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Landesbanken: Koppers Dilemma bei der HSH Nordbank

von Cornelius Welp

HSH-Chef Jens Nonnenmacher ist eigentlich nicht mehr zu halten. Doch sein Aufsichtsratschef kann nicht ohne ihn.

WirtschaftsWoche-Redakteur Cornelius Welp
WirtschaftsWoche-Redakteur Cornelius Welp
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Sicher hatte sich der habilitierte Mathematiker Dirk Jens Nonnenmacher alles mal ganz anders vorgestellt, als er im April 2007 seinen Job als Controller bei der DZ Bank aufgab, um als Finanzvorstand zur HSH Nordbank zu wechseln. Mit Christopher Flowers hatte das Institut als erste Landesbank einen privaten Investor an Bord genommen und den Börsengang zum Nahziel erklärt. Die Aufgabe schien reizvoll für den Mann mit der sturmfesten Gelfrisur.  

Bekanntlich kam schon bald alles ganz anders. Die Bank musste mit Milliarden vor dem Untergang bewahrt werden, Nonnenmacher den Chefposten übernehmen. Eine glückliche Figur macht er dort nicht. Keine andere Bank sorgt derzeit so verlässlich für Negativschlagzeilen wie die HSH.

Erst erhält Nonnenmacher trotz der Milliardenverluste der HSH einen zwar zulässigen, aber doch fragwürdigen Bleibebonus in Millionenhöhe. Dann soll die HSH ohne Not Millionen an die Investmentbank Goldman Sachs überwiesen haben, weshalb nun die Staatsanwaltschaft gegen Nonnemacher ermittelt. Nun soll er auch noch riskante Geschäfte an der BaFin vorbei geschleust haben, die schließlich zu Milliardenverlusten führten.  

Kein glaubhafter Neubeginn

Zugegeben, Nonnenmacher hat es nicht leicht. Seit Monaten sucht die HSH vergeblich nach mehreren Vorständen, Nonnenmacher muss gleich drei Jobs auf einmal erledigen. Durch die Vielfachbelastung kann er sich zu wenig um die für Landesbanken eminent wichtige Beziehungspflege zu den nicht gerade pflegeleichten Eigentümern kümmern. Doch er ist längst zur Belastung geworden. Einen glaubhaften Neuanfang kann er kaum verkörpern. Sein Rücktritt oder seine Entlassung wären unter normalen Umständen längst überfällig.

Doch die Umstände sind nicht normal. Nonnenmacher kennt sich aus in den komplexen Finanzkonstruktionen der HSH, der Aufsichtsratschef Hilmar Kopper hat sein eigenes Schicksal eng mit dem des Vorstandsvorsitzenden verknüpft. Ginge Nonnenmacher, wäre die Landesbank mitten in der Krise führungslos. Kopper steht deshalb vor einem kaum lösbaren Dilemma: Mit Nonnenmacher an der Spitze geht es nicht weiter. Ohne ihn erst recht nicht.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 14.10.2009, 12:51 UhrAnonymer Benutzer: Helmers

    Was kann sich diese geelgebügelte Niete in Nadelstreifen noch alles mit unseren Steuergeldern erlauben? Die schriftlichen Tatsachen, mit seinem Namenszeichen, liegen als beweismittel auf dem Tisch. Wir fordern von der Landesregierung in SWH ein sofortiges Handeln, wozu braucht man da noch ein Gutachten? Sofortige Entlassung unter Einbehaltung der letzten boni, die Herr Nonnenmacher und seine Spießgesellen nicht verdient haben. Der Selbstbedienungsladen HSH-Nordbank gehört mit der Niedersächsischen Zentralbank übernommen. Warum lassen sich das die bürger dieses Landes noch länger gefallen? Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft wegen Untreue sind bereits eingegangen. in Amerika hätten Fbi-beamte Nonnenbacher aus seinem büro mit Handschellen abgeholt. bei uns muss erst noch ein Gutachten eingeholt werden. Die Regierung macht sich mehr als lächerlich.

  • 14.10.2009, 11:23 UhrAnonymer Benutzer: Nachdenklicher

    "Koppers Dilemma bei der HSH" Nordbank suggeriert, dass nur Herrn Nonnenmacher das Problem wäre. Das ist meiner Meinung nach nicht ganz richtig, denn das Dilemma ist schon auch der Herr Kopper. Er ist der Repräsentant eines banksystems, das völlig versagt hat. in der Nordbank gibt es sicherlich genügend kompetente Leute in der 2. Reihe, die das Unternehmen besser führen könnten als die Genannten. Aber die sind wahr-
    scheinlich noch nicht im elitären Zirkel der sich gegenseitig unterstützenden
    Manager. Also: nur Mut und das bestehende Managment schnellstens aus-
    wechseln. Und mit dem Staatswalt Verbindung aufnehmen.

  • 14.10.2009, 09:19 UhrAnonymer Benutzer: Kurt

    Man kann doch einen Manager oder Politiker nicht absetzen, bloß weil er an irgendwelchen Mauscheleien beteiligt war, oder diese initiiert hat. Da wäre morgen die ganze westliche Welt führungslos!

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