Korruptionsverdacht: Staatanwaltschaft durchsucht MAN-Niederlassungen

Korruptionsverdacht: Staatanwaltschaft durchsucht MAN-Niederlassungen

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Nutzfahrzeuge des Herstellers MAN: Die Staatanwaltschaft ermittelt gegen MAN-Mitarbeiter wegen Korruptionsverdachts

Der Münchener Mischkonzern MAN ist ins Visier der Ermittlungsbehörden geraten. Das Unternehmen bestätigte gestern Abend, dass die Konzernzentrale in München Schwabing, die Zentrale der Nutzfahrzeugsparte in München Allach sowie insgesamt 39 Niederlassungen und Büros der Nutzfahrzeugsparte im ganzen Bundesgebiet durchsucht wurden. Es geht um Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe.

Nach Angaben von MAN ging es bei der Großrazzia um die Jahre 2002 bis 2005. In diesem Zeitraum sollen im In- und Ausland verdeckte Provisionszahlungen in Höhe von mehreren Millionen Euro geflossen sein. Auslöser für die Großrazzia waren Hinweise der Finanzbehörden, nachdem die als Provisionen bezeichneten Zahlungen an die Mitarbeiter von Kunden-Firmen aufgefallen seien, erklärte die Staatsanwaltschaft. Durchsucht worden seien Räume der MAN AG, der MAN Nutzfahrzeuge AG, der MAN Truck & Bus Deutschland GmbH sowie 39 Niederlassungen der Gesellschaft und die Privatwohnungen von drei Beschuldigten.

Aktionen der Staatsanwaltschaft dauern an

Die Aktionen und Sicherungsmaßnahmen dauern voraussichtlich noch bis heute, sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler auf Anfrage. Die Staatsanwaltschaft wird voraussichtlich in den nächsten Tagen nähere Einzelheiten bekanntgeben. Andere Hersteller seien nicht von ähnlichen Ermittlungen betroffen, sagte der leitende Oberstaatsanwalt Manfred Nötzel.

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"Es besteht nach Auffassung der Staatsanwaltschaft der Verdacht, dass beim Verkauf von Nutzfahrzeugen verdeckte Provisionszahlungen geflossen sind", teilte der Konzern am Abend mit. Oberstaatsanwalt Winkler betonte, die Führungsebene des Unternehmens sei von den Vorwürfen nicht betroffen.

MAN erklärte die Arbeit der Ermittler voll zu unterstützen und verwies auf die Unternehmensgrundsätze, die verdeckte Provisionen und Vorteilsnahme nicht tolerierten. Die internen Regeln (Code of Conduct) erlaubten solche Zuwendungen zur Auftragsgewinnung nicht.

MAN bekämpft Korruption seit Jahren

Die Ermittler richten ihr Augenmerk auf die Jahre 2002 bis 2005. In dieser Zeit führte der heutige MAN-Chef Håkan Samuelsson, der allerdings nicht persönlich in Verdacht steht, die Nutzfahrzeugsparte. Samuelsson hat sich in der Vergangenheit wiederholt massiv gegen Schmiergeldzahlungen gewandt. Als eines der ersten Dax-Unternehmen hat MAN vor zwei Jahren zwei externe Ombudsleute bestellt, die als neutrale Ansprechpartner dienen sollen. "Der gute Ruf unseres Unternehmens ist ein Wert, den wir nicht gefährden dürfen", begründete Samuelsson die Entscheidung. Die Berufung der Ombudsleute sei eine "zusätzliche Maßnahme zur Vorbeugung und zum Aufdecken möglicher Verstöße." Die beiden Anwälte sollen das Compliance Board des Konzerns unterstützen. Sein ausgezeichneter Ruf als Unternehmensführer brachte Samuelsson 2007 einen Sitz im Aufsichtsrat von Siemens ein. Seine Berufung gilt bei Siemens als Ausweis einer neuen Unternehmenskultur.

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