Krisenbank: IKB-Retter verzweifelt gesucht

Krisenbank: IKB-Retter verzweifelt gesucht

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Der Vorstandsvorsitzende der IKB

von Mark Fehr

Vier Jahre nach der Fast-Pleite ist der Verkauf an ein großes Finanzinstitut die letzte Überlebenschance für die einst hoch angesehene Mittelstandsbank. Die Zeit läuft davon.

Die Zentrale der IKB in der Düsseldorfer Wilhelm-Bötzkes-Straße, wenige Hundert Meter vom Rhein entfernt, erweckt mit ihrer wuchtigen Fassade den Eindruck einer Trutzburg. Doch hinter der kasernenähnlichen Front, die Solidität und Verlässlichkeit ausstrahlen soll, herrscht Hochspannung. Manager und Mitarbeiter bewegt derzeit nur eine Frage: Kommt ein Käufer, oder kommt keiner? Denn in den Händen ihres Großaktionärs Lone Star hat die IKB keine Zukunft. Der US-Finanzinvestor will sein 90-Prozent- Paket schon seit Längerem loswerden.

Der erste Versuch von Lone Star, die IKB zu verkaufen, scheiterte im Juli 2010. Der Düsseldorfer HSBC Trinkaus ging die Freistellung von Übernahmerisiken durch die Amerikaner wohl nicht weit genug. Noch eine Pleite können sich Lone Star und die IKB nicht leisten: Bis Herbst 2012 läuft mit insgesamt 5,6 Milliarden Euro der größte Teil der aktuellen Garantien des Bankenrettungsfonds Soffin sukzessive aus, wie die WirtschaftsWoche aus der IKB erfuhr. Spätestens dann muss die Bank verkauft sein, sonst kann sie mangels Refinanzierung keine Geschäfte mehr machen. Die Abwicklung wäre die Folge.

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Traumpartner BNP Paribas

Jüngst wurden Verkaufsverhandlungen mit der französischen Bank BNP Paribas kolportiert, zu denen es keine Stellungnahme der Beteiligten gibt. Die Franzosen sind laut Finanzkreisen am Kreditgeschäft der IKB mit deutschen Firmenkunden interessiert. Das Geschäftsmodell der IKB beschränkt sich auf diese enge und durch hohe Konkurrenz margenschwache Kernkompetenz. Daher kann sie nur im Verbund mit einer großen, international aktiven Bank überleben. BNP Paribas wäre also ein Traumpartner für die Krisenbank.

Fast schon flehentlich bietet sich IKB-Chef Hans Jörg Schüttler an: "Der geplante Verkauf kann zu einer beschleunigten Weiterentwicklung der Gesellschaft führen und wird daher vom Vorstand der IKB unterstützt", formuliert er im Geschäftsbericht vom Juni 2011. Im Klartext: Wer uns haben will, muss nur zugreifen.

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