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Kunst und Kultur: Kulturkalender

von HANS-JÜRGEN KLESSE

Veranstaltungen im Oktober

dpa

Berlin Kontrapunkt – die Architektur von Daniel Libeskind. Sein Entwurf für die Neubebauung des Postdamer Platz in Berlin fand nicht die Gnade der Juroren, seine (realisierten) Pläne für den Neubau des Jüdischen Museums in Berlin gelten als genial, sein Entwurf für die Neubebauung von Ground Zero in New York landeten wegen ihrer Symbolkraft auf dem ersten Platz. Das Werk des Ausnahmearchitekten wird noch bis zum 14. Dezember im Jüdischen Museum (Lindenstraße 9–14) gezeigt (täglich 10 bis 20 Uhr, www.jmberlin.de). Art Forum. Rund 100 Galerien, „Freistil“-Stände und Editeure aus etwa 25 Ländern präsentieren vom 1. bis 5. Oktober in dem Berliner Messegelände (Hallen 18 bis 20, Masurenallee) auf der Art Forum internationale Gegenwartskunst. Zur Veranstaltung gehören ein umfangreiches Rahmenprogramm, zahlreiche Empfänge und Ausstellungen in der ganzen Stadt (12 bis 20 Uhr, www.art-forum-berlin.com). Chicago Einstein. Nicht den Wissenschaftlicher, sondern den Menschen Einstein zeigt eine vom 17. Oktober bis 19. Januar 2004 dauernde Ausstellung im Field Museum (1400, South Lake Shore Drive). Gezeigt werden Fotografien, persönliche Gegenstände, Briefe, Multimedia-Displays und Originalmanuskripte inklusive des Dokuments, auf dem Einstein 1912 zum ersten Mal die Relativitätstheorie entwickelte (täglich 9 bis 17 Uhr, www.fieldmuseum.org). Essen Aida. Verdi würde staunen: In Zusammenarbeit mit Disney produziert die Stage Holding die Legende der nubischen Prinzessin Aida und des ägyptoischen Besatzungskommandanten Radames jetzt auf moderne Weise – als Pop-Rock-Musical mit der Musik von Elton John und Texten von Tim Rice. Premiere für die deutsche Uraufführung der antiken Liebesgeschichte ist am 5. Oktober im Essener Colosseum Theater (Altendorfer Straße 1). Der Broadway-Hit wurde mit vier Tony Awards und einem Grammy ausgezeichnet (www.aida-das-musical.de). Düsseldorf Autonom. Eine neuartige Sicht auf das Automobil in der modernen und zeitgenössischen Kunst bietet sich den Besuchern der Ausstellung „Autonom“ bis zum 4. Januar 2004 im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft (Ehrenhof 2). Die Exponate, darunter Werke von David Hockney, Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg und Andy Warhol, präsentieren das Automobil als unabhängiges Objekt und thematisieren das Zusammenspiel von Form und Inhalt auf ungewohnte Weise (Dienstag bis Sonntag 11 bis 20 Uhr, Freitag bis 24 Uhr, www.nrw-forum.de). Bauen + Bauen. Zeitgenössische chinesische Architektur. China verzeichnet die stärkste Baukonjunktur weltweit. Mit der Ausstellung bietet die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Chinesischen Bauforum Einblicke in die Arbeit chinesischer Architekten. Die Ausstellung wird vom 10. Oktober bis 11. Dezember im Haus der Architekten (Zollhof 1) gezeigt (Montag bis Donnerstag 9 bis 17 Uhr, Freitag bis 12.30 Uhr, www.aknw.de). Ferrara Edgar Degas und die Italiener in Paris. Rund 90 Werke – etwa die Hälfte des französischen Impressionisten Degas, die anderen von italienischen Künstlern des 19. Jahrhunderts – werden noch bis 16. November im Palazzo dei Diamanti gezeigt. Die Ölgemälde, Pastellzeichnungen, Stiche und Skulpturen stammen aus der Hochphase des Impressionismus (täglich 9 bis 20 Uhr, freitags und samstags bis 24 Uhr, www.comune.fe.it, www.emiliaromagnaturismo.it). Hamburg Made in Hamburg. Füllhalter und Fahrgastschiffe, Mikrochips und Margarine, Tesa und Transistoren – die Palette der in Hamburg gefertigten Produkte ist reichhaltig und nur wenige wissen davon. Dem soll die bis zum 16. November laufende Ausstellung in der Außenstelle des Museums der Arbeit im Kaispeicher A der Speicherstadt (Dalmannkai) abhelfen (Dienstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr, www.museum-der-arbeit.de). Fritz Höger. Bekannt wurde der Architekt Fritz Höger vor allem durch das Hamburger Chilehaus und die Verwendung von Backstein als Baumaterial für Bürobauten der Zwanzigerjahre. Über sein Schaffen und das weniger bekannte politische Wirken informiert eine bis zum 16. November dauernde Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe (Steintorplatz). Gezeigt werden rund 200 Exponate (täglich außer montags 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr, www.mkg-hamburg.de). Kassel Musiktage. „Schwingungen“ heißt das Motto der vom 30. Oktober bis 2. November dauernden Kasseler Musiktage in diesem Jahr. Geboten wird Barock, Jazz und Weltmusik von der Renaissance bis in die Gegenwart – nicht nur im