Kunstmarkt: Wohltuende Kühlung

Kunstmarkt: Wohltuende Kühlung

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Ein Mann schaut das Gemälde "Zwei Liebespaare" von Gerhard Richter

Börsenturbulenzen und weltweite Finanzkrise werden 2008 dem heiß gelaufenen Kunstmarkt einen Dämpfer verpassen. Die Party ist erst mal vorbei.

Als Vorlage diente ihm ein Ausriss aus einer Zeitschrift. Zwei Pärchen, die ausgelassen am Strand turteln, betrachtet wie durch eine leicht unscharfe Brille, auf die Leinwand gebannt in fein abgestuften, leicht verwischten Grau-Tönen. Kurz nachdem Gerhard Richter das großformatige Ölgemälde fertiggestellt hatte, verkaufte er es an die Mutter des jetzigen Eigentümers. Viele Jahre hing das Bild als Dauerleihgabe im Lenbachhaus in München, jetzt soll es versteigert werden. Richters „Zwei Liebespaare“ von 1966 gehört zu den wichtigsten Arbeiten, die beim Auktionshaus Christie’s am 6. Februar in London unter den Hammer kommen. Auf deutlich mehr als zwölf Millionen Dollar ist die Arbeit des bald 76-jährigen Malerstars veranschlagt. „Das Interesse ist riesig“, sagt Christie’s-Deutschland-Chef Andreas Rumbler, „wir sind zuversichtlich, die obere Schätzgrenze sogar zu übertreffen.“

Damit wäre es das teuerste Werk eines zeitgenössischen deutschen Künstlers und würde den Rekord vom November 2007 nochmals übertrumpfen – damals bezahlte ein privater Sammler 11,2 Millionen Dollar für Richters Arbeit „Düsenjäger“. Auch für andere Spitzenwerke der Auktionstage Anfang Februar – etwa Francis Bacons „Triptychon 1974–77“, für das rund 40 Millionen Euro erwartet werden – rechnet Rumbler mit „starken und stabilen Ergebnissen“.

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Möglicherweise zum letzten Mal in nächster Zeit. Denn ob Galeristen oder Museumsdirektoren, Sammler oder Berater: Kunstmarktexperten gehen davon aus, dass infolge der weltweit schwelenden Finanzkrise, steigender Ölpreise, sinkender Dollar-Kurse und den jüngsten Börsenturbulenzen zumindest kurzfristig auch der Kunstmarkt einen Dämpfer erleben wird.

Zwar hatte sich das weltweite Geschäft mit der Kunst trotz der seit vergangenen Sommer wachsenden Unsicherheit an den Finanzmärkten im Spätherbst 2007 nochmals zu neuen Superlativen aufgeschwungen – Sotheby’s setzte allein in seiner Abendauktion vom 14. November 316 Millionen Dollar um, so viel wie nie in seiner 263-jährigen Geschichte. Und Konkurrent Christie’s war am Abend zuvor gar auf einen Umsatz von 325 Millionen Dollar gekommen – ebenfalls der höchste Tagesumsatz seit der Gründung des Auktionshauses im Jahr 1766. Ergebnisse, die beiden Konkurrenten 2007 Rekordumsätze von jeweils rund 6,2 Milliarden Dollar bescherten. Doch nach sieben Jahren Hausse in Folge, die den Kunstmarkt mit durchschnittlichen Preissteigerungen von 18 Prozent pro Jahr noch über das Niveau vor dem legendären Kunstcrash Anfang der Neunzigerjahre trieb, könnte die Party bald vorüber sein.

