Landesbanken: BayernLB will die Tochter SaarLB verkaufen

Landesbanken: BayernLB will die Tochter SaarLB verkaufen

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Die Eigentümer müssen für die Verlustrisiken der BayernLB bürgen

Erste Details zum geplanten Konzernumbau: Die bayerische Landesbank prüft den Verkauf der profitablen Tochter SaarLB. Die Kritik an den Rettungsplänen reißt aber nicht ab.

Nach dem gestern angekündigten dramatischen Personalabbau werden weitere Pläne zum Konzernumbau bei der angeschlagenen BayernLB bekannt. Die Landesbank prüft nun den Verkauf ihrer Tochter SaarLB. Das berichtete das „Handelsblatt“ unter Berufung auf das Umfeld des Vorstands. „Die SaarLB zählt eigentlich nicht zum Kerngeschäft der BayernLB“, zitierte die Zeitung eine Person aus Bankkreisen.

Die BayernLB hatte gestern bekannt gegeben, 5600 Stellen abzubauen, ihr Auslandsgeschäft massiv einzuschränken und das Geschäftsmodell anzupassen. Die SaarLB schrieb im vergangenen Jahr schwarze Zahlen und expandierte insbesondere in Frankreich. Sie beschäftigt rund 660 Mitarbeiter und hat eine Bilanzsumme von 20 Milliarden Euro. Seit 2002 hält die BayernLB die Mehrheit an dem Saarbrücker Institut, die nun zum verkauf stehen  könnte. Bei der BayernLB war keine Stellungnahme zu erhalten.

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Landesregierung will Haushalt retten

Der Vorsitzende der bayerischen CSU-Landtagsfraktion, Georg Schmidt, betonte unterdessen, dass der beschlossene Landesetat nicht durch die Unterstützung für die BayernLB belastet werde. „Wir wollen weiterhin einen ausgeglichenen Haushalt fahren“, sagte Schmidt im Deutschlandfunk.

Die bayerische Landesregierung kann dieses Ziel aber nur über Bilanzierungsakrobatik erreichen. Das Kabinett brachte den geplanten Zuschuss von zehn Milliarden Euro heute auf den Weg. Dazu wurde ein Nachtragshaushalt für das laufende Jahr beschlossen, der die Aufnahme neuer Schulden in dieser Höhe erlaubt. Die zehn Milliarden Euro sollen dann nach den Plänen der Landesregierung in einem „Sonderkapitel“ des Haushalts verbucht werden. So soll der allgemeine Haushalt offiziell nicht belastet werden. Der Landtag muss dem Nachtragshaushalt noch zustimmen.

Das Rettungskonzept für die angeschlagene Bayerische Landesbank trifft bei Experten auf scharfe Kritik. „Hier wird das Geld der Steuerzahler nicht effizient, nicht sinnvoll eingesetzt“, sagte der Finanzwissenschaftler Wolfgang Gerke. Statt erneut ein Einzelkonzept zu verfolgen, sei nun „die Stunde da, Landesbanken zusammenzuschließen“. Eine Vielzahl von Landesbanken sei nicht nötig, um deren eigentliche Aufgaben zu erfüllen. Diese bestünden darin, für Sparkassen Dienstleistungen zu erbringen. Stattdessen seien die Landesbanken häufig als „verlängerter Arm der Politik“ genutzt worden, um mit riskanten Geschäften für die Länder hohe Renditen zu erwirtschaften. Dies sei nicht nur in Sachsen, sondern auch in Bayern schief gegangen, sagte der Präsident des Bayerischen Finanzzentrums.

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