Konzernumbau: Löscher bringt Siemens auf die Zielgerade

Konzernumbau: Löscher bringt Siemens auf die Zielgerade

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Siemens-Chef Peter Löscher: Der nun abgeschlossene Konzernumbau verschafft Siemens laut Löscher einen Wettbewerbsvorteil in schlechten Zeiten

Siemens-Chef Peter Löscher hat dem Münchner Technologie- und Industriekonzern im vergangenen Jahr einen tiefgreifenden Umbau verordnet. Dabei gibt ihm die abschwächende Weltkonjunktur nun sogar Rückenwind: Bei der Vorlage der Jahreszahlen in München gibt sich Löscher verhalten optimistisch – vor allem im Vergleich zur Konkurrenz, berichtet WirtschaftsWoche-Redakteur Michael Kroker.

Die Erleichterung war Peter Löscher deutlich anzumerken. Entspannt, ja geradezu gut gelaunt verkündete der Siemens-Chef im Hotel Sofitel Bayerpost direkt neben dem Hauptbahnhof in München die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Endlich geht es vorrangig mal nicht um die Schmiergeldaffäre bei Siemens. Sondern die Finanzkrise und deren Auswirkungen auf den weltweit aufgestellten Industrieanlagenkonzern.

Alle Welt will wissen, wie Deutschlands größter Technologiekonzern mit der Krise umgeht. Und Löscher versprüht Optimismus – zwar nicht jubelnd, aber dennoch beruhigend in diesen Tagen. „Wir haben unsere Hausaufgaben erledigt“ – das betonte Löscher gleich mehrfach. „Wir haben die größten Brocken beim Umbau im Jahr 2008 weggeräumt.“  Löscher will damit unterstreichen, dass  die tiefgreifende Restrukturierung, die er dem Konzern im abgelaufenen Jahr verordnet hatte, nicht nur Mittel zum Selbstzweck war.  Nach außen – und auch innerhalb von Siemens – wirkte es lange Zeit so, als zielten Löschers Maßnahmen rein auf Portfoliobereinigung und Kostenreduzierung ab. Mittlerweile erscheint der Konzernumbau geradezu vorausschauend.

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So verschafft die Finanzkrise Peter Löscher beinahe Rückenwind. Zumindest reicht es Löscher dazu, sich als Visionär zu gerieren. „Ich habe Ihnen im Laufe des Jahres mehrfach gesagt: Man muss das Dach instandsetzen, solange die Sonne scheint“, sagt Löscher, nicht triumphierend, aber doch selbstgewiss. „Und das gilt nicht nur für unser Palais am Wittelsbacherplatz, sondern symbolisch für den Konzern insgesamt.“

Umbau schafft Wettbewerbsvorsprung für die Krise

Nicht ohne Stolz präsentiert Löscher denn auch die Zahlen fürs abgelaufene Geschäftsjahr. Der Umsatz von 77,3 Milliarden und ein Gewinn in Höhe von 5,9 Milliarden Euro sind angesichts der eingetrübten Wirtschaftslage ansehnlich und liegen über den Erwartungen. Mehr noch, auch der Ausblick fürs kommende Jahr ist vorsichtig optimistisch. Auch dies begründet Löscher mit dem Umbauprogramm, das Löscher dem Konzern in den vergangenen zwölf Monaten verordnet hat. „ Wir starten dadurch jetzt mit Wettbewerbsvorsprung in die weltwirtschaftliche Schlechtwetterperiode“, sagt Löscher.

Zwar sei der Abschwung durch die Finanzkrise in der Realwirtschaft angekommen und werde sich auch bei Siemens niederschlagen. Dennoch sieht Löscher Siemens in einer „Position der relativen Stärke“. Seine Begründung: Siemens könne sich nun auf die Kunden konzentrieren, während die Konkurrenten erst umbauen und sich auf die Krise einstellen müssen. Löscher kann dieses Argument sogar bereits mit konkreten Erfolgen untermauern: So haben die Münchner in ihrem Sektor Gesundheit im Ende September abgelaufenen vierten Quartal ihres Geschäftsjahres zum ersten Mal den größten Wettbewerber – namentlich General Electric – überholt und sind damit zum Marktführer avanciert.

Auch eine positive Botschaft für die eigene Mannschaft hat Löscher parat. So kann und will der 51-Jährige Österreicher in Zukunft nicht mit derselben Geschwindigkeit durch den Konzern wirbeln wie bisher. „2008 war ein Übergangsjahr. Die Transformation von Siemens ist abgeschlossen,“ sagte Löscher heute.  Mehr noch: Löscher betont, er sei guter Hoffnung, dass er auch das Kapitel Korruption bald abgearbeitet ist. Die Gespräche über eine Einigung mit den Behörden in Deutschland und USA machten gute Fortschritte, weshalb der Konzern in der vergangenen Woche ja auch eine Rückstellung in Höhe von einer Milliarde Euro gebildet habe. Löscher: „Wir sind auf der Zielgeraden, aber noch nicht am Ziel.“

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