„Die Spekulationsblase am Kunstmarkt hat im November 2007 ihren Höhepunkt erreicht“, schreibt der Kunstmarkt-Datenbankdienst Artprice in seiner jüngsten Analyse. Die weltweit schwächelnde Wirtschaft werde den Kunstmarkt nicht verschonen, denn dieser sei nicht immun gegen signifikante Börsenturbulenzen. Schon der traditionelle Versteigerungsmarathon im Mai in New York könne „zum entscheidenden Wendepunkt“ werden. In jedem Fall aber werde wohl „2008 das Jahr der Korrektur“, sagt Artprice-Chefanalyst Pierre Capelle und prognostiziert „einen Preissturz von bis zu 20 Prozent in den kommenden Monaten“. Das bestätigt auch ein von Artprice neu entwickeltes Stimmungsbarometer, das die Erwartungen von 1000 Experten an die Entwicklung des Kunstmarkts misst. Die Prognose für die kommenden drei Monate: fallende Preise. Mit Blick auf den letzten Kunstmarkt-Crash 1990, als die Preise für Gemälde, Fotografien, Skulpturen und Installationen um bis zu 60 Prozent einbrachen, will Capelle selbst einen bis zu vier Jahre dauernden Abschwung nicht ausschließen, „gefolgt von einigen Jahren mit niedrigem Preisniveau“.

Besonders treffen könnte es den Bereich, der den Kunstmarkt zuletzt besonders befeuerte: die zeitgenössische Kunst. Vor allem um die Werke junger Künstler, deren mittelfristige Bedeutung für die Kunstgeschichte in den Sternen steht, rissen sich Galeristen und Sammler so sehr, dass manchen von ihnen kaum Zeit bleibt, in Ruhe ihren eigenen Stil zu entwickeln.

9,2 Milliarden Dollar und damit knapp die Hälfte des auf rund 20 Milliarden Dollar taxierten Kunstmarkts flossen allein 2007 in dieses Segment, ein Plus von knapp 44 Prozent im Vergleich zu 2006. Mehr als 1250-mal fiel im vergangenen Jahr der Auktionshammer bei Geboten jenseits der Millionen-Dollar-Grenze, 2006 passierte das nur 810-mal. Unter den Käufern fanden sich immer häufiger Investmentbanker oder Börsenspekulanten, die von ihren üppigen Boni und Kursgewinnen nicht mehr nur eine weitere Villa oder das nächste Luxus-Apartment, das vierte Prachtauto oder eine neue Yacht finanzieren wollten, sondern die Kunst entdeckten. „Einigen saß das Geld zu locker, viele dieser Preistreiber haben Kunst aus spekulativen Gründen gekauft und müssen jetzt ihre Wunden lecken“, sagt Kunstberater Helge Achenbach. „Der Turbo ist raus, eine kurzfristige Abkühlung tut ganz gut.“

Angedeutet hatte die sich schon länger. Auffällig oft waren zuletzt Bilder schon kurz nach dem Erwerb erneut auf Auktionen angeboten worden – in der Hoffnung auf schnelle Gewinne. Schauspieler Hugh Grant trennte sich im November 2007 von einem Liz-Taylor-Porträt Andy Warhols, 21 Millionen Dollar war dem Käufer das Bild wert – Grant hatte sechs Jahre zuvor 3,25 Millionen Dollar bezahlt. Aber auch mit Künstlern aus der zweiten Reihe ließ sich in kurzer Zeit guter Reibach machen: Das Gemälde „Children in Meeting“ des Chinesen Zhigang Tang kostete mit 225.000 Euro im März 2007 schon mehr als doppelt so viel wie im September 2006. Und „Reclining Figure of Jym“, ein Gemälde des Malers Frank Auerbach, war im Oktober 2003 für umgerechnet rund 50.000 Dollar zu haben – vier Jahre später hatte sich der Auktionspreis verneunfacht. Ein Modell, das auch im Niedrigpreissegment unter 10.000 Dollar funktionierte: Für Odilon Redons „Jeune Fille avec Chat et fleurs“, das Ende 2006 bei Christie’s in Paris 3200 Euro kostete, musste man drei Monate später bei Sotheby’s in London schon 9500 Euro berappen. „Le Tir Forain“ von André Lhote wechselte 2007 gar dreimal den Besitzer: erst bei einer Auktion in Limoges – für 8200 Euro, kurz darauf in London – für 12.580 Euro und dann in Versailles, für 20.000 Euro. „Eine Preiskorrektur könnte kommen“, sagt Henrik Hanstein, Chef des Kölner Auktionshauses Lempertz und Vizepräsident des europäischen Versteigererverbands. „Die überschäumende Party der Zeitgenossen in den letzten beiden Jahren wird in ein gepflegtes Dinner übergehen.“

