Konsumgüter: Henkels Klebstoffsparte kassiert ehrgeizige Ziele ein

KommentarKonsumgüter: Henkels Klebstoffsparte kassiert ehrgeizige Ziele ein

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Blick auf das Werk des Konsumgüterherstellers Henkel in Düsseldorf

von Mario Brück

Klebstoff-Weltmarktführer Henkel will in den kommenden Jahren vor allem in den Schwellenländern zulegen und von neuen Wachstumsmärkten wie Medizintechnik, Solar- und Windenergie profitieren. Damit wird sich der Konzern aber von seinen ehrgeizigen Wachstumsvorgaben und Finanzzielen verabschieden müssen.

"Wir sind ein Schwergewicht, boxen aber stellenweise weit unterhalb unserer Klasse", sagte Thomas Geitner im Rahmen seines ersten Auftritts als neuer Chef der Henkel-Klebstoffsparte (Pritt, Pattex, Loctite) vor rund 1000 Mitarbeitern am Stammsitz in Düsseldorf. Damit sich das schnell ändere, stellte er seinen Mitarbeitern vier Maßnahmenpakete vor. „Bei der richtigen Umsetzung dieser Punkte, werden wir unser Finanzziel erreichen, dass ich für die Klebstoffsparte mit organisch 11-15-17 bezeichnen möchte: elf Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2015 bei 17 Prozent Marge.“ Das war im Spätherbst 2008.

Heute, anderthalb Jahre später, möchte Geitner auf seinen flotten Zahlen-Dreier am liebsten nicht mehr angesprochen werden. Die Zahlen seien ja nur intern kommuniziert worden, eiert er herum. Und dann sei ja schließlich auch die Finanz- und Wirtschaftskrise dazwischen gekommen, und viele Märkte hätten sich bis heute ja noch nicht erholt und so weiter, und sofort. Eine Antwort darauf, ob er an seinen – intern ausgegeben - Zielen  festhalten werde, gibt Geitner nicht.  

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Erdrutschartige Rückgänge

Dabei würde es ihm aufgrund der heftigen Kriseneinschläge niemand verübeln, wenn er die hochgesteckten Ziele kassieren und sich vorerst auf die von Henkel-Chef Kasper Rorsted konzernweit formulierten Zielmarken konzentrieren würde: ein organisches Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent pro Jahr und eine bereinigte Umsatzrendite von 14 Prozent bis 2012. Schon diese Hürden dürften für Geitner hoch liegen. Andere Sparten im Henkel-Konzern marschieren deutlich besser gerüstet diesen Zielen entgegen: Die Kosmetik- und Körperpflegesparte (Schwarzkopf, Fa) kam im vergangenen Jahr auf fast 13 Prozent bereinigte Umsatzrendite, knapp dahinter lagen die Wasch- und Reinigungsmittel (Persil, Pril) mit 12,8 Prozent.

Dagegen hatte die Henkel-Klebstoffsparte im vergangenen Jahr aufgrund des dramatischen krisenbedingten Nachfrageinbruchs seitens der Elektro-, Metall- und Automobil-Industrie – wichtige Abnehmerbranchen für Industrieklebstoffe - einen erdrutschartigen Umsatz- und Ergebnisrückgang verzeichnet. Der Umsatz sank organisch um 10,2 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro, das bereinigte Betriebsergebnis um 25 Prozent auf 506 Millionen Euro und die entsprechende Marge im Jahresverlauf auf acht Prozent. Geitners 11-15-17 stehen heute also vorerst 6-9-8 gegenüber.

Trotz aller Krisenwirren sieht der ehemalige Vodafone-Topmanager die Klebstoff-Sparte für ein profitables organisches Wachstum gut aufgestellt. Nach dem Krisenjahr 2009 soll der Bereich 2010 wieder ein profitables Wachstum erzielen. Und nach vielen Umbau- und Restrukturierungsprogrammen boxt Henkel laut Geitners Einschätzung nun auch in der richtigen Gewichtsklasse. „Wir sind nicht nur die größten, sondern auch die fittesten“, sagt er. Und „wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“.

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