Landesbanken: Hypo Alpe Adria wirft weiter lange Schatten auf BayernLB

KommentarLandesbanken: Hypo Alpe Adria wirft weiter lange Schatten auf BayernLB

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Der vorläufige Vorstandsvorsitzende der BayernLB, Stefan Ermisch

Die Skandalgeschichte um ihre ehemalige Tochter HGAA ist für die BayernLB noch nicht zu Ende. Die wichtigsten Fragen sind unbeantwortet. Ob das Münchner Institut noch eine Zukunft hat, ist ebenso unklar.

Ein „gutes Kundengeschäft“ attestiert sich die Bayern LB heute selbst und legt als Beleg dafür ein positives operatives Ergebnis vor. Doch die bescheidenen Erfolgsmeldungen sind kaum mehr als eine Randnotiz, die aber immerhin belegt, dass das Institut nicht komplett tot ist. Auf der Bank lastet immer noch der lange Schatten ihrer ehemaligen Tochter Hypo Group Alpe Adria. Die BayernLB hatte die Kärntner Bank 2007 gekauft und im Dezember für einen Euro an den österreichischen Staat abgestoßen. Mit 3,3 Milliarden Euro belastet das Ende des kurzfristigen Abenteuers das Münchner Institut und damit den Steuerzahler. Satte 2,6 Milliarden Euro Verlust muss die BayernLB 2009 verbuchen, wie aus der heute vorgestellten Jahresbilanz ersichtlich ist (Details dazu hier).

Doch das Kapitel Hypo Alpe Adria lässt die BayernLB noch nicht hinter sich. Die Skandalgeschichte zwischen Hochfinanzthriller und Posse aus dem Theaterstadl beschäftigt weiter die Staatsanwälte in Österreich und Bayern. Seit Monaten gehen sie der Frage nach, wie es den Verkäufern um den verstorbenen Landeshauptmann Jörg Haider und den Investor Tilo Berlin gelingen konnte, ein schon vor der Finanzkrise marodes Institut zum Höchstpreis nach München zu verkaufen. Sind die Bayern-LB-Manager wirklich nur auf das damalige Zauberwort „Osteuropa“ hereingefallen oder steckte mehr dahinter?

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Auch neue Berichte können diese Fragen nicht klären. Das österreichische Magazin „News“ zitierte vor wenigen Tagen eifrig aus den Akten der Staatsanwaltschaft, belegte damit aber eigentlich nur noch einmal, wie desolat der Zustand der HGAA beim Verkauf war. Der „Stern“ berichtet heute über frühzeitige Warnungen, die jedoch in beispielloser Weise ignoriert wurden und zu dem völlig ungewöhnlichen Ergebnis führten, dass die Bayern LB die HGAA ohne jedes Recht auf Nachverhandlungen kaufte.

Milliarden verloren, Millionen verdient

All das sind Indizien dafür, dass es Absprachen zwischen den Beteiligten gab, mit denen einige von ihnen Millionen verdienten. Aber eben nur Indizien.  

Hinter ihnen tritt die Frage zurück, ob die Bayern LB überhaupt eine Zukunft hat. Die Bank verweist heute vor allem auf ihre Erfolge im Mittelstandgeschäft. Hier soll ihre Zukunft liegen, hier will sie ihre Aktivitäten ausbauen, doch leicht wird das nicht. Beobachter verweisen darauf, dass der Bank auf dem Heimatmarkt die Expertise und ein Netzwerk mit regionalen Standorten fehlen wie es etwa die Landesbank Baden-Württemberg mit ihrer Tochter BW-Bank besitzt. Dass die Bayern LB zudem Auslandsstandorte schließen muss, ist bei dieser Strategie nicht gerade hilfreich. Mittelständler international zu begleiten, wäre ein Geschäft, für das tatsächlich Bedarf vorhanden wäre. Zudem muss die Bank ihre Bilanz verkleinern und wird im Zuge der internationalen Regulierung mehr Kapital brauchen. Dass sie jetzt ein Füllhorn von Krediten über dem darbenden Mittelstand ausschüttet, ist jedenfalls nicht zu erwarten.

In wenigen Tagen fängt in München der neue Vorstandschef Gerd Häusler an. Von seinem Vorgänger Michael Kemmer hat er eine Herkulesaufgabe übernommen. Darüber macht sich niemand Illusionen. "Herkules" heißt schließlich auch das Zukunftsprogramm der Bank

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