Ein Blick auf die umsatzträchtigen New Yorker Herbst-Auktionen im November 2007 bestätigt das: Neben zahlreichen Auktionsrekorden für Künstler wie Jeff Koons, Gerhard Richter oder Francis Bacon waren zahlreiche Arbeiten liegen geblieben – weil sie entweder zu teuer angesetzt waren oder deren Qualität nicht den Erwartungen der Sammler entsprach (siehe WirtschaftWoche 47/2007). „Das mittlere Segment fällt zunehmend weg“, sagt Christina Schroeter-Herrel, Leiterin der Kunstberatung im Privatenkunden-Vermögensmanagement der Deutschen Bank. „Gesucht sind Spitzenstücke arrivierter Künstler.“

Was umgekehrt bedeutet: Wer langfristig denkt, kann wenig falsch machen – zumal in Zeiten schwacher Börsen. Nach einer Studie von Rachel Campbell, Finanzexpertin an der Universität Maastricht, die die Entwicklung verschiedene Anlageklassen zwischen 1976 und 2004 miteinander verglich, legte in Börsenbärenmärkten der Wert von Kunstwerken im Schnitt um immerhin knapp ein Prozent zu, während Aktien fast zehn Prozent einbüßten.

Ein wirkliches Massaker am Kunstmarkt, vergleichbar mit der Krise Anfang der Neunzigerjahre, als infolge des Börsenschocks von 1987 und der von Japan ausgehenden Wirtschaftskrise der Kunstmarkt um bis zu 60 Prozent einbrach, wird wohl ausbleiben. Denn trotz der jüngsten Börsenkrise sind viele Superreiche weiterhin auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten. Laut „Forbes“ haben allein die 400 reichsten Amerikaner ein Vermögen von mehr als eineinhalb Billionen Dollar angehäuft, das auch nach den Kurseinbrüchen nicht wirklich bedroht ist. Weltweit haben es rund 9,5 Millionen Menschen zum Dollar-Millionär gebracht, darunter immer mehr aus Lateinamerika, Russland oder Asien. Und die haben die Kunst nicht nur als sicheren Investitionshafen, sondern auch als Statusobjekt gerade erst entdeckt. „Wir werden von einer Krise nicht viel spüren“, sagt Peter Cohn von der Dan Galeria aus São Paulo, einer der führenden Händler für moderne Kunst aus Brasilien. „Hier ist in den letzten zwei Jahren durch die gute Stimmung an den Finanzmärkten eine neue Sammlergeneration entstanden. Junge Unternehmer beginnen, bedeutende Sammlungen aufbauen.“

Nicht nur in Brasilien. Im Februar ersteigerte der russische Stahl-Milliardär und Sammler Boris Ivanishvili das Bild „White Canoe“ von Peter Doig für 11,3 Millionen Dollar, das Siebenfache des Schätzpreises. In Peking haben sich in den vergangenen vier Jahren rund 150 Galerien angesiedelt, eine Auktion mit zeitgenössischer chinesischer Kunst bei Philips de Pury in Hongkong brachte 42,5 Millionen Dollar.

Doch selbst wenn sich die Begeisterung für junge Kunst aus Fernost legen sollte – die Sammellust asiatischer oder arabischer Milliardäre erstreckt sich auch auf andere Gebiete: Das erste bekannte, in Gold geschriebene Koranmanuskript aus dem Jahr 1203 erzielte vergangenen Oktober mit umgerechnet rund 1,7 Millionen Euro den dreifachen Wert der Höchsttaxe. Und die im Nahen Osten geplanten neuen Museen werden die Preise weiter nach oben treiben – zumindest die für erstklassige Kunst, etwa aus der Antike: 57 Millionen Dollar bot Anfang Dezember 2007 ein britischer Archäologe für eine acht Zentimeter kleine, 5000 Jahre alte Skulptur aus Kalkstein – wohl nicht für sich selbst. Die „Guennol Löwin“ stammt vermutlich aus dem heutigen Irak und ist nun die teuerste Skulptur der Welt.

