Landesbanken: WestLB sucht nach privaten Investoren

Landesbanken: WestLB sucht nach privaten Investoren

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Heinz Hilgert, Vorstandsvorsitzender der WestLB, in der Konzernzentrale in Düsseldorf bei der Bilanzpressekonferenz.

Die WestLB soll über ein Bieterverfahren verkauft werden - gegebenenfalls auch an Privatbanken. Damit reagiert das angeschlagene Düsseldorfer Institut auf Forderungen der EU-Kommission. Auch die HSH Nordbank und die BayernLB bekommen den Druck aus Brüssel zu spüren.

Die WestLB steht vor dem Verkauf. Hintergrund sind Forderungen der EU-Wettbewerbshüter, die im Gegenzug für die Genehmigung überlebenswichtiger Beihilfen auf einen Eignerwechsel drängen.

Da das Düsseldorfer Institut keinen Partner im Lager der Landesbanken findet, will es nun "kurzfristig" Verhandlungen mit der Brüsseler Kommission über einen Bieterwettbewerb aufnehmen.

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Nach dem Bieterverfahren für die Landesbank Berlin bekommen damit zum zweiten Mal private Banken und Investoren die seltene Chance, eine Zentralbank kommunaler Sparkassen in Deutschland zu erwerben. WestLB-Chef Heinz Hilgert erwartet damit ein Ende der monatelangen „Hängepartie“ mit den Brüsseler Wettbewerbshütern um die WestLB-Zukunft.

Die WestLB legte heute ihre Zahlen für 2008 vor. Die Landesbank erzielte nur dank der milliardenschweren Hilfen ihrer Eigner einen Mini-Gewinn. Das Ergebnis vor Steuern sei 2008 auf 26 Millionen Euro gestiegen nach einem Verlust von 1,498 Milliarden Euro im Vorjahr, teilte die drittgrößte deutsche Landesbank mit.

Schwarze Zahlen der WestLB täuschen über Probleme hinweg

Unter den sieben deutschen Landesbanken hatten zuvor nur die NordLB und die Landesbank Berlin einen kleinen Gewinn für 2008 gemeldet.

Die HSH Nordbank, die BayernLB und die LBBW mussten nach Milliardenverlusten von ihren Eigentümern - allen voran den Ländern und damit den Steuerzahlern - mit Kapitalspritzen gestützt werden. Allein bei der BayernLB summierte sich der Verlust auf gut fünf Milliarden Euro. Auch sie verhandelt mit der EU-Kommission und muss mit Auflagen rechnen.

Die WestLB schrieb nur deshalb schwarze Zahlen, weil sie riskante Wertpapiere an eine Zweckgesellschaft verkaufte. Dadurch floss ein Übertragungsgewinn von fast einer Milliarde Euro in die Bilanz ein. Die WestLB ist die einzige deutsche Landesbank, die einen eigenen Rettungsschirm besitzt. Außerhalb ihrer Gewinn- und Verlustrechnung nahm der Bankkonzern 2008 Wertberichtigungen in Höhe von 600 Millionen Euro vor.

„In dem für Banken äußerst schwierigen Jahr hat sich die WestLB vergleichsweise gut geschlagen“, betonte WestLB-Chef Heinz Hilgert. „Die WestLB ist stabilisiert“, fügte er hinzu. Doch sei die Bank „noch nicht über den Berg“.

Für 2009 wagte Hilgert allerdings keine konkrete Prognose. Der Vorstand sei "vorsichtig". Zwar seien die ersten beiden Monate über Plan verlaufen, doch sei mit einer erhöhten Risikovorsorge und mit Belastungen bei der Marktbewertung von Staatspapieren zu rechnen.

Konzentration unter den Landesbanken ist unrealistisch

Die WestLB wird keine Resultate ihrer Partnersuche bis zum Ende des Monats nach Brüssel melden können, obwohl die EU-Wettbewerbshüter bis dahin Ergebnisse sehen wollten.

Aktuell sei aber keine Konzentration unter den Landesbanken möglich, räumte die WestLB ein. Deshalb werde die Bank gemeinsam mit ihren Eignern „kurzfristig“ mit der EU-Kommission Verhandlungen „auf Basis eines Konzepts für einen transparenten und diskriminierungsfreien Bieterwettbewerb aufnehmen“. Die Versteigerung schließe eine Fusion im Lager der Landesbanken nicht aus. Aber auch Privatbanken könnten zum Zuge kommen.

Um das Institut attraktiver für einen Verkauf zu machen und weitere EU-Auflagen zu erfüllen, will die WestLB nicht-strategische Aktivitäten mit einem Volumen von rund 80 Milliarden Euro in eine sogenannte „Konsolidierungsbank“ auslagern. Dabei handele es sich aber nicht um eine Bad Bank, betonte Hilgert, denn es gehe hierbei nicht um risikoreiche „toxische“ Papiere, sondern um werthaltige Aktivitäten. Darunter befänden sich Staatsanleihen und Unternehmensanleihen.

Die WestLB geht davon aus, dass die EU-Wettbewerbshüter auch gegen andere Landesbanken Auflagen verhängen werden, denen die öffentlichen Eigner mit Hilfen unter die Arme gegriffen haben. Den anderen Landesbanken werde es „keinen Deut besser ergehen“, sagte Hilgert. Auch diese müssten sich auf Auflagen der EU-Kommission einstellen.

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