Landesbanken: Heinz Hilgert ist neuer Chef der WestLB

Landesbanken: Heinz Hilgert ist neuer Chef der WestLB

Bild vergrößern

Neuer WestLB-Chef: Heinz Hilgert

Der Bankmanager Heinz Hilgert wird neuer Vorstandsvorsitzender der angeschlagenen WestLB. Der Aufsichtsrat habe den 54-Jährigen einstimmig zum Nachfolger von Alexander Stuhlmann ernannt, teilte die Bank heute in Düsseldorf mit. Stuhlmann hatte im Sommer vergangenen Jahres die Spitzenposition bei der WestLB für den begrenzten Zeitraum von etwa einem Jahr übernommen.

Hilgert soll das neue Amt am 1. Mai übernehmen. Der künftige WestLB-Chef war bis Anfang Oktober 2007 stellvertretender Vorstandschef der Frankfurter DZ Bank. Hilgert studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Duisburg und startete seine Karriere 1979 bei der Chase Manhattan Bank. Später war er bei den Privatbanken Trinkaus & Burkhardt und Sal. Oppenheim tätig. 1996 wechselte Hilgert, der als ein Allroundbanker gilt, in den genossenschaftlichen Finanzverbund.

Der scheidende WestLB-Chef Stuhlmann legt morgen die Konzernbilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Die WestLB hatte im Januar einen Verlust von etwa einer Milliarde Euro und zusätzlich Abschreibungen in gleicher Größenordnung angekündigt. Aktuelle Angaben der Bank zu ihrem Jahresabschluss 2007 gibt es nicht.

Anzeige

Die WestLB war durch Fehlspekulationen und die internationale Finanzmarktkrise im vergangenen Jahr in die Verlustzone gerutscht. Die WestLB-Eigentümer hatten sich nach einer Partnerbank umgeschaut. Fusionsbestrebungen mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) wurde wegen Bedenken im Heleba-Eigentümerkreis nicht weiter verfolgt. Der Düsseldorfer Bankkonzern erhält von seinen Eigentümern eine Risikoabschirmung von bis zu 5 Milliarden Euro.

Um die WestLB von Risiken im Wertpapiergeschäft zu entlasten, werden Papiere in einem Volumen von etwa 23 Milliarden Euro in einer Zweckgesellschaft außerhalb des Instituts gebündelt. Entstehen durch diese Wertpapiere Verluste, springen die Eigentümer entsprechend ihrer WestLB-Anteile mit bis zu zwei Milliarden Euro ein. Weitergehende Verluste von bis zu drei Milliarden Euro werden vom Land Nordrhein-Westfalen getragen, das in dem Fall aber auch WestLB-Aktien anderer Eigentümer erhält.

Größter Einzelaktionär der WestLB ist das Land Nordrhein-Westfalen mit direkt und indirekt rund 38 Prozent. Die Sparkassenverbände halten zusammen gut 50 Prozent. Der Rest ist in Besitz der kommunalen Landschaftsverbände in NRW. Neben den WestLB-Eigentümer soll auch die Belegschaft einen Betrag zur Rettung der Bank leisten: Von den bisher konzernweit 5900 Arbeitsplätzen sollen bis zu 1500 gestrichen werden.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%