„Auch Alte Meister sind wieder gefragt“, hat Martin Roth, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden festgestellt. „Man sollte nicht meinen, welche Schätze in Privatsammlungen sind.“ Einige kamen erst vor wenigen Tagen wieder in neue Hände – auf einer Sotheby’s-Auktion in New York wurden Zeichnungen Alter Meister für insgesamt 9,2 Millionen Dollar verkauft, Arbeiten von Fra Bartolommeo, Agostino Carracci, Giuseppe Cades, Marco Pino and Ventura Salimbeni erzielten neue Rekorde.

Die werden künftig vermehrt in den Randgebieten des Kunstmarkts fallen. Entdecken doch Sammler zunehmend, wie sicher und lukrativ ein Teil ihres Vermögens in historischen Uhren, Juwelen oder Wein angelegt ist. 2007 setzte Christie’s allein mit Uhren von Rolex, IWC oder Patek Philippe unerwartet 84 Millionen Dollar um. „Diese Sparten werden weiter an Gewicht gewinnen“, sagt Kunstmarktexpertin Schroeter-Herrel – nicht nur aus Gründen der Vermögensdiversifizierung. „Geld in Kunst anzulegen lohnt immer – wer sich mit den Künstlern und ihren Werken auseinandersetzt, erhält eine viel höhere Rendite als nur eine finanzielle.“

So hat sich etwa ein Londoner Private-Equity-Manager, der lieber anonym bleiben möchte, jüngst vorgenommen, dauerhaft in Kunst zu investieren – „jedes Jahr eine Arbeit“ -– vielleicht auch mal ein Bild der Maler-Ikone Gerhard Richter.

Der aber kann, spricht man ihn auf die jüngste Preisentwicklung seiner Arbeiten an, nur mit dem Kopf schütteln. „Ich“, sagt Richter, „würde für diese Beträge keine einzige meiner Arbeiten kaufen.“

Ein Blick auf die umsatzträchtigen New Yorker Herbst-Auktionen im November 2007 bestätigt das: Neben zahlreichen Auktionsrekorden für Künstler wie Jeff Koons, Gerhard Richter oder Francis Bacon waren zahlreiche Arbeiten liegen geblieben – weil sie entweder zu teuer angesetzt waren oder deren Qualität nicht den Erwartungen der Sammler entsprach (siehe WirtschaftWoche 47/2007). „Das mittlere Segment fällt zunehmend weg“, sagt Christina Schroeter-Herrel, Leiterin der Kunstberatung im Privatenkunden-Vermögensmanagement der Deutschen Bank. „Gesucht sind Spitzenstücke arrivierter Künstler.“

Was umgekehrt bedeutet: Wer langfristig denkt, kann wenig falsch machen – zumal in Zeiten schwacher Börsen. Nach einer Studie von Rachel Campbell, Finanzexpertin an der Universität Maastricht, die die Entwicklung verschiedene Anlageklassen zwischen 1976 und 2004 miteinander verglich, legte in Börsenbärenmärkten der Wert von Kunstwerken im Schnitt um immerhin knapp ein Prozent zu, während Aktien fast zehn Prozent einbüßten.

