Krisenmanagement: Wirtschaftsweise kritisieren Regierung wegen Opel

Krisenmanagement: Wirtschaftsweise kritisieren Regierung wegen Opel

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Opel-Autos vor dem GM-Werk in Antwerpen

Die fünf Wirtschaftsweisen haben die frühere schwarz-rote Bundesregierung wegen ihrer frühen Festlegung auf Opel-Interessent Magna kritisiert. Wirtschaftsvertreter hingegen beruhigen die Gemüter. Wie Opel wirtschaftlich dasteht, wird bald klar sein.

Die fünf Wirtschaftsweisen haben in deutlichen Worten das Krisenmanagement der früheren schwarz-roten Bundesregierung bei Opel kritisiert. Die frühzeitige und einseitige Festlegung auf den Bieter Magna habe „die Verhandlungsposition des Staates von vornherein stark geschwächt“, schreibt der Sachverständigenrat nach Angaben des „Handelsblatts“ in seinem Jahresgutachten. Die Politiker hätten sich in Wahlkampfzeiten von Betriebsräten und General Motors (GM) ausnutzen lassen.

GM hatte nach fast einjährigen Verhandlungen den Magna-Deal abgeblasen und will Opel nun doch behalten.

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Opel-Causa schadet US-deutschen Beziehungen kaum

Bei Geschäftsleuten in Deutschland wird die Causa Opel nach Ansicht von Wirtschaftsvertretern bald in Vergessenheit geraten. Dies sei kein Thema, das die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den USA und Deutschland beeinträchtige, sagte der Präsident der deutsch-amerikanischen Handelskammer, Fred Irwin, heute. Er ist einer der bekanntesten US-Repräsentanten in Deutschland und zugleich Vorsitzender des Beirats der Opel Treuhandgesellschaft, die die Mehrheit der Opel-Anteile verwaltet.

Auch der Vizepräsident des Industrieverbands BDI, Jürgen Thumann, gab sich zuversichtlich. Das Thema sei zwar unglücklich gelaufen. „Aber es wird nicht nachhaltig die Zusammenarbeit und unser freundschaftliches Band zerstören“, sagte er. Für Opel gelte es nun, eine marktwirtschaftlich gute Lösung zu finden. Damit sprach sich Thumann gegen milliardenschwere Staatshilfen für den Autobauer aus. Es solle keine Sonderlösung für Opel geben, die in den Wettbewerb eingreife. Der Automarkt sei derzeit sehr schwierig. „Es wird auch Unternehmen geben, die dem Wettbewerb unterliegen müssen und ausscheiden werden“, sagte Thumann.

GM will Quartalszahlen veröffentlichen

Immerhin dürfte bald mehr Klarheit über die wirtschaftliche Lage von Opel herrschen: GM gibt in Kürze erstmals nach ihrem Neustart wieder Einblick in seine Bücher. Konzernchef Fritz Henderson will an diesem Montag (16.11.) am GM-Stammsitz in Detroit (Michigan) die Zahlen für das dritte Quartal präsentieren.

Erwartet wird erneut ein Verlust. Der größte US-Autobauer hatte Mitte Juli in einem unerwartet schnellen Insolvenzverfahren enorme Altlasten abgeworfen. Die US-Regierung stützte GM mit rund 50 Milliarden Dollar. Der Staat hält nun die Mehrheit. Da GM inzwischen auch nicht mehr an der Börse notiert ist, muss der Konzern eigentlich auch keine Bilanzzahlen mehr preisgeben. Die US-Regierung will den Autobauer aber so schnell wie möglich wieder an die Börse fahren, um ihr Geld zurückzubekommen.

Investoren wollen dafür jedoch in Zahlen wissen, wie es um das Unternehmen steht. Henderson und der laut Medienberichten scheidende GM-Finanzchef Ray Young wollen die Quartalsergebnisse bei einer Pressekonferenz vorstellen, wie GM am Mittwochabend (Ortszeit) mitteilte. Mit Spannung werden dabei auch Aussagen zum Sanierungskurs für die deutsche Tochter Opel erwartet. Die Veranstaltung wird unter anderem live im Internet übertragen.

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