Landesbanken: Ex-Bayern-LB-Chef streitet Vorwürfe bei HGAA-Kauf ab

Landesbanken: Ex-Bayern-LB-Chef streitet Vorwürfe bei HGAA-Kauf ab

Für die BayernLB hat sich der Kauf der österreichischen Landesbank Hypo Group Alpe Adria im Jahr 2007 zum Debakel entwickelt. Ex-Vorstandschef Werner Schmidt weist nun die Vorwürfe über einen überhöhten Kaufpreis zurück - der Kauf sei kein Alleingang gewesen.

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Zentrale der BayernLB in München

Im Debakel um die BayernLB hat Ex-Vorstandschef Werner Schmidt Vorwürfe wegen eines überhöhten Preises beim Kauf der österreichischen Bank Hypo Alpe Adria (HGAA) zurückgewiesen. Zugleich verwies er in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ auf die Verantwortung seiner ehemaligen Vorstandskollegen und Verwaltungsräte in der Landesbank, die den Kaufpreis billigten, gegen die aber nicht ermittelt wird. „An der Preisfindung für die Hypo Alpe Adria haben gut 100 Personen mitgerechnet“, betonte Schmidt über seinen Verteidiger.

HGAA hatte oft negative Schlagzeilen

Die „Süddeutsche Zeitung“ (“SZ“) berichtete in ihrer Wochenendausgabe über diverse Hinweise, anhand derer Unstimmigkeiten bei der Bank vor dem Kauf hätten erkannt werden können. „Kein anderes Bankinstitut in Österreich hatte im Zeitraum der letzten fünf Jahre so häufig negative Schlagzeilen“, zitiert die „SZ“ auf dem Bericht einer Wiener Untersuchungskommission, die Österreichs Banken durchleuchtet hatte. Über Jahre habe sich auch die Österreichische Nationalbank (OeNB) intensiv mit dem Kärntner Geldhaus befasst. In den Prüfberichten sei immer wieder von „fehlender Konzernsteuerung“, „falschen Bewertungen der Hypotheken im Ausland“, „falschen Sicherheits - und Bonitätsdarstellungen“ die Rede gewesen.

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Ex-Vorstand Schmidt betonte in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (“FAS“): „Kein Vorstandsvorsitzender kauft im Alleingang eine Bank. Der gesamte Vorstand und der Verwaltungsrat treffen derartige Entscheidungen.“ Diese Gremien hätten den Kaufpreis von 1,6 Milliarden Euro gebilligt. „Der Verwaltungsrat hatte dem Vorstand der BayernLB ein Preislimit gesetzt. Ich war damals noch zufrieden, dass der Kaufpreis für die Hypo Alpe Adria unter diesem Limit geblieben ist.“ Im Verwaltungsrat der Landesbank saßen Vertreter der bayerischen Staatsregierung und der bayerischen Sparkassen. Der Fehlkauf der Hypo Alpe Adria hat die bayerischen Steuerzahler 3,7 Milliarden Euro gekostet.

Keine unlauteren Absprachen

Es habe keine unlauteren Absprachen mit dem Investor Tilo Berlin gegeben, betonte Schmidt weiter. Berlin, den Schmidt aus gemeinsamen Zeiten bei der Landesbank Baden-Württemberg kannte, hatte der BayernLB ein Paket von 25 Prozent und einer Aktie an der HGAA verkauft. Zuvor hatte er mit Hilfe von Wirtschaftsprüfern eine eigene Due Diligence durchführen lassen - das Ergebnis war laut dem „SZ“- Bericht ernüchternd. „Wir können nicht ausschließen, dass im Rahmen unserer Arbeiten nicht alle risikobehafteten Sachverhalte, die bei einer unbeschränkten Untersuchung zu Tage getreten wären, aufgedeckt wurden (...) Zugang zu Tochtergesellschaften hatten wir nicht (...) Abschließend möchten wir noch auf das hohe Maß an unzureichenden Informationen in den Bereichen Steuern, Immobilien und Personal hinweisen“, zitiert die „SZ“ aus dem Bericht der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young.

Dennoch wurde das Geschäft vorangetrieben. Berlin erwarb das Paket teilweise mit Hilfe eines Kredits der BayernLB. „Dieser Kredit war höchst sinnvoll“, erklärte Schmidt in der „F.A.S“. Berlin habe seine Finanzierung bis zu einem bestimmten Zeitpunkt gesichert, es zeichnete sich aber eine Verzögerung des Geschäfts ab. Deshalb sei die BayernLB eingesprungen. „Es galt zu verhindern, dass ein anderer Kreditgeber Zugriff auf Anteile der Hypo Alpe Adria erhält.“ Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Schmidt wegen des Verdachts der Untreue. Bei einer Razzia in seinen Privatanwesen und bei der BayernLB hatten die Ermittler im Herbst Unterlagen sichergestellt, die derzeit ausgewertet werden. In einem Untersuchungsausschuss im Landtag sollen frühere Bank-Manager voraussichtlich unter Eid aussagen, wie der Kauf der HGAA abgelaufen war.

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