Länderüberblick: Deutschlands korrupte Wirtschaftspartner

Länderüberblick: Deutschlands korrupte Wirtschaftspartner

Das Wirtschaftswachstum dieser Länder ist beeindruckend, die Zahl der Korruptionsfälle ist es auch. Wie China, Russland, Brasilien, die Golfstaaten und Nigeria gegen unsaubere Geschäftspraktiken vorgehen und worauf deutsche Investoren achten sollten.

Russland: Firmen für einen einzigen Tag

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Konzerne wie Hewlett-Packard wurden in Rusland wegen unbewusster Korruption zu hohen Geldzahlungen verurteilt.

In Russland Geschäfte zu machen ist für international tätige Unternehmen nicht einfach. Die ausgedehnte Bürokratie führt zu einem Mangel an Transparenz in den Geschäftsbeziehungen und schafft ein fruchtbares Umfeld für Korruption und sogenannte „grey practices“. Die Grauzone zwischen Legalität und Illegalität im Geschäftsalltag entsteht durch finanzielle Mechanismen, hinter denen Korruption, Betrug und Veruntreuung stehen. So werden bei großen Aufträgen Ein-Tages-Firmen gegründet, über die Vermittler Schmiergelder zahlen und die sie nach der Auftragsgewinnung sofort wieder auflösen. So bleiben die Empfänger anonym.

Viele ausländische Unternehmen sind sich dieser häufig indirekten Verbindungen zur Bestechung nicht bewusst. Trotzdem kann dies zu strafrechtlicher Verfolgung führen, insbesondere vor dem Hintergrund der verschärften internationalen Gesetzeslage. Konzerne wie Hewlett-Packard oder Daimler sind wegen Bestechung in Russland zu empfindlichen Strafen verurteilt worden.

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Doch es gibt auch positive Entwicklungen: Russische Unternehmen setzen nach und nach höhere Standards durch. Das gilt vor allem für Branchen, die für ausländisches Kapital geöffnet und teils auch auf dieses angewiesen sind – etwa Finanzen und Konsumgüter. Auch der russische Präsident Dmitri Medwedew wirbt für einen Anti-Korruptions-Kurs. Unerlässlich für ausländische Unternehmen in Russland sind Compliance-Verantwortliche, die sich mit dem lokalen Umfeld und Geschäftspraktiken sehr gut auskennen.

China: Vorsicht vor roten Briefen

Gegen Korruption hart vorzugehen ist für die chinesische Regierung von strategischer Bedeutung. Erfolglosigkeit dabei würde ihrem Anspruch politischer Legitimität schaden. Dies zeigt zusammen mit internationalen Gesetzen Wirkung. In den USA gab es in der jüngsten Vergangenheit eine Reihe von Verhandlungen wegen Verstößen gegen den Foreign Corrupt Practices Act, die sich in China abgespielt hatten. Bislang sind nur wenige Fälle ans Licht gekommen, aber der Trend zur aktiven Korruptionsbekämpfung ist eindeutig. Nach Erfahrungen von Control Risks resultieren die meisten Betrugs- und Korruptionsfälle bei internationalen Firmen aus einem Mangel an Wachsamkeit beim mittleren Management und auf Vorstandsebene. Regelmäßige Compliance-Überprüfungen mit besonderem Blick auf Art und Honorierung von Beraterverträgen sind wichtig. Auch die Beziehungen ihrer Partner und Handelsvertreter zu Politik und Militär sollten Unternehmen in China gründlich und wiederholt unter die Lupe nehmen. Darüber hinaus ist bei Bewirtung und Gastfreundschaft Sorgfalt geboten. Hier sind sowohl für regionale als auch für internationale Mitarbeiter klare Richtlinien notwendig – beispielsweise Regeln zum Umgang mit Forderungen nach Hong Baos. Das sind zu Feiertagen übliche „rote Briefumschläge“, die Bargeld enthalten. Eine Firma sollte keine Geschenke verteilen, die die Empfängerseite zu einer Gegenleistung verpflichtet. Mal können 50, mal 100 Euro zu viel sein. Mitarbeiter sollten ihre Vorgesetzten oder Compliance-Beauftragten einschalten.

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