Kromnow bestätigt: TUI-Spitze gewinnt Machtkampf

Kromnow bestätigt: TUI-Spitze gewinnt Machtkampf

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TUI-Spitze: Michael Frenzel (r.) und Jürgen Krumnow

Im Führungsstreit beim TUI-Konzern hat die Unternehmensspitze um Vorstandschef Michael Frenzel einen Angriff von Großaktionär John Fredriksen abgewehrt.

57,24 Prozent der bei der Hauptversammlung des Reisekonzerns vertretenen Aktionäre stimmten am gestrigen Abend in Hannover gegen eine Abwahl von Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow. Fredriksen hatte die Abwahl Krumnows beantragt, Frenzel wollte sie verhindern - und gewann.

„Wir hoffen, dass damit wieder Ruhe einkehrt“, sagte Aufsichtsratsmitglied Dieter Kuhnt nach der Verlesung des Ergebnisses. Krumnow dankte den Aktionären für die Unterstützung. 42,76 Prozent der Aktionär stimmten allerdings für die Abwahl. Beide Seiten hatten in den vergangenen Wochen intensiv um Unterstützer geworben. Frenzel steht dennoch weiter unter Druck.

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Vor der Abstimmung hatte ein Vertrauter von Fredriksen, der mit knapp zwölf Prozent der größte TUI-Aktionär ist, bereits für den Fall einer gescheiterten Abwahl die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung angekündigt. Dann werde erneut versucht, eine Mehrheit für die Abwahl Krumnows zu bekommen.

Nicht nur ihn sondern auch Frenzel will der Reeder aus dem Amt haben. Seit Monaten setzt Fredriksen, die Konzernspitze gehörig unter Druck: Auf sein Drängen hin wurde im März die Abspaltung der Containerschifffahrtstochter Hapag-Lloyd beschlossen. Diesen Prozess wollte Fredriksen besser im Blick haben und strebte deswegen zwei Posten im Aufsichtsrat an. So war der Abstimmung eine der spannendsten TUI-Hauptversammlungen der vergangenen Jahren vorausgegangen.

Frenzel will reden

Für den erkrankten Fredriksen war sein Vertrauter Tor Olov Troim in die entscheidende Schlacht gezogen. „Ich sehe hier keine wahre Passion, keine Energie, keinen Geist“, sagte er nach rund acht Stunden der Hauptversammlung. Dies bräuchte man aber für die Führung eines großen Unternehmens: „Ich bin überzeugt, dass wir hier wirklich frisches Blut brauchen, um die Maschine wieder in Gang zu bringen.“ Zuvor hatte er in seiner Rede vor rund 2800 Aktionären und Gästen seine Kritik dargelegt.

Frenzel hatte kurz vor der Abstimmung noch einmal betont, zu Gesprächen mit Fredriksen bereit zu sein. Der Konzern hatte nach eigenen Angaben dem Großaktionär vor einigen Monaten bereits einen Sitz im Aufsichtsrat angeboten. Dieser forderte jedoch zwei Posten und die Abwahl Krumnows.

„Es gibt diese Bereitschaft, aber nicht mit der Brechstange“, sagte Frenzel. In seiner Ansprache zum Auftakt der Hauptversammlung hatte Frenzel Kritik an der Unternehmensführung zurückgewiesen. Dabei stützte er sich auf das erfolgreiche Geschäftsjahr 2007 und das erste Quartal 2008. „Die TUI ist heute wetterfester als noch in den vergangenen Jahren“, sagte der Vorstandsvorsitzende.

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