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Künstliches Auge: Blinde lernen wieder sehen

von WOLFGANG KEMPKENS

Ein Projekt, das Blinden das Augenlicht zurückgibt, geht jetzt auf die Zielgerade.

Voraussetzung auf Seiten des Patienten: Die Reizableitung von der zerstörten oder von Geburt an defekten Netzhaut ins Gehirn muss noch funktionieren. Professor Peter Walter, Chef der Augenklinik am RWTH-Klinikum Aachen, pflanzt den ersten Patienten eine Elektronik ins Auge, die drahtlos elektrische Signale empfängt und ans Gehirn weiterleitet. Das Empfangs- und Übertragungssystem wird von außen induktiv mit Strom versorgt. Dazu erzeugen elektromagnetische Wellen in einer Spule, die in die Elektronik im Auge integriert ist, den nötigen Betriebsstrom. Zunächst testet Walter, ob die theoretisch bestimmten Reizströme genügen, entsprechende Impulse im Gehirn auszulösen, und ob die Elektronik vom Körper des Blinden akzeptiert wird. „In ein bis zwei Jahren werden wir das komplette System einschließlich Kamera, die an der Brille befestigt wird, testweise implantieren“, sagt Walter, der bereits Industriepartner für die Entwicklung zur Serienreife gewonnen hat.

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