Langstreckenflüge vom Streik betroffen: Lufthansa rechnet mit Gewinnrückgang im Passagiergeschäft

Langstreckenflüge vom Streik betroffen: Lufthansa rechnet mit Gewinnrückgang im Passagiergeschäft

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Der hohe Ölpreis macht nicht nur der Lufthansa zu schaffen

Die Lufthansa rechnet nach dem operativen Gewinnsprung im ersten Halbjahr für den Rest des Jahres mit einer nachlassenden Entwicklung im Passagiergeschäft. Bei der Lufthansa müssen sich von heute an auch Langstreckenpassagiere auf Einschränkungen durch die Streiks des Boden- und Kabinenpersonals einstellen.

Es sei nicht auszuschließen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung dämpfend auf die Nachfrage nach Flugreisen auswirke, hieß es im Geschäftsbericht für das erste Halbjahr, der heute veröffentlicht wurde. Bei einem anhaltend hohen Ölpreis werde das Kerngeschäftsfeld Passage sein Vorjahresergebnis verfehlen, auch wenn der Umsatz steige. Im ersten Halbjahr waren die Treibstoffkosten des Lufthansa-Konzerns um knapp die Hälfte auf fast 2,5 Milliarden Euro gestiegen. Dazu trug allerdings auch die Schweizer Fluggesellschaft Swiss bei, die im Vorjahreszeitraum noch nicht in die Konzernzahlen eingegangen war.

Das Geschäftsfeld Passage steigerte seinen Umsatz im ersten Halbjahr auch infolge der Swiss-Konsolidierung um 28 Prozent auf knapp 8,9 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis wuchs um 25,5 Prozent auf 349 Millionen Euro.

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Die Frachttochter Lufthansa Cargo rechnet im Gegensatz zum Passagiergeschäft für das Gesamtjahr mit einem Umsatz- und Ergebnisplus. Im ersten Halbjahr war der Umsatz der Sparte um 8,5 Prozent auf 1,42 Milliarden Euro gewachsen. Der operative Gewinn vervierfachte sich nahezu von 29 auf 114 Millionen Euro.

Erstmals Langstreckenflüge vom Streik betroffen

Bei der Lufthansa müssen sich von heute an auch Langstreckenpassagiere auf Einschränkungen durch die Streiks des Boden- und Kabinenpersonals einstellen. Voraussichtlich würden insgesamt acht Interkontinentalflüge ausfallen, teilte das Unternehmen gestern Abend mit. Betroffen seien zwei Strecken in die USA (Chicago, New York), ein Flug nach Calgary in Kanada und einer nach Kalkutta in Indien sowie die jeweiligen Rückflüge.

Zu allen vier Zielen böten jedoch Lufthansa-Partner aus dem Bündnis Star Alliance mehrmals täglich alternative Flüge an, so dass die betroffenen Fluggäste umgebucht werden könnten.

Zudem dürften heute rund 78 Kurzstreckenflüge auf innerdeutschen und innereuropäischen Strecken ausfallen, weil einige Maschinen durch den Streik nicht gewartet wurden. Aus dem selben Grund waren bereits gestern  rund 70 Flüge ausgefallen.

Verdi hatte die Boden- und Kabinenmitarbeiter der Lufthansa ab Montagmorgen zu einem unbefristeten Streik aufgefordert, um das Unternehmen im laufenden Tarifstreit zum Einlenken zu bewegen. Am Dienstag beteiligten sich deutschlandweit rund 5000 Beschäftigte an dem Ausstand. Ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht.

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