Kundenzufriedenheit: Bankkunden fühlen sich vernachlässigt - Seite 2

Kundenzufriedenheit: Bankkunden fühlen sich vernachlässigt

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Bankkunden wollen nicht auf Quelle: AP
Bankkunden wollen nicht auf Automaten verzichten Quelle: AP

Wohin es die Kunden zieht, sagt die Studie: Hauptsächlich zur Commerz- und zur Postbank. „Der Grund ist in den meisten Fällen das kostenlose Girokonto“, sagt Oliver Mihm, Chef von Investors Marketing. Bei der Wahl einer neuen Hausbank ist dies eines der wichtigsten Kriterien, rund sechsmal wichtiger als die Beratung.

Doch ein guter Preis allein reicht längst nicht mehr aus. Die Kunden wollen als Gegenleistung für geringe oder gar keine Gebühren Unannehmlichkeiten nicht mehr in Kauf nehmen. Waren bei einer Befragung im Jahr 2006 noch 24 Prozent der Interviewten bereit, für günstige Preise auf viele Geldautomaten zu verzichten, so sind es heute gerade einmal noch acht Prozent. Individuelle Beratung hielten vor zwei Jahren 27 Prozent für zweitrangig, jetzt sind es sechs Prozent weniger. Durch den jahrelangen Preiswettbewerb wurden die Angebote für die Kunden immer besser. Sie bekamen immer mehr Leistung für immer weniger Gebühr – dem haben sich die Erwartungen der Kundschaft angepasst.

Das wird nun zum Problem für die Banken. Denn auf diese neuen Ansprüche sind sie gerade nicht vorbereitet, zeigt die Kundenbefragung. „Das Qualitätsniveau ist aus Kundensicht einheitlich schlecht“, sagt Mihm. Mehr als 80 Prozent der Befragten empfinden es bereits als außergewöhnlich, wenn ihre Bank zugesagte Leistungen einhält oder Aufträge schnell ausführt.

Punkten mit außergewöhnlichem Tagesgeschäft

Ein niederschmetterndes Urteil. Die Kritik trifft alle Institute - von den privaten Banken über die Volks- und Raiffeisenbanken bis hin zu den Sparkassen. Keine Institutsgruppe fällt bei der Befragung positiv auf, ob es um die Beratung oder den Service bei alltäglichen Bankgeschäften geht.

„Dabei ist gerade ein guter Service eine einfache aber effektive Möglichkeit, um sich von anderen Banken abzusetzen“, sagt Pape. Viele Volksbanken und Sparkassen hätten sich bislang nicht einmal damit auseinandergesetzt, dass sie dadurch Kunden halten und neue gewinnen könnten.

Da sich die Produkte mittlerweile immer ähnlicher sind – wie Autos, die bald alle Airbag und Klimaanlage haben –, können sich die Institute hierüber kaum mehr von ihren Wettbewerbern abgrenzen. Hinzu kommt, dass der Kunde die Qualität eines Produkts und damit der Beratung in den meisten Fällen, wenn überhaupt, erst nach Jahren wirklich messen kann – auf seinem Konto. Schlussfolgerung für die Banken: Sie müssen mit einem außergewöhnlichen Tagesgeschäft punkten.

Doch bei vielen Banken mangelt es an ganz grundlegenden Dingen. Kunden empfinden der Studie zufolge beispielsweise das Personal als unfreundlich und oft auch inkompetent. Dadurch, dass viele Banken dazu übergegangen sind, die alltäglichen Dienstleistungen wie die Verwaltung von Sparbüchern, Bargeldauszahlungen oder die Vergabe von Konsumentenkrediten von fachfremden Servicekräften und nicht mehr von Bankern durchführen zu lassen, kommt es oft vor, dass der Kunde auf einen Angestellten trifft, der kompliziertere Fragen nicht beantworten kann.

