Kostenrisiko: Swiss-Chef: Höhere Flugpreise in Europa kaum durchsetzbar

Kostenrisiko: Swiss-Chef: Höhere Flugpreise in Europa kaum durchsetzbar

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Maschinen von Swiss und Lufthansa auf dem Londoner Flughafen Heathrow

Trotz der rasant steigenden Kerosinpreise werden die Flugpreise in Europa kaum steigen. Die Verbraucher werden nach Angaben von Swiss-Chef Christoph Franz nur zu einem kleinen Teil an den höheren Kosten beteiligt.

„Auf der Langstrecke holen wir etwa ein Drittel unserer Mehrkosten wieder rein. Doch innerhalb Europas ist dies nur in geringerem Ausmaß oder gar nicht möglich. Hier sind die Preise generell bereits stark unter Druck“, sagte Franz im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. Auch die Einführung kostenpflichtiger Dienstleistungen wie Gebühren für die Gepäckaufgabe hält Franz für einen Qualitätsanbieter wie die Swiss nicht für möglich. „Das Produkt Flug in viele kostenpflichtige Einzelteile zu spalten, bringt weniger als viele glauben. An Bord viele kleine Beträge zu kassieren ist relativ teuer. Zudem haben wir viele kurze Flüge und da sollen sich die Flugbegleiter nicht ums Kassieren kümmern, sondern um die Kunden.“

Im Gegenzug will Franz, dass auch die Lieferanten einen Teil der höheren Kosten übernehmen. Insbesondere die Flughäfen will die Swiss stärker am Kostenrisiko der Dienstleistung Flug beteiligen. „Der höhere Ölpreis belastet die ganze Wertschöpfungskette Flug. Doch die Fluglinien tragen das Marktrisiko fast allein. Deshalb haben wir – trotz einiger Lichter – noch immer große strukturelle Probleme in unserer Branche. Das müssen wir ändern.“ Deshalb führe die Swiss Verhandlungen mit den Flughäfen. „Nur weil es schwer ist, darf man es nicht unterlassen. Gerade bei den Airports haben wir einige Erfolge“, sagte Franz, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

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Personalabbau sei dagegen kein Weg. „Ich möchte vermeiden, dass die in einer Krise immer zuerst leiden“, so Franz. „Das haben wir hinter uns. Aber sowohl beim Management als auch bei weiten Teilen der Belegschaft hängen die Gehälter vom finanziellen Erfolg der Swiss ab. Zudem verbessern wir auch die Produktivität. So wächst die Zahl unserer Mitarbeiter langsamer als der Umsatz. Und das soll so bleiben.“

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