Krise überwunden: Wie BMW und Daimler in die Zukunft steuern

Krise überwunden: Wie BMW und Daimler in die Zukunft steuern

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Doppelbelichtung der Logos von BMW und Mercedes Benz

Die mageren Zeiten sind vorbei: Nach Daimler legt auch BMW gute Zahlen vor. Doch wie gut sind die Luxusautobauer für die Zukunft aufgestellt? wiwo.de sagt, was die Rivalen verbindet - und wo sich ihre Strategie klar unterscheidet.

Die jüngsten Meldungen der Luxusautobauer klingen, als wäre von einer Krise nie die Rede gewesen. Die Umsätze legen zweistellig zu, die Renditen steigen und die Jahresprognosen werden nach oben revidiert.

Jüngstes Beispiel: BMW. Bei der Präsentation der Halbjahreszahlen kann BMW-Chef Norbert Reithofer glänzen. Die Erlöse im zweiten Quartal sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18,3 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro nach oben geschnellt. Von April bis Juni hat der Autobauer einen Gewinn von 821 Millionen Euro eingefahren, im Jahr zuvor waren es nur 121 Millionen Euro.

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Dank der starken Nachfrage nach dem Modell X1 und der neuen 5er-Reihe hat BMW im ersten Halbjahr 13 Prozent mehr Autos verkauft als noch im Jahr zuvor.  Angekündigt hatte sich die erfreuliche Wende bereits. Vor zwei Wochen hatte BMW seine Jahresprognose auf mehr als 1,4 Millionen verkaufter Fahrzeuge angehoben, ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zu 2009. Die Betriebsmarge im Autobereich soll in diesem Jahr bei fünf Prozent liegen.

Aufschwung kommt bei Autobauern an

Mit den Umsatzzuwächsen befindet sich BMW in guter Gesellschaft. Der niedrige Eurokurs und die starke Nachfrage in China beflügeln Deutschlands Nobelauto-Konstrukteure. Die VW-Tochter Audi hat gerade das beste Halbjahr ihrer Unternehmensgeschichte hingelegt und einen operativen Gewinn von 1,3 Milliarden Euro eingefahren. In diesem Jahr will der Audi 1,08 Millionen Fahrzeuge verkaufen – 80.000 mehr als im Rekordjahr 2008.

Daimler will in diesem Jahr sechs Milliarden Euro vor Steuern und Zinsen verdienen. Die Absatzzahlen der Stuttgarter wuchsen im ersten Halbjahr um 20 Prozent, ein Jahresabsatzziel von 1,2 Millionen Fahrzeugen ist in Reichweite.

BMW-Chef Reithofer bremst dennoch die Euphorie und mahnt vor „einer Reihe von konjunkturellen Risiken“ im zweiten Halbjahr.

Doch wie sieht die Zukunft für die Premiumhersteller aus?

In der Krise haben die Gegenspieler BMW und Daimler wichtige Weichen gestellt. Und dabei zeigt sich teils eine sehr unterschiedliche Strategie, wie ein Vergleich zeigt.

1. Kostenstruktur und Margen

Beide Autobauer haben ein hartes Kostensenkungsprogramm durchgezogen. BMW startete bereits 2008 einen Rundumschlag: Mehr als 10.000 Mitarbeiter wurden auf die Straße gesetzt. Dieser Schritt bewahrte BMW davor, 2009 in die roten Zahlen zu rutschen. Nun sind die Fixkosten Analysten zufolge auf dem Stand von 2005 – eine gute Voraussetzung, um im Aufschwung satte Gewinne einzufahren. Und das zeigt sich bereits an der Marge: Im zweiten Quartal erzielte die Autosparte eine Marge von 9,6 Prozent, im ersten Halbjahr waren es 6,6 Prozent. Für das Gesamtjahr peilt BMW eine Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) von mehr als fünf Prozent an - die dürfte mit solchen Auftaktzahlen gut erreichbar sein, zumal die neue 5er-Reihe sehr gut gestartet ist.

Doch die Marke mit dem Stern bleibt Rendite-König. Im ersten Halbjahr legte Daimler eine Ebit-Marge von 8,5 Prozent vor. Dazu trägt auch das aktuelle Kostensenkungsprogramm bei, dass Daimler rund fünf Milliarden Euro an Einsparungen bringen soll. Daimler hat gegenüber den Münchnern zwei Vorteile: Im Vergleich zu BMW sind die Daimler-Preise historisch höher, was sich in einer deutlich höheren Marge niederschlägt. Zudem läuft die neue E-Klasse jetzt auf vollen Touren, was die Rendite zusätzlich nach oben treibt.

Was die Marge betrifft, dürfte BMW also kaum mit der Stern-Marke mithalten können.

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