Kunstsammlung und Inventar: Nachlass von Lehman Brothers unterm Hammer

Kunstsammlung und Inventar: Nachlass von Lehman Brothers unterm Hammer

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Die Zentrale der Investmentbank Lehman Brothers in New York (Archivfoto)

von Yvonne Esterházy

Der Erlös wird auf rund 13 Millionen Dollar geschätzt – im Hinblick auf den Gesamtschaden von 700 Milliarden Dollar ist das freilich nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Zwei Jahre nach dem spektakulären Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers, die als dunkelste Stunde der Finanzkrise gilt, werden in zwei aufsehenerregenden Auktionen in New York und London erstmals Teile der Kunstsammlung und des Inventars der Skandalbank versteigert. Schon jetzt gelten sie als Publikumsmagneten: „Das internationale Interesse an der Lehman-Versteigerung ist riesig. Wir erwarten am 29. September viele neue Kunden", so der Christie`s-Auktionator William Porter. Barry Gilbertson, Partner des Insolvenzverwalters PricewaterhouseCoopers, der für die Abwicklung der europäischen Lehman-Töchter zuständig ist, rechnet damit, dass viele Interessenten übers Internet mitsteigern werden und zieht bereits den Vergleich zur Versteigerung des Enron-Nachlasses vor sieben Jahren: „damals hatten wir Angebote aus 43 Ländern der Welt".

Gemälde machen den Anfang

Auftakt bildet am Samstag, 25. September in New York der Verkauf von 400 Werken aus der US-Zentrale der Bank durch Sotheby`s, die nach Schätzung des Auktionshauses über zehn Millionen Dollar erlösen dürfte. Dabei kommen unter anderem Gemälde der deutschen Künstler Gerhard Richter (400.000 bis 600.000 Dollar) und Neo Rauch (500.000 bis 700.000 Dollar) und des Briten Damien Hirst (800.000 bis 1,2 Millionen Dollar) unter den Hammer. Vier Tage später werden in London bei Christie`s 300 Lose – darunter auch eine Fotografie des deutschen Regisseurs Wim Wenders im Schätzwert von bis zu 15.000 Dollar – aus dem Nachlass der Lehman-Europazentrale im Londoner Finanzdistrikt Canary Wharf versteigert. Angeboten werden ferner eine Radierung von Lucien Freud für einen Schätzpreise von bis zu 18.000 Dollar und vier Drucke von Georg Baselitz, die jeweils bis zu 2300 Dollar einbringen sollen.

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Allerdings wird ein Foto der New Yorker Börse von Andreas Gursky mit dem Titel "New York Mercantile Exchange, 1991" wegen seines hohen künstlerischen Wertes von Christie`s erst im Oktober separat in einer Zeitgenossen-Auktion angeboten. Denn diesmal sollen vor allem Devotionalien wie antike Bücher, Stiche, Tintenfässer, Teedosen und das Schild mit dem Londoner Firmenlogo (Schätzpreis 1600–2300 Dollar), das an die Eröffnung des Gebäudes im Jahre 2004 durch den damaligen britischen Finanzminister Gordon Brown erinnert, verhökert werden. Bei Christie`s schätzt man den möglichen Gesamterlös der Versteigerung auf drei Millionen Dollar. Insgesamt könnten also rund 13 Millionen Dollar in die Kassen der Insolvenzverwalter fließen – „Peanuts" wenn man bedenkt, dass als Folge des Untergangs der Bank nach Angaben des US-Insolvenzverwalters Bryan Marsal Forderungen in Höhe von rund 700 Milliarden Dollar ausstehen dürften.

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