Korruptionsaffäre: Für die Ex-Siemens-Chefs Kleinfeld und Pierer wird es eng

Korruptionsaffäre: Für die Ex-Siemens-Chefs Kleinfeld und Pierer wird es eng

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Klaus Kleinfeld: Auf dem Papier hat der ehemalige Siemens-Lenker eine blitzsaubere Karriere vorzuweisen

Bisher kamen Heinrich v. Pierer und sein Nachfolger Klaus Kleinfeld glimpflich aus der Korruptionsaffäre bei Siemens. Doch jetzt droht beiden Ex-Konzernchefs ein Ermittlungsverfahren der US-Börsenaufsicht. Damit könnte es für sie auch in Deutschland noch eng werden.

Auf dem Papier wirkt die Karriere von Klaus Kleinfeld blitzsauber. Mit 47 Jahren Vorstandsvorsitzender von Siemens – dem Konzern aller deutschen Konzerne. Als zwei Jahre später der Aufsichtsrat ihm nicht in Aussicht stellt, seinen Vertrag zu verlängern, verlässt Kleinfeld das Unternehmen von sich aus im Juni 2007 stolz – um wenig später einen neuen Top-Job anzutreten: erst als Organisationschef, dann als Lenker des weltgrößten Aluminiumherstellers Alcoa in den USA. Dass währenddessen eine gewaltige Korruptionsaffäre Siemens erschütterte, hat offiziell mit Kleinfelds Wechsel nichts zu tun. Im Gegenteil, der Einstieg bei Alcoa bescherte dem Deutschen wenn nicht die Rehabilitierung, so doch eine kräftig gestärkte weiße Weste.

SEC-Ermittlungsverfahren gegen Kleinfeld steht bevor

Die Version scheint, wie Kritiker schon immer behaupteten, zu schön, um wahr zu sein. Aus Anwaltskreisen in New York erfuhr die WirtschaftsWoche jetzt, dass die amerikanische Börsenaufsicht SEC gegen Kleinfeld als ehemaligen Siemens-Vorstandsvorsitzenden erste Vorermittlungen aufgenommen haben soll. Die Behörde in Washington wacht nicht nur über die Bilanzen der Unternehmen, die an der Wall Street notiert sind. Sie verfolgt auch Vorstände dieser Unternehmen, die mit unlauteren Mitteln Geschäfte gemacht haben.

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Genau in dieser Frage soll jetzt die SEC gegen Kleinfeld vorgehen, wie interne Unterlagen der Behörde nach Angaben von US-Anwälten ergeben. Juristen einer mit der Angelegenheit betrauten US-Kanzlei befürchten bereits, dass die SEC ein formelles Ermittlungsverfahren aufnimmt. Siemens-Kreise gehen sogar davon aus, dass die SEC dies "bald" tun werde. Das würde nicht nur Kleinfeld, sondern auch dessen Ziehvater, den früheren Siemens-Vorstandschef und späteren Aufsichtsratschef Heinrich v. Pierer betreffen.

Offiziell erklärt v. Pierers Anwalt Norbert Scharf gegenüber der WirtschaftsWoche: „Unser Mandant kennt keine offenen Fragen der SEC an ihn oder andere ehemalige Mitglieder des Vorstands. Unser Mandant wurde zu Verfahren in den USA nicht gehört.“ Das kann sich jedoch bald ändern. Kleinfelds Vertreter in Deutschland sagt dazu der WirtschaftsWoche, dass die SEC Kleinfeld nicht gehört und oder ihn über Ermittlungen informiert habe.

Kleinfeld und v. Pierer droht ein zweites Mal die Konfrontation mit dem wohl dunkelsten Kapitel, das Siemens in der über 160 Jahre alten Firmengeschichte erlebte. 1,3 Milliarden Euro an Schmiergeldern hat das Unternehmen zwischen 1995 und 2005 in Korruptionskassen gelenkt.

Die Fälle wurden in Deutschland bisher rechtlich verfolgt. Einer der Beschuldigten, ein untergeordneter Manager, der Hilfsdienste beim Anlegen schwarzer Kassen leistete, kam bisher mit einer Bewährungsstrafe davon. Ein Zentralvorstand erhielt eine Bewährungsstrafe wegen der Finanzierung einer Scheingewerkschaft. Kleinfeld und v. Pierer wollen von Schmiergeldzahlungen bei Siemens in Milliardenhöhe nichts gewusst haben.

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