Landesbanken: HSH-Spitze gerät durch neue Enthüllungen unter Druck

Landesbanken: HSH-Spitze gerät durch neue Enthüllungen unter Druck

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Das Logo der HSH Nordbank am Eingangsbereich der Bank in Kiel

Neue Enthüllungen um die angeschlagene HSH Nordbank: Einem Medienbericht zufolge soll der HSH-Vorstand verlustreiche Geschäfte gegen den Rat des hauseigenen Risikomanagements genehmigt und vor den Finanzaufsicht teils verheimlicht haben.

Der Vorstand der HSH-Nordbank hat nach einem Bericht von „NDR Info“ verlustreiche Geschäfte der Londoner Niederlassung selbst genehmigt. Bei den riskanten Investments mit der Bezeichnung „Omega“ geht es um Kreditersatzgeschäfte, die der Bank einen vorläufigen Schaden von 500 Millionen Euro eingebrockt haben.

Laut „NDR Info“ haben unter anderem der jetzige HSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher sowie sein Stellvertreter Peter Rieck den entsprechenden Antrag für dieses Geschäft unterschrieben. Der Sender beruft sich dabei auf ihm vorliegende Dokumente. 

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Zuvor habe das bankeigene Risikomanagement ausdrücklich auf Gefahren hingewiesen. So sei „der Zeitrahmen für die Begutachtung außerordentlich eng und mit Hinblick auf die Komplexität und die betreffende Summe unangemessen kurz“ gewesen. Außerdem hielten die Risikoexperten es für möglich, dass die Aufsichtsbehörde BaFin das Geschäft nicht genehmigen werde. Deshalb habe die HSH entscheidende Teile des Omega-Geschäfts offenbar vor der Finanzaufsicht verheimlicht. Das legten ein „NDR Info“ vorliegender Brief der HSH sowie interne E-Mails nahe.

Ende 2007 benötigte die HSH nach Darstellung von NDR Info dringend frei verfügbares Geld. Die HSH wollte Immobilienpapiere zu einem Ramschpreis verkaufen. Die französische BNP Paribas willigte nach langer Suche ein - unter einer Bedingung: Die HSH sollte von der französischen Großbank riskante Papiere aus deren Firma Omega Capital Funding übernehmen. In der Not unterschrieb die HSH-Spitze den Deal. Laut NDR-Info wurde in den Dokumenten bereits darauf hingewiesen, dass die Banken-Aufsichtsbehörde BaFin das Geschäft nicht akzeptieren könnte. Die HSH Nordbank versuchte daher, die Übernahme der Risiken zu verheimlichen und gab der BaFin nur bekannt, dass sie selbst Risiken abgegeben habe.

Ein HSH-Sprecher wies die Vorwürfe des NDR heute  zurück. Bereits im Juni habe die Kanzlei Freshfields den Deal überprüft, der einen Verlust von 500 Millionen Euro einbrachte, sagte der Bank-Sprecher der Nachrichtenagentur AP. Aufsichtsratschef Hilmar Kopper aber habe dem Vorstandschef Nonnenmacher auch nach der Überprüfung „uneingeschränkt“ sein Vertrauen ausgesprochen. Der Aufsichtsrat habe damals „übereinstimmend Nonnenmacher gebeten, der Bank langfristig als Vorstandsvorsitzender zur Verfügung zu stehen“.

Bei dem Omega-Geschäft handelt es sich um eine bekannte Transaktion aus dem Jahr 2007, die vollständig im Geschäftsbericht 2008 verarbeitet und über die wiederholt in den Medien berichtet wurde. Die Abschreibungen von 500 Millionen Euro sind im Jahresabschluss für das vergangene Jahr enthalten. Dabei handelt es sich um eine Wertberichtigung. Falls die Wertpapiere wieder im Preis steigen, kann der endgültige Schaden geringer ausfallen. Das Jahr endete für die HSH Nordbank mit einem Verlust von 2,8 Milliarden Euro.

HSH erhält zwei neue Vorstände

Bei einer Sondersitzung des Aufsichtsrat in etwa drei Woche sollen zwei neue Vorstände berufen werden, heißt es aus Kreisen der Bank. Nonnenmacher soll so entlastet werden. Er gilt vor allem bei der FDP in Schleswig-Holstein als umstritten. Die Partei drängt nach der Landtagswahl bei der Bildung der neuen Regierung mit der CDU darauf, den HSH-Chef auszuwechseln. Die HSH gehört vor allem den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein.

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