
Frust bei gesetzlich Krankenversicherten: Anders als die priviligierten Privatpatienten sitzen sie beim Arzt meist in der zweiten Reihe sitzen. Der Unmut der Kassenpatienten hat Folgen: So wechselten im vergangenen Jahr rund 363.000 freiwillig Versicherte aus der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die vermeintlich bessere private Krankenversicherung (PKV). Jetzt, da die GKV Mitgliederschwund und Milliardendefizite unter Druck setzen, erlaubt ihnen der Staat mit der Gesundheitsreform, ab Januar günstige Selbstbehalttarife, Zusatzversicherungen und Bonusprogramme anzubieten. Nach dem Willen der Gesundheitspolitiker sollen diese Angebote für mehr Wettbewerb im Krankenversicherungsmarkt sorgen. An scharfer Konkurrenz sind die Kassen allerdings weniger interessiert. Ihnen geht es primär darum, ihre gut verdienenden, freiwillig versicherten Kassenmitglieder mit einem Monatseinkommen von mehr als 3825 Euro bei der Stange zu halten. Die Kassen bieten ihren derzeit fünf Millionen Gutverdienern von 2004 an deutlich günstigere Beiträge an, vorausgesetzt sie zahlen einen bestimmten Betrag – meist zwischen 200 und 300 Euro pro Jahr – aus eigener Tasche. Das ist vor allem für junge Gesunde attraktiv, denen kein teures Zipplerlein die Rückerstattung verhagelt. Damit bieten ihnen die Gesetzlichen ähnliche Vorteile wie die Privaten, allerdings mit einem Haken: Nicht die Kasse bezahlt die Arztrechnung, sondern der Versicherte begleicht die Rechnung und muss sich sein Geld später von der Kasse wiederholen. So verwischt zumindest für die freiwillig Versicherten die Grenze zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung - nicht immer zum Vorteil der Versicherten. >>> Krankenkassen-Beitragsrechner






















