärung und Beratung.

Dabei lag Hamburg mit einem „befriedigend“ an der Spitze. Die Not „gut“ habe aber noch immer kein Bundesland erreicht. Generell gilt laut Billen für die Wahrnehmung der Bürger, dass die Politik die Verbraucher im Stich lasse. Sie setze die Verbraucherinteressen nicht effizient gegenüber der Wirtschaft durch. Die Länder hätten noch immer nicht begriffen, dass sie für die Verbraucher die wichtigsten Anwälte seien.

Laut Umfrage vertritt die Grünen-Politikerin Renate Künast mit 353 Nennungen die Interessen der Verbraucher am besten, obwohl sie das Amt als Verbraucherschutzministerin seit drei Jahren nicht mehr ausübt. Amtsinhaber Seehofer kommt demzufolge auf 242 Nennungen. Weit abgeschlagen folgt Bundeskanzlerin Angela Merkel (46 Nennungen).

Der FDP-Verbraucherexperte Hans-Michael Goldmann nannte das Ergebnis ein Armutszeugnis für Seehofer. Der CSU-Politiker agiere chaotisch. Die Grünen-Fachfrau Nicole Maisch sagte, die Verbraucher wünschten sich eindeutig mehr Beratung. Das stehe aber in „krassem Widerspruch“ zur defizitären Finanzausstattung der Verbraucherzentralen.

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