Lateinamerika-Gipel: Chávez attackiert Merkel

Lateinamerika-Gipel: Chávez attackiert Merkel

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Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft Perus Staatspräsident Alan Garcia

Die wiederholt schrillen Angriffe von Venezuelas Präsident Hugo Chávez auf Bundeskanzlerin Angela Merkel drohen den EU Lateinamerika-Gipfel in Peru zu überschatten.

Unmittelbar vor Beginn des heutigen Treffens Nachmittag deutscher Zeit in Lima griff Chávez Merkel erneut an. Die Deutsche müsse sich „wie eine Staatsfrau“ benehmen und dürfe nicht „Pfeile schießend“ nach Lateinamerika kommen, sagte Chávez in Caracas kurz vor dem Abflug nach Lima. Perus Staatspräsident und Gipfel-Gastgeber Alán Garcia verteidigte nach einem Treffen mit Merkel die Kanzlerin ausdrücklich gegen die Attacken.

Auslöser für den Streit war eine Aussage Merkels, dass Chávez nicht für Lateinamerika spreche. Der linkspopulistische Präsident hatte daraufhin Merkel bereits in die Nähe von Adolf Hitler gerückt. Merkel war gestern von Brasilien nach Peru gereist. Dort hatte sie am Abend für das Modell der sozialen Marktwirtschaft geworben.  

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Denn die trotz des starken Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahre in Lateinamerika weiterbestehende große Kluft zwischen Arm und Reich ist eines der zentralen Themen des Gipfels, an dem Vertreter von 60 Staaten teilnehmen. „Wachstum ist kein Selbstzweck“, sagte die Kanzlerin. „Das wichtige ist, dass es bei den Menschen ankommt. Darüber werden wir miteinander sprechen.“

Merkel sagte zu einer möglichen Begegnung mit Chavez auf dem Gipfel: „Ich glaube, wir werden uns gut vertragen und es wird ein guter Lateinamerika-Gipfel“. Chavez wird im Rahmen des Gipfels voraussichtlich wie Merkel an einer Arbeitsgruppe zur Armutsbekämpfung teilnehmen. Er schlug im Vorfeld des Treffens einen gemeinsamen Hilfsfonds von Europäern und Lateinamerikanern zur Versorgung armer Menschen mit Lebensmitteln und Medikamenten vor.

Der Gipfel steht allerdings auch im Zeichen von Spannungen zwischen mehreren Ländern Lateinamerikas sowie dem Streit über den Ausbau der Biosprit-Produktion. Kolumbien wirft Venezuela die Unterstützung der für zahlreiche Entführungen verantwortlichen Rebellengruppe Farc vor. Brasilien wird von ärmeren Länder in der Region vorgehalten, mit dass der Anbau von Pflanzen für Bioethanol die Nahrungsmittel verknappe und die Lebensmittelpreise in die Höhe treibe. Merkel hatte in Brasilien zum Auftakt ihrer Lateinamerika-Reise erklärt, die Europäer würden beim Import von Biosprit künftig Kriterien für eine umweltgerechte Produktion anlegen.

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