Landesbanken: Der Untergang der WestLB

Landesbanken: Der Untergang der WestLB

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WestLB

von Anke Henrich

Als die unheimliche Macht an Rhein und Ruhr galt die Westdeutsche Landesbank seit ihrer Gründung 1969. Eine Chronik.

Ob SPD- oder CDU-regiert, allen Ministerpräsidenten erwiesen sich die Vorstände als dienstbare Finanzierer der gewünschten Wirtschaftspolitik, teilen sich doch Land und Sparkassenverbände die Eigentümerschaft. Und wie's drinnen aussieht ging niemanden etwas an.

Doch im Jahr 2007 wurde der Untergang öffentlich sichtbar. Mitarbeiter hatten sich bei komplizierten Aktiengeschäften verzockt, die Staatsanwaltschaft rückte an – nicht zum letzten Mal. Zugleich begann die weltweite Finanzkrise: Auch die WestLB findet amerikanische, mangelhaft besicherte Immobilienkredite und andere vergiftete Papiere in ihrem Portfolio. Von da an geben sich neue Vorstandsvorsitzende die Klinke in die Hand. Bis 2009 wird die Bank zu einem Pflegefall, Milliardenlöcher drohen, deren konkrete Höhe kaum zu beziffern ist, weil der Markt für viele Vermögenswerte zusammengebrochen ist.

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Land und Sparkassen als Eigentümer springen mit Milliardengarantien ein, die die EU in Brüssel auf den Plan rufen. Sie befürchtet Wettbewerbsverzerrung und die staatliche Subvention einer Bank ohne überlebensfähiges Geschäftsmodell.

Brüssel macht den einst so selbstbewussten Düsseldorfern harte Vorgaben: Die EU billigt den so genannten Risikoschirm – die Garantien – nur, wenn die Bank ein neues Kerngeschäftsmodell vorlegen kann, strategisch nicht mehr vorgesehene Geschäftsbereiche verkauft, ihre Bilanzsumme und ihre Risikoaktiva so halbiert und im In- und Ausland Niederlassungen schließt.

Das Institut wird zum Spielball zwischen Brüssel und Berlin, denn durch die Bitte um Hilfe auch durch den nationalen Bankenrettungsfonds Soffin redet nun auch der Finanzminister mit.

Als erste deutsche Bank lagert die WestLB folglich ihre unerwünschten Papiere und Beteiligungen in eine so genannte Bad Bank aus: Zum Stichtag 31. Dezember 2009 in einem Buchwert von 77 Milliarden Euro, versehen mit Garantien der Alteigentümer. Am Rhein wird Hausputz gemacht, denn die WestLB muss nach dem Willen der EU bis Ende 2011 einen Käufer oder Fusionspartner im Landesbanksektor finden. Die Zeit drängt, nun soll es der ehemalige CDU-Politiker und jetzige Wirtschaftsanwalt Friedrich Merz als Treuhänder richten.

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