Konzertsaal sondern auch auf der Straße (www.kasseler-musiktage.de). Köln Dritte Kölner Theaternacht. Am 2. Oktober um 20 Uhr startet die Theaternacht. Bis vier Uhr früh wird in 38 Theaterhäusern, Bühnen und anderen Spielorten gespielt, geprobt, getanzt, gelesen und vorgeführt. Die Theater laden in rund 150 Einzelvorstellungen ein zu Shortcuts und Szenenausschnitte, offenen Proben, Talk in der Garderobe, Hausführungen, Musik im Foyer, szenische Lesungen und Tanz. Die Programme starten zur vollen Stunde und dauern maximal 45 Minuten (www.theaternacht.de). Las Vegas Las Vegas Comedy Festival. Es darf gelacht werden – vom 29. Oktober bis 2. November treffen sich junge Talente und erfahrene Humoristen im Stardust Resort and Casino zum Las Vegas Comedy Festival. Die in den beiden Wochen zuvor beim „Laugh Across America Contest“ in 15 amerikanischen Städten ausgewählten besten Komiker des Landes werden in Diskussionsrunden und Seminaren aus- und weitergebildet. Anschließend wird das Erlernte auf Bühnen des Stardust und der Fremont Street Experience unter freiem Himmel präsentiert (www.lasvegascomedyfestival.com, www.lasvegasfreedom.de). Ludwigshafen Der blaue Reiter – die Befreiung der Farbe. Die von Wassily Kandinsky und Franz Marc gegründete Künstlergemeinschaft steht für den Aufbruch in eine neue „geistige“ Kunst, die Befreiung der Farbe vom Gegenstand spielt dabei eine besondere Rolle. Die Ausstellung mit mehr als 200 Werken in verschiedenen Techniken von 15 Künstlern im Wilhelm-Hack-Museum (Berliner Straße 25) ist nach Themenbereichen geordnet und erfasst den Zeitraum vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Zwanzigerjahre (Dienstag 12 bis 18 Uhr, Mittwoch bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Freitag bis 20 Uhr, www.blauer-reiter.de). München SchauSpielRaum – Theaterarchitektur. Das Architekturmuseum der Technischen Universität München in der Pinakothek der Moderne (Barerstrasse 40) zeigt vom 16. Oktober bis 18. Januar 2004 Modelle, Zeichnungen, Fotografien und Filme von Theaterbauten der Antike bis zur Gegenwart. Zu den rund 100 Exponaten gehört die Drehbühne (1665) von Joseph Furtenbach, das Universaltheater (1922) von Friedrich Kiesler, das Kugeltheater (1924) von Andreas Weininger oder das Totaltheater (1926–27) von Walter Gropius (Dienstag bis Donnerstag 10 bis 17 Uhr, Freitag 10 bis 20 Uhr, www.pinakothek.de). Wagners Welten. Vom 17. Oktober bis zum 25. Januar 2004 wird im Münchner Stadtmuseum (St.-Jakobs-Platz 1) eine Ausstellung über das „wahrscheinlich größte Talent aller Kunstgeschichte“ gezeigt, wie Thomas Mann den Komponisten Richard Wagner nannte. Zu sehen und zu hören sind inszenierte Klangräume und kostbare, selten gezeigte Leihgaben (Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, www.stadtmuseum-online.de). Roland Fischer. Zentrale Werke aus dem Schaffen des 1958 geborenen Künstlers zeigt die Pinakothek der Moderne (Barer Straße 29) bis 9. November, darunter Porträtserien der „Nonnen und Mönche“, Fotografien von Hochhausfassaden und Montagen der Innen- und Außenansichten französischer Kathedralen (www.pinakothek.de). Mark Manders. Die Räume des niederländischen Bildhauers und Documenta11-Teilnehmers Mark Manders wirken wie eine Begegnung mit Welt des Unterbewusstseins und des Traums. Dabei kombiniert der Künstler Möbelstücke oder Gefäße mit Ytong-Steinen und Holz. Im Zentrum der Ausstellung bis zum 2. November in der Pinakothek der Moderne (Barer Straße 29) steht Installation die „Stille Fabrik“ (www.pinakothek.de). Paris Daido Moriyama. Mehr als 200 Fotografien von Daido Moriyama zeigt die Fondation Cartier pour l'art contemporain (Boulevard Raspail 261) vom 31. Oktober bis zum 11. Januar 2004. Moriyama gilt als einer der bedeutendsten Fotografen Japans und dokumentiert in seinen Bildern das Aufeinanderprallen von Tradition und Realität in der Entwicklung seines Heimatlandes (www.fondation.cartier.fr). Washington D.C. Blues & Dreams: Celebrating the African-American Experience. Bis zum 30. November läuft in Washington DC eine Reihe von Veranstaltungen, die den Einfluss der afrikanisch-amerikanischen Kultur auf Kunst, Tanz, Musik, Theater, Geschichte und Literatur der US-Hauptstadt dokumentieren. Höhepunkte der Veranstaltungsreihe sind die Ausstellung „The Art of Romare Bearden“ in der National Gallery of Art sowie die Ausstellung „African-American Quilts“, außerdem beteiligen sich zahlreiche kulturelle Organisationen, Hotels und Restaurants mit themenbezogenen Vorträgen, Rundgängen, Tanz- und Theatervorstellungen, Packages und Menüs (www.washington.org).

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