Larry Page: Überraschende Wachablösung bei Google

Larry Page: Überraschende Wachablösung bei Google

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Googles Co-Gründer und neuer CEO Larry Page

von Matthias Hohensee

Google-Chef Eric Schmidt ist amtsmüde. Sein Nachfolger, Google-Gründer Larry Page, ist trotzdem eine Überraschung, meint WirtschaftsWoche-Korrespondent Matthias Hohensee.

Im Silicon Valley jagt diese Woche eine Überraschung die andere. Am Montag schockte Apple-Chef Steve Jobs seine Fans und Investoren mit der Ankündigung, sich krankheitsbedingt vorübergehend aus dem Unternehmen zurückziehen zu müssen. Am Donnerstagabend sorgte die zweite  Silicon Valley-Ikone für Schlagzeilen.

Google-Gründer Larry Page löst Eric Schmidt als Chef des Suchkonzerns ab. „Aufsicht durch Erwachsene nicht mehr nötig“, scherzte Schmidt wenig später auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Der Manager war im Sommer 2001 zum damals erst 250 Mitarbeiter zählenden Startup geholt worden, um Larry Page und Sergey Brin einen erfahrenen Manager an die Seite zu stellen. Die Google-Gründer waren damals erst Ende 20. Page gab den Chefposten an Schmidt ab.

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Der hatte zuvor das Technologieunternehmen Novell geleitet und beim Computerkonzern Sun gearbeitet. Dank des phänomenalen Börsengangs von Google stieg der Multimillionär zum mehrfachen Milliardär auf. Nach zehn Jahren an der Spitze von Google wird er nun Chef des Verwaltungsrats.

Dass Larry Page das Ruder bei Google übernimmt, ist eine Überraschung. Zwar war er das schon einmal. Fühlte sich aber in der Rolle nicht sehr wohl. Denn  Page ist sehr introvertiert und scheut das Rampenlicht. Öffentlich trat deshalb neben Schmidt meistens Sergey Brin auf, der bei dem Suchkonzern für Technik und Forschung verantwortlich ist. Brin soll sich jetzt stärker darum kümmern, neue Produkte voranzutreiben, vor allem im sogenannten sozialen Internet, wo sich Facebook als neue Macht etabliert hat. Als Kronprinz von Schmidt wurde eigentlich Google-Verkaufschef Nikesh Arora gehandelt, ein ehemaliger Manager der Deutschen Telekom.

Nicht so harmonisch wie dargestellt

Von Google wird der Wechsel als einvernehmlich dargestellt. Schmidt solle sich in seiner neuen Funktion als Chef des Verwaltungsrats mehr auf die strategischen Dinge konzentrieren.

Doch es ist im Silicon Valley kein Geheimnis, dass das Verhältnis zwischen den Gründern und ihrem Chef trotz aller Erfolge keineswegs so harmonisch war wie außen dargestellt.

Schmidt wurde vorgeworfen, zu viele Führungsebenen bei Google eingezogen und damit das Unternehmen zu unbeweglich gemacht zu haben. Das lag auch daran, dass Google vor allem Überflieger heuerte, für die dann Karrierechancen geschaffen werden mussten.

Trotzdem musste das Triumvirat machtlos zuschauen, wie der aufstrebende Konkurrent Facebook reihenweise Talente abwarb, sowohl unter Managern als auch Ingenieuren. Facebook-Chef Mark Zuckerberg höchstpersönlich überredete die Google-Verkaufschefin Sheryl Sandberg zu Facebook zu stoßen. Sandberg, die größtenteils im Hintergrund arbeitet, gilt heute als die rechte Hand von Zuckerberg und seine wichtigste Stütze. Sandberg ist auch die Architektin von Facebooks Werbegeschäft, das im vergangenen Jahr geschätzte 1,9 Milliarden Dollar und etwa 600 Millionen Dollar an Profit generierte.

Topingenieure wie Lars Rasmussen, ein führender Entwickler hinter Googles Landkartenservice, oder Chrome OS Chefarchitekt Matthew Papakipos sind nur zwei Beispiele von technischen Talenten, die zu Facebook wechselten. Nicht nur wegen dessen für das Frühjahr 2012 erwarteten Börsengang. „Bei Facebook kann man sich darauf konzentrieren, ein Produkt zu bauen. Bei Google ist es leider so, dass man viel Zeit darauf verwenden muss, die Arbeit daran erst mal genehmigt zu bekommen“, sagt ein Facebook-Ingenieur, der im Herbst Google verließ.

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