Kostensenkung: Siemens tritt bei Ausgaben für Berater auf die Bremse

Kostensenkung: Siemens tritt bei Ausgaben für Berater auf die Bremse

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Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser: Angebliche "Anscheinsvermutung" beim Ex-Finanzchef der Kommunikationssparte - bislang ohne Beweise

Der Technologiekonzern Siemens will bei den Ausgaben für Unternehmensberater und Informationstechnik auf die Bremse treten. Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser will so innerhalb von zwei Jahren rund 600 Millionen Euro einsparen. Woher die restlichen 600 Millionen kommen sollen, die für das Sparziel von 1,2 Milliarden Euro notwendig sind, verriet Kaeser aber nicht.

Wie aus einer Präsentation für eine Investorenkonferenz in Frankfurt hervorgeht, will Finanzvorstand Joe Kaeser mit Einschränkungen bei Beraterhonoraren und IT-Ausgaben einen großen Teil des selbstgesteckten Sparziels in der Verwaltung erreichen.

Insgesamt will Siemens binnen zwei Jahren rund 1,2 Milliarden Euro weniger für seine Verwaltung ausgeben, das wäre eine Ausgabenkürzung um zehn Prozent. Zum einen sollen die Beraterkosten auf unter 300 Millionen Euro halbiert werden. Die Ausgaben für Rechtsberater - wie etwa die US-Kanzlei Debevoise & Plimpton, die intern die Korruptionsaffäre aufklärt - seien darin nicht mit erfasst. Zum anderen sollen die IT-Ausgaben auf etwa eine Milliarde Euro von 1,3 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr sinken.

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Verhaltener Optimismus für das laufende Geschäft

Woher die übrigen 600 Millionen Euro Einsparungen kommen sollen, hat Kaeser bislang noch nicht präzisiert. Er kalkuliert noch Spareffekte durch die Reduzierung der Konzerngesellschaften auf unter 1000 von bislang 1800 sowie durch die Kürzung der Zahl der Berichtseinheiten auf etwa 500 von bislang 900 ein. Auch die Neuordnung der Konzernorganisation soll einen Sparbeitrag leisten.

Für das laufende Geschäft zeigte sich Kaeser verhalten optimistisch. Die Automatisierungssparte A&D könne mit anhaltendem Wachstum im laufenden Jahr rechnen. Im Energiesektor werde die Preissituation zunehmend schwieriger. Außer dem Druck der Zulieferer kämen auch neue Kapazitäten auf den Markt, was Auswirkungen auf die Preise und Fixkosten habe. Die Medizintechnik werde bis weit ins kommende Jahr mit den Kürzungen im US-Gesundheitswesen zu kämpfen haben, sagte Kaeser voraus. Die Anbieter würden sich folglich so lange auf Segmente konzentrieren, die nicht von den Budgetkürzungen betroffen seien. Langfristig blieben die Wachstumsaussichten des Sektors rosig.

Gewinnziele bestätigt

Für das noch bis Ende September laufende Geschäftsjahr 2007/08 bekräftigte Kaeser die Prognose für den operativen Gewinn. Das Ergebnis der Bereiche werde etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Auch der Gewinn aus dem fortgeführtem Geschäft werde etwa den Vorjahreswert erreichen.

Im vergangenen Jahr hatte Siemens damit rund 3,9 Milliarden Euro eingefahren. Eine Prognose für den Nettogewinn wollte Kaeser weiterhin nicht wagen. In Folge des laufenden Konzernumbaus und des Verkaufs der Telefonanlagensparte SEN werde zu Belastungen kommen. Zudem seien die Lasten aus Rechtsverfahren noch nicht bezifferbar.

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