Konsumgüter: Henkel legt saubere Zahlen vor

Konsumgüter: Henkel legt saubere Zahlen vor

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2,85 Millionen Euro bekam der Henkel-Vorstandsvorsitzende Kaspar Rorsted 2009. Ein Jahr zuvor bekam er wegen höherer  variabler Bezüge noch rund 3 Millionen Euro. Sein aktuelles Gehalt setzt sich zusammen aus einer Million Festgehalt, 490000 Euro Pension und variablen Optionen.

Foto: APN

von Mario Brück

Beim Konsumgüterhersteller Henkel läuft es wieder wie am Schnürchen. Die Krise scheint überwunden. Nun können sich Management und Familiengesellschafter anderen Aufgaben widmen: Henkel-Chef Rorsted geht auf eine fünfwöchige China-Reise und in der Heimst läuft die Suche nach einem neuen Vorstand für die Waschmittel-Sparte.

Frisch aus dem Urlaub, braungebrannt und sichtlich erholt und entspannt, eilte Kaspar Rorsted am vergangenen Sonntag auf die Düsseldorfer Galopprennbahn am Grafenberger Wald, um beim Henkel-Preis der Diana, dem mit einem Preisgeld von fast 650.000 Euro höchstdotierten deutschen Stutenrennen, dabei zu sein. Die 152. Auflage des Galopprennens endete mit einer Überraschung. Nach 2200 Metern setzte sich die von Terry Hellier für das Kölner Gestüt Röttgen gerittene Enora gegen alle Mitfavoriten durch. Wer richtig gewettet hatte, konnte eine Siegquote von 162:10 einstreichen.

Kaum drei Tage später folgte die nächste Überraschung. Diesmal von Rorsted selbst. Der 48-jährige Däne hob insbesondere dank besserer Geschäfte der Henkel-Klebstoffsparte die Jahresprognose an. Der Düsseldorfer Hersteller von Persil, Pril und Pritt will nun 2010 das bereinigte Betriebsergebnis und das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie um „mehr als 25 Prozent“ steigern. Bislang hatte Rorsted einen Zuwachs von mehr als 15 Prozent in Aussicht gestellt. Der Umsatz des Herstellers von Waschmitteln (Persil), Kosmetik (Syoss) und Klebstoffen (Pritt, Loctite) legte im zweiten Quartal um 11,6 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro zu. Bei einem operativen Gewinn von 421 (Vorjahreszeitraum: 279) Millionen Euro kletterte der Überschuss nach Anteilen Dritter auf 273 (143) Millionen. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg um 54,5 Prozent auf 476 Millionen Euro.

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Erwartungen übertroffen

Mit den Geschäftszahlen übertraf der Dax-Konzern sogar die Erwartungen des Marktes. Analysten hatten im Mittel einen Umsatz von 3,75 Milliarden Euro, einen operativen Gewinn von 420 Millionen Euro und einen Überschuss von 263 Millionen Euro prognostiziert. Die „erfolgreiche Entwicklung unserer Geschäfte“ habe sich auch im zweiten Quartal fortgesetzt, bilanzierte Rorsted.

Rorsted hatte schon zu Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise auf einen strikten Sparkurs gesetzt, um Henkel profitabler zu machen. Die Zahl der Beschäftigten sank binnen Jahresfrist um über 3000 Menschen auf gut 48000. Im Jahr 2012 will Rorsted eine bereinigte Umsatzrendite von 14 Prozent erreichen. Im zweiten Quartal lag die bereinigte Marge bei 12,2 Prozent.

Noch in diesem Monat wird Rorsted, wie schon im vergangenen Jahr, seinen Koffer packen und sich für eine fünfwöchige Auslandsdienstreise vom Konzernsitz in Düsseldorf-Holthausen verabschieden. Nach seinem sechswöchigen USA-Tripp im vergangenen Jahr geht es nun nach China.

Suche für Nachfolger der Waschmittel-Sparte läuft an

Derweil läuft in der Heimat die Suche nach einem neuen Konzern-Vorstandsmitglied auf Hochtouren. Im März 2011 feiert Henkels Waschmittel-Vorstand Friedrich Stara seinen 62. Geburtstag und erreicht damit das interne Rentenalter. Doch wer sein Nachfolger wird, ist weiterhin unklar. Anders als Finanzchef Lothar Steinebach, dessen Vertrag bereits im Herbst bis zum 64. Geburtstag im Jahr 2012 verlängert wurde, wird Stara wohl pünktlich seinen Platz räumen.

Brancheninformationen zu Folge sei im Fall Stara eine Personalberatung eingeschaltet worden, um auch extern nach geeigneten Kandidaten zu fahnden. Intern heißt es, rechneten sich auch die Regional-Verantwortlichen Günter Thumser (Zentralosteuropa) und Andreas Lange (Westeuropa) gute Chancen aus. Gleich nach dem BWL-Studium heuerten beide bei Henkel an, sammelten Erfahrungen im Ausland und kletterten Schritt für Schritt die Karriereleiter nach oben.

Bisher waren solche Lebensläufe beim börsennotierten Familienunternehmen Garanten dafür, auch mit höchsten Konzernweihen versehen zu werden. Nach dem mit Konzernchef Rorsted und Klebstoffchef Thomas Geitner aber zwei branchenfremde Manager aus der IT- bzw. Kommunikationsindustrie in die Konzernleitung berufen wurden, dürfte das in Düsseldorf nicht mehr als Trumpf gelten.

Immer wieder wird von Kennern des Unternehmens aber auch ein weiterer Name ins Spiel gebracht: Tina Müller. Die Düsseldorferin verantwortet bei Henkel das weltweite Haarkosmetik-, Gesichts- und Mundpflege-Geschäft, ist sozusagen die zweite Frau hinter Kosmetikvorstand Hans van Bylen. Dessen Position steht aber nicht zur Disposition. Zudem ist van Bylen erst 49 und liefert seit Jahren eine erstklassige Performance ab.

Die Frau mit der dunklen Löwenmähne ist ein Erfolgsmensch, gilt als besonders karrierebewusst und ehrgeizig. Zudem wird die 42-Jährige von Rorsted nach Kräften gefördert. Und auch die Tatsache, dass an der Spitze von Aufsichtsrat und Gesellschafterausschuss mit der Biologin und Henkel-Gründer Ur-Ur-Enkelin Simone Bagel-Trah eine Frau sitzt, dürfte ihr eher nutzen als schaden.

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