Ein wirkliches Massaker am Kunstmarkt, vergleichbar mit der Krise Anfang der Neunzigerjahre, als infolge des Börsenschocks von 1987 und der von Japan ausgehenden Wirtschaftskrise der Kunstmarkt um bis zu 60 Prozent einbrach, wird wohl ausbleiben. Denn trotz der jüngsten Börsenkrise sind viele Superreiche weiterhin auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten. Laut „Forbes“ haben allein die 400 reichsten Amerikaner ein Vermögen von mehr als eineinhalb Billionen Dollar angehäuft, das auch nach den Kurseinbrüchen nicht wirklich bedroht ist. Weltweit haben es rund 9,5 Millionen Menschen zum Dollar-Millionär gebracht, darunter immer mehr aus Lateinamerika, Russland oder Asien. Und die haben die Kunst nicht nur als sicheren Investitionshafen, sondern auch als Statusobjekt gerade erst entdeckt. „Wir werden von einer Krise nicht viel spüren“, sagt Peter Cohn von der Dan Galeria aus São Paulo, einer der führenden Händler für moderne Kunst aus Brasilien. „Hier ist in den letzten zwei Jahren durch die gute Stimmung an den Finanzmärkten eine neue Sammlergeneration entstanden. Junge Unternehmer beginnen, bedeutende Sammlungen aufbauen.“

Nicht nur in Brasilien. Im Februar ersteigerte der russische Stahl-Milliardär und Sammler Boris Ivanishvili das Bild „White Canoe“ von Peter Doig für 11,3 Millionen Dollar, das Siebenfache des Schätzpreises. In Peking haben sich in den vergangenen vier Jahren rund 150 Galerien angesiedelt, eine Auktion mit zeitgenössischer chinesischer Kunst bei Philips de Pury in Hongkong brachte 42,5 Millionen Dollar.

Doch selbst wenn sich die Begeisterung für junge Kunst aus Fernost legen sollte – die Sammellust asiatischer oder arabischer Milliardäre erstreckt sich auch auf andere Gebiete: Das erste bekannte, in Gold geschriebene Koranmanuskript aus dem Jahr 1203 erzielte vergangenen Oktober mit umgerechnet rund 1,7 Millionen Euro den dreifachen Wert der Höchsttaxe. Und die im Nahen Osten geplanten neuen Museen werden die Preise weiter nach oben treiben – zumindest die für erstklassige Kunst, etwa aus der Antike: 57 Millionen Dollar bot Anfang Dezember 2007 ein britischer Archäologe für eine acht Zentimeter kleine, 5000 Jahre alte Skulptur aus Kalkstein – wohl nicht für sich selbst. Die „Guennol Löwin“ stammt vermutlich aus dem heutigen Irak und ist nun die teuerste Skulptur der Welt.

„Auch Alte Meister sind wieder gefragt“, hat Martin Roth, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden festgestellt. „Man sollte nicht meinen, welche Schätze in Privatsammlungen sind.“ Einige kamen erst vor wenigen Tagen wieder in neue Hände – auf einer Sotheby’s-Auktion in New York wurden Zeichnungen Alter Meister für insgesamt 9,2 Millionen Dollar verkauft, Arbeiten von Fra Bartolommeo, Agostino Carracci, Giuseppe Cades, Marco Pino and Ventura Salimbeni erzielten neue Rekorde.

Die werden künftig vermehrt in den Randgebieten des Kunstmarkts fallen. Entdecken doch Sammler zunehmend, wie sicher und lukrativ ein Teil ihres Vermögens in historischen Uhren, Juwelen oder Wein angelegt ist. 2007 setzte Christie’s allein mit Uhren von Rolex, IWC oder Patek Philippe unerwartet 84 Millionen Dollar um. „Diese Sparten werden weiter an Gewicht gewinnen“, sagt Kunstmarktexpertin Schroeter-Herrel – nicht nur aus Gründen der Vermögensdiversifizierung. „Geld in Kunst anzulegen lohnt immer – wer sich mit den Künstlern und ihren Werken auseinandersetzt, erhält eine viel höhere Rendite als nur eine finanzielle.“

So hat sich etwa ein Londoner Private-Equity-Manager, der lieber anonym bleiben möchte, jüngst vorgenommen, dauerhaft in Kunst zu investieren – „jedes Jahr eine Arbeit“ -– vielleicht auch mal ein Bild der Maler-Ikone Gerhard Richter.

Der aber kann, spricht man ihn auf die jüngste Preisentwicklung seiner Arbeiten an, nur mit dem Kopf schütteln. „Ich“, sagt Richter, „würde für diese Beträge keine einzige meiner Arbeiten kaufen.“

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