Landesbank-Bilanz: Kampf der WestLB gegen Windmühlen

Landesbank-Bilanz: Kampf der WestLB gegen Windmühlen

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Der Vorstandsvorsitzende der WestLB, Dietrich Voigtländer vor der Konzernzentrale in Düsseldorf

von Anke Henrich

Die angeschlagene WestLB müht sich redlich. In einigen Geschäftsbereichen war sie 2010 durchaus erfolgreich. Die Zahlen, die Chef Dietrich Voigtländer heute vorlegte, werden aber nichts daran ändern: Ende des Jahres ist Schluß mit der selbstständigen Landesbank. Und von dem, was kommt, hat auch der Chef nach eigener Aussage keine Ahnung.

Alles eine Frage der Sicht: Stolz verkündete Voigtländer für 2010 einen Vorsteuergewinn der WestLB Kernbank von 446 Millionen Euro in der Düsseldorfer Bilanzpressekonferenz. Das ist mehr als das Dreifache im Vergleich zum Vorjahr. Nur, dass die WestLB eben nicht einzig aus ihrer Kernbank besteht. Der gesamte Bankkonzern verbuchte 2010 einen Verlust von 240 Millionen Euro. 2009 waren es noch 531 Millionen Euro gewesen. Grund für die Verluste seien laut Voigtänder vor allem die Kosten für den von der EU erzwungenen Umbau des Konzerns, der Kosten in Höhe von 238 Millionen Euro verursachte. Die WestLB-Bilanzsumme lag Ende 2010 bei 191,5 Milliarden Euro.

Die Erträge kommen gut gestreut aus den die vier Kundengruppen der Bank: Aus dem Geschäft mit den Sparkassenkunden 19 Prozent, die Sparkassen selbst als Kunden brachten 24 Prozent, Mittelstandskunden lieferten 23 Prozent, die öffentlichen Kunden steuerten mit 34 Prozent den größten Anteil bei.

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Die Kernkapitalquote hat die Bank auf 11,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Darin verrechnet sind aber auch die drei Milliarden Euro, die der staatliche Rettungsfonds Soffin an die Bank in Not als stille Einlage überwies. Ob sie da auch hingehören, ist nicht unumstritten.

 „Die WestLB hat 2010 bewiesen, dass ihr Geschäftsmodell funktioniert“, erklärte der Bankchef. Es wird ihm im Kampf gegen die Aufspaltung nur wenig helfen. Auf Befehl der EU muss die Bank bis Ende des Jahres in eine neue Organisationsform unter einem anderem Eigentümer übergehen und kleiner werden.

Noch immer drei Modelle möglich

Diese Optionen gibt es auch weiterhin: Die Bank verkleinert ihre Bilanzsumme, trennt sich wie geplant von der Immobilientochter WestImmo und der Readybank. Sie bliebe aber als Bank mit  vier Teilbereichen  in der von der EU anvisierten Größenordnung erhalten. Soweit der Plan des WestLB-Vorstands, der in Brüssel als aussichtslos gilt.

Option Nummer 2 ist der Komplettverkauf an einen Investor. Wenn überhaupt einer der beiden verbliebenen Interessenten ernst macht, dann vermutlich zu einem Preis wie geschenkt und um die Bank anschließend zu filetieren.

Option Nummer 3 ist aus aktuell die wahrscheinlichste: Die Landesbank wird ausgebaut zu einer variabel andockbaren Verbundbank für den Sparkassensektor.

Ob denn Voigtländer grundsätzlich an Bord bliebe, wurde er gefragt. Seine Antwort: Jede sinnvolle Variante trügen er und seine Vorstandskollegen mit . Den anwesenden Finanzchef Frank Niehaus wohl ausgenommen – der hat schon gekündigt.

Noch immer ist der Beihilfestreit um die WestLB ungeklärt. Die Landesbank hatte in den ersten vier Monaten 2010 ein großes Paket an Schrottpapieren und weiterem Ballast in eine Abwicklungsanstalt - die erste „Bad Bank“ Deutschlands - ausgelagert. Dabei gab es nach Auffassung der EU erneut eine milliardenschwere Beihilfe. Deshalb wurde ein neuer Sanierungsplan für die WestLB angefordert, über den in Brüssel nun in den kommenden Monaten entschieden werden soll.

Die WestLB war in der Finanzmarktkrise von ihren Eigentümern - dem Land Nordrhein-Westfalen und den NRW-Sparkassen mit Garantien in Milliardenhöhe gestützt worden.

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