Korruptionsverdacht bei Alstom : Alstom-Chef kooperiert mit Ermittlern

Korruptionsverdacht bei Alstom : Alstom-Chef kooperiert mit Ermittlern

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Alstom-Chef Patrick Kron weist Korruptionsvorwürfe zurück.

In der Affäre um mögliche Korruption beim französischen Industriekonzern Alstom hat Unternehmenschef Patrick Kron den Behörden volle Kooperation zugesichert. „Die Justiz ermittelt in alten Geschäften, die gegen Ende der 90er Jahre getätigt wurden“, sagte Kron heute. Im Korruptionsfall bei Siemens will die Staatsanwaltschaft München sich übermorgen über die möglichen Verstrickungen des früheren Siemens-Chefs Heinrich v. Pierer in die Schmiergeld-Affäre mitteilen.

Alstom-Chef Kron sagte, er selbst habe von den genannten Projekten oder den möglicherweise betroffenen Personen keine Kenntnis.

Alstom werde mit den Behörden indes „weiterhin“ zusammenarbeiten. Mehr gebe es dazu „nicht zu sagen“. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt nach eigenen Angaben seit vergangenem November wegen des Verdachts der Korruption bei Alstom „gegen unbekannt“. Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt einem Bericht der Schweizer Nachrichtenagentur SDA zufolge gegen Personen aus dem Umfeld des Alstom-Konzerns wegen Korruption und Geldwäsche.

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Sie werden verdächtigt, für Verträge mehrere Millionen Dollar an Schmiergeld gezahlt zu haben. Bei den Geschäften soll es sich um Infrastrukturaufträge in Südamerika und Asien handeln. Alstom ist einer der größten französischen Konzerne und harter Konkurrent von Siemens. Der Siemens-Konzern wird seit mehr als einem Jahr vom größten Schmiergeldskandal der deutschen Wirtschaft erschüttert.

Alstom steigert Gewinn um knapp 60 Prozent 

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die französische Industrie-Gruppewegen einer guten Auftragslage ihren Gewinn überraschend deutlich gesteigert. Das Nettoergebnis des Kraftwerkbauers und Herstellers von Schnellzügen kletterte um 56 Prozent auf 852 Millionen Euro und lag damit 40 Millionen Euro über den durchschnittlichen Markterwartungen. Der Betriebsgewinn stieg um 35 Prozent auf 1,3 Milliarden, der Umsatz um 19 Prozent auf 16,9 Milliarden Euro, wie Alstom am Mittwoch weiter mitteilte.

Der Siemens-Konkurrent erhielt in den zwölf Monaten bis Ende März nach eigenen Angaben Neuaufträge im Gesamtwert von 23,5 Milliarden. Das ist knapp ein Viertel mehr als im Vorjahr.

Staatsanwaltschaft will sich übermorgen zur Schmiergeld-Affäre bei Siemens äußern

Nach wochenlangen Spekulationen um eine mögliche Verstrickung des früheren Siemens-Chefs Heinrich von Pierer in die Schmiergeld-Affäre hat die Staatsanwaltschaft München für übermorgen eine Mitteilung angekündigt. 

Man werde „eine schriftliche Erklärung über die weitere Sachbehandlung“ im Siemens- Verfahren herausgeben, teilte die Staatsanwaltschaft heute in München mit. Zum Inhalt der Mitteilung machten die Ermittler keine Angaben.

Sie hatten zuvor aber bereits bestätigt, dass gegen den einstigen Konzernchef und Aufsichtsratsvorsitzenden Ermittlungen geprüft werden. Pierer selbst hatte bisher jede Verwicklung in den Schmiergeld-Skandal von sich gewiesen und seine Unschuld beteuert. Nach neuen Vorwürfen in der Schmiergeld-Affäre war der öffentliche Druck auf Pierer in den vergangenen Wochen deutlich gewachsen.

Zuletzt wurde er Medienberichten zufolge von zwei früheren Managern des Konzerns belastet, die bei der Staatsanwaltschaft ausgesagt haben sollen, Pierer habe sie zu fragwürdigen Provisionszahlungen im Zusammenhang mit einem Argentinien-Geschäft angehalten. In den Schmiergeld-Skandal geht es um dubiose Zahlungen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro, die vermutlich größtenteils zur Erlangung von Aufträgen im Ausland eingesetzt wurden.

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