Korruptionsverdacht: Deutsche Bahn ließ mehr als 1000 Mitarbeiter ausspähen

Korruptionsverdacht: Deutsche Bahn ließ mehr als 1000 Mitarbeiter ausspähen

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Die Zentrale der Deutschen Bahn am Potsdamer Platz in Berlin

Die Deutsche Bahn hat mehr als 1000 ihrer Führungskräfte ohne konkrete Verdachtsmomente auf Korruptionsverdacht überprüft. Das Unternehmen bestätigte diesen Sachverhalt heute, wies aber die Darstellung zurück, Mitarbeiter ähnlich wie die Telekom oder die Supermarktkette Lidl bespitzelt zu haben.

Das Magazin „Stern“ berichtete von zwei Aktionen in den Jahren 2002 und 2003. Dabei habe die Berliner Ermittlungsfirma Network Deutschland von der Bahn unter anderem den Auftrag erhalten, Verbindungen von Bahnmitarbeitern zu Lieferanten zu ermitteln. Network hatte auch für die Telekom gearbeitet.

Bereits gestern hatte die Bahn in einer Mitteilung über Hinweise auf mögliche Fehler bei ihrer Korruptionsbekämpfung hingewiesen. Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix habe kritisiert, dass überprüfte Mitarbeiter nicht über die Untersuchungen unterrichtet worden seien, hieß es bei der Bahn.

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Dix sagte dem „Stern“: „Wir haben bei der Bahn erhebliche Verstöße gegen das Bundesdatenschutzgesetz festgestellt.“ Die Behörde prüfe, ob der Konzern ein Bußgeld zahlen müsse. In einigen Fällen sei auch ein Straftatbestand nicht auszuschließen. Der Antikorruptionsbeauftragte der Bahn, Wolfgang Schaupensteiner, bestätigte inzwischen, dass die Bahn von 1998 bis 2007 mit dem Unternehmen Network Deutschland GmbH in Berlin zusammengearbeitet habe. Nach Angaben des früheren Frankfurter Oberstaatsanwalts belief sich das Auftragsvolumen in diesen zehn Jahren auf insgesamt rund 800.000 Euro in 43 Fällen. Network Deutschland sollte beispielsweise Scheinfirmen und "Kartellsachverhalte" aufdecken, heißt es in einer Pressemitteilung der Bahn. Die Detektive hatten auch den Auftrag herauszufinden, wo etwa Lokomotiven abgeblieben seien. "Aufträge zur Beschaffung nicht öffentlich zugänglicher Daten" seien nicht erteilt worden, wird Schaupensteiner zitiert.

Wie die Bahn weiter mitteilt, habe der Konzern keine privaten Ermittler beauftragt, den Verrat von Geschäftsgeheimnissen aufzudecken. Auch habe man weder Aufsichtsräte noch Journalisten bespitzeln lassen. Die Erfolge, die die Bahn etwa bei der Aufdeckung von Indiskretionen erzielt habe, sind nach Bahn-Angaben auf die eigene Konzernsicherheit zurückzuführen. Diese Erkenntnisse hätten bereits zu rechtskräftigen Verurteilungen und Kündigungen geführt, heißt es weiter.

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