Um den Trend zu drehen, ist Mihm überzeugt, müsste bei den Banken endlich „ein Paradigmenwechsel stattfinden“. Die Branche sei nach wie vor mehr auf Kosteneffizienz denn auf konsequente Kundenorientierung getrimmt. „Es machen sich zu wenige Institute nachhaltig Gedanken darüber, wie man die Kunden einmal wirklich positiv überraschen oder ihnen zeigen kann, wie wichtig sie einem sind.“

13 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 06.09.2011, 20:17 UhrAnonymer Benutzer: Schneider

    Thema Hypothek bei Deutscher bank.
    bin absolut solvent, habe meinen Hypothekenspielraum bei der SpK Köln/bonn noch nicht ausgereizt und reichte dort alle Unterlagen zur beantragung einer neuen Hypothek ein. Mit der ann augefüllten Selbstauskunft und anderem Zahlenmaterial war ich auf dem Weg zur SpK, als ich bei der Deutschen bank Filiale bonn-Duisdorf vorbeikam. Auf einen Versuch ging ich hinein und sprach mit einem Finanzberater. ich bat ihn um ein Vergleichsangebot unter der Vorraussetzung, die Zahlen würden stimmen. Er sagte mir es wäre kein Problem, kopierte meine vorhandenen Unterlagen und garantierte mir einen Rückruf mit Angebot zu nächsten Tag. An diesem nächsten Tag rief mich meine betreuerin der Sparkasse an und gab mir ihr Angebot durch. Mit dem Hinweis, auf ein zweites Angebot zu warten stellte ich Sie ertstmal zurück. Kurz danach rief mich der erwähnte Finanzberater der Deutschen bank an, der Tags zuvor noch vollmundig alles zugesagt hatte, er könnte ohne genaue Überprüfung der kompletten Unterlagen keinen Zinssatz sagen. ich sagte ihm meine Unterlagen lägen wie schon Tags zuvor gesagt bei der Spk. Er möge bitte von der Korrektheit meiner Angaben ausgehen und nur unter diesem Vorbehalt mir seinen Zinssatz nennen. Das ginge aber auf einmal nicht mehr. ich war mehr als verärgert das ich meine bearbeiterin bei der Spk Köln/bonn ertsmal zurückgestellt hatte. So war ich gezwungen sie erst wieder zu kontaktieren und sie lässt sich jetzt natürlich mit meiner Hypothek etwas mehr Zeit. ich kann nur sage, dieser Volltrot...b.bringl.... bei der Deutschen bank hat mich so sauer aufgrund seiner absoluten inkompetenz gemacht, die mich auch noch überflüssig Zeit gekostet hat. ich bereue das ich diesem Menschen erlaubt habe meine Zahlen zu kopieren und hätte nicht wenig Lust in dieser Filiale mit einem sehr lauten Auftritt auf die Unfähigkeit dieses Mitarbeiters der Deutschen bank hinzuweisen....

  • 02.12.2008, 23:03 UhrAnonymer Benutzer: Kundenberater

    ich bin selbst Kundenberater bei einer grossen deutschen bank.
    ich kann jedem Kunden sagen, das wir gerne fair und sauber beraten würden, wenn unsere Vorgesetzten (und wieder deren Vorgesetzten usw.) uns die Gelegenheit dazu geben würden. Diese bekommen wir aber nicht. ich sitze jeden Montag eine Stunde bei meinem Chef und muss erklären, wieviel Provisionen ich gedenke für die bank zu verdienen. Wenn ich ein zu geringes Ziel angebe, wird dies eigenmächtig hochgesetzt. Diese Ziele erreiche ich dann aber nur mit dem Verkauf von Produkten mit hohen Provisionen, und nicht mit einer Festgeldempfehlung. Es geht zwischenzeitlich in der bank zu, wie bei den schlimmsten Zeitungsdrückerkolonnen.
    bringe ich eine gewisse Zeit diese Verkaufszahlen nicht, wird man rausgemobbt. Kundenbeschwerden über dieses System nützen nichts. Diese landen beim jeweiligen Kundenberater in der Filiale, und dieser muss die beschwerde gegebenenfalls noch selbst beantworten.
    ich weiss aktuell keinen Ausweg, das ganz hat schon Sektencharakter.

  • 18.11.2008, 23:33 UhrAnonymer Benutzer: Frank

    Ja, da Hans. Vom Saulus zum Paulus !
    ich kann mich noch gut daran erinnern, wie Du plötzlich Schiffsbeteilgungen verkauft hast als Du dich selbständig gemacht hast.Gibt ja auch schöne Provisionen. Und früher in der bank ?

    Naja, anscheinend hat sich Deine "beratungsqualität" nun stark verändert.

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