Krise bei GM: Wie stark ist General Motors wirklich?

Krise bei GM: Wie stark ist General Motors wirklich?

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Die Fahne von General Motors weht vor dem Opel Werk in Bochum

Automobil-Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer analysiert für wiwo.de in einem Gastbeitrag, wie die Zukunftsperspektiven für General Motors aussehen und welche Risiken das Unternehmen mit einer direkten oder indirekten Übernahme von Opel eingeht.

Seit dem 10. Juli 2009 fühlt sich GM stark. Am 10. Juli hat die General Motors Company – vor dem 10. Juli hieß es „Corporation“ statt Company – die Insolvenz verlassen. Nicht ganz sechs Wochen hat „New GM“ gebraucht, um die Blitz-Insolvenz abzuschließen. Die „alte GM“ wird von der Unternehmensberatung Alix Partners abgewickelt, sinnigerweise unter dem Namen „Motors Liquidation Company“.

GM selbst hat in der ersten Pressemitteilung von New GM das Insolvenzende wie folgt mitgeteilt: „GM gets back to the business of building great cars and trucks, serving customer needs”. “Great cars and trucks” hatte GM nach eigenen Worten schon immer entwickelt und verkauft. Alle Fahrzeuge, die der Chefentwickler Bob Lutz in den letzten 10 Jahren auf die Straße gebracht hatte waren nach seinen Worten „great cars“. In new GM leitet Bob Lutz den Bereich „Verkauf und Marketing”. Ansonsten ist die Organisation bis auf die Tatsache, daß deutlich weniger Mitarbeiter an Bord sind, eigentlich gleich geblieben.

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Große Entlastung auf der Kostenseite

Durch die Insolvenz konnte GM seine Verbindlichkeiten um 40 Mrd. US-Dollar reduzieren. Zu großen Teilen haben die Mitarbeiter Pensionsansprüche und Ansprüche der Gesundheitsversorgung verloren. Der Abbau der Verbindlichkeiten um 40 Mrd. Dollar senkt die Zinskosten um gut 2 Milliarden pro Jahr und der Personalabbau bringt zusätzlich Kosteneinsparung. Von der Kostenseite klingt das gut. Zusätzlich werden 13 Werke werden in USA geschlossen und 27.000 Mitarbeiter bis Jahresende entlassen. Auf der Kostenseite liegt durch die Insolvenz damit große Entlastung bei GM vor. Die Kostenseite wurde bei GM aber schon oft mit Sanierungsprogrammen verbessert. Das GM-Problem war bisher nie die Kostenseite, sondern immer die Marktseite. GM wurde bei all seinen zahlreichen Sanierungsfällen immer wieder von der Marktseite eingeholt.

Hohes Risiko auf der Marktseite

In den ersten sieben Monaten des Jahres 2009 hat GM in seinem Hauptmarkt USA mit 1,136 Millionen Fahrzeuge 38% oder 687.000 Einheiten weniger verkauft. Der GM-Marktanteil liegt erstmals seit über 60 Jahren in USA mit 19,6% unter der 20%-Grenze. In den 27 EU-Staaten hat GM in den ersten sechs Monaten knapp 150.000 Fahrzeuge weniger verkauft, ein Minus von 18%. Die Ausnahme ist China. Dort hat GM im ersten Halbjahr 224.000 Fahrzeuge mehr verkauft. Für GM macht es daher viel Sinn, seine Stärken in China auszubauen und Investitionen nach China und Asien zu lenken.

Im Vertrieb sind bei GM die Marken Saturn, Hummer, Saab, Pontiac weggefallen. In USA wurden 2.400 Händler gekündigt. Die Verkaufsbasis bei GM ist damit deutlich kleiner. Mit eBay will GM in USA den Verkauf revolutionieren, so die Information des GM-Chefs Henderson in seiner ersten Pressemitteilung nach der Insolvenz. Bisher war Online-Neuwagenverkauf ein Flop und eBay steht für „second hand“. Weder der Verkaufseinbruch in USA, noch das neue eBay-Vertriebsmodell noch die Kündigung der 2.400 Händler werden im wichtigen Markt USA GM stärken.

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