Landesbank: LBBW-Chef sieht Risiko, dass Finanzkrise auf Realwirtschaft übergreift

Landesbank: LBBW-Chef sieht Risiko, dass Finanzkrise auf Realwirtschaft übergreift

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LBBW-Vorstandsvorsitzende Siegfried Jaschinski

Die Finanzkrise hat auch bei der LBBW in den ersten drei Monaten 2008 zu weiteren Wertminderungen geführt. „Die Indices sind zwischen Januar und März weiter gefallen und das beeinflusst auch den Wert unseres Portfolios“, sagt LBBW-Chef Siegfried Jaschinski in einem Interview mit der WirtschaftsWoche.

„Die Märkte schwanken derzeit so sehr, dass Banken, die davon betroffen sind, im Prinzip jeden Tag neue Wasserstandsmeldungen geben können.  Er sieht zudem die Gefahr, dass die Schwierigkeiten an den Märkten auf die Realwirtschaft übergreifen. „Das Risiko, dass es dazu kommt, wird nicht gerade kleiner“, sagt er. Die ersten Auswirkungen seien heute schon zu sehen.

„Große Finanzierungen sind nur schwer möglich. Wenn diese Situation lange anhält, wird das auch Einfluss auf die Konjunktur haben müssen“, weil auch Mittelständler von den großen Investitionen leben würden. Für den Fall, dass es dazu kommt, sollte nach Meinung Jaschinskis, von Seiten des Staates eingegriffen werden. Die amerikanische Notenbank akzeptiere schon jetzt Anleihen mit einer entsprechenden Komplexität für Wertpapierpensionsgeschäfte“, um den Markt zu stabilisieren. Ähnlich agiere die EZB. „Ich kann mir vorstellen, dass das in einem größeren Umfang stattfinden muss.“

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Um die Realwirtschaft zu schützen, müsse die Pleite einer Bank in jedem Fall verhindert werden. Die Banken seien untereinander vernetzt, so dass die Pleite eines mittelgroßen Instituts auch große Löcher bei anderen Banken reißen könne. „Dann gäbe es auf einmal nur eine eingeschränkte Kreditvergabe in Deutschland – und damit eine Entwicklung, die keiner von uns haben möchte.“

Eine Konsolidierungswelle unter den Landesbanken, mit der Folge, dass nur ein oder zwei Institute übrig bleiben, hält Jaschinski nur für bedingt sinnvoll. Die Gemeinsamkeiten der Landesbanken reduzierten sich im Wesentlichen auf die Eigentümerstruktur und die Sparkassenzentralbankfunktion. „In den meisten anderen Geschäftsfeldern sind die Banken sehr unterschiedlich, so dass Zusammenschlüsse nicht unbedingt etwas bringen.“

Eine Fusion von LBBW und BayernLB dagegen schloss er nicht aus. „Grundsätzlich sind wir immer gesprächsbereit“. In diesem Jahr kämen weitere Fusionen für die LBBW allerdings nicht in Frage.

Er denkt ebenfalls nicht, dass die Zukunft der Landesbanken in Fusionen mit Sparkassen liegt. „Ich glaube, dass dieses Thema nur dann angegangen wird, wenn sich eine Sparkasse in einer absoluten Notlage befindet“, sagt Jaschinski.

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