Leasing: Verlorener Vorteil - Seite 3

Leasing: Verlorener Vorteil

« 3 / 4 »
VW Passat in Wolfsburg Quelle: dapd
VW Passat in Wolfsburg Quelle: dapd

Doch davon ist bislang wenig zu spüren. Fremdfabrikate sollen die Hausmarke BMW gar vermehrt ersetzen. Der Anteil der Fremdmarken an den verleasten Fahrzeugen bei Alphabet soll sich dann auf 60 Prozent einpendeln. Das Geschäft scheint sich zu rechnen. „Der Kunde erwartet eine markenneutrale Beratung“, sagt Alphabet-Vertriebs- und Marketingleiter Uwe Hildinger seine Mehrmarken-Philosophie. „In den seltensten Fällen setzen vor allem die großen Fuhrparks nur eine Automarke ein.“ Zudem hat Alphabet keine andere Wahl: Das Unternehmen kann nicht wie Volkswagen Leasing mit Skoda, Seat, VW und Audi alle Fahrzeugkategorien abdecken.

Die Bemühungen der Autohersteller zeigen, wie wichtig ihnen der Leasingmarkt ist, über den sie einen Großteil ihrer Jahresproduktion absetzen. Zudem setzen die Leasingtöchter auch weiterhin auf ihren Trumpf, im Notfall auf eine solvente Mutter zurückgreifen zu können. Unter diesem Nachteil leiden Unabhängige. „Zwei oder drei Übernahmen von kleineren Leasinggesellschaften sind immer noch nicht ausgeschlossen“, prophezeit Branchenkenner Odinius. Die Finanzkrise habe gezeigt, wie schnell Leasinganbieter in Refinanzierungsprobleme liefen, wenn die Kreditwürdigkeit der eigenen Kunden infrage gestellt werde und kein Hersteller oder eine Großbank im Hintergrund bereit sei, das Risiko zu tragen.

Neue Branchenstruktur

Der Strategieschwenk der Captives wirbelt die bisherige Branchenstruktur durcheinander. Seit Jahren vereinnahmen die Autokonzerne etwa zwei Drittel des Leasinggeschäfts. Grundsätzlich gilt: je kleiner der Fuhrpark, desto stärker dominiert ein einziger herstellerabhängiger Anbieter. Größere Flotten sind dafür meist im Griff der unabhängigen Leasingfirmen. Doch das könnte sich bald ändern. „Zwar werden die neutralen Anbieter bevorzugter Partner für Großflotten über 100 Fahrzeuge bleiben, aber die Captives drängen hier stärker rein“, beobachtet Odinius.

Der Keramikhersteller Villeroy & Boch gehört zu der umworbenen Firmenklientel, die sich auf die Herstellerseite geschlagen hat. Die Saarländer setzen neuerdings alles auf eine Marke: Mercedes-Benz. Deren Leasingableger Daimler Fleet Management fährt im Gegensatz zum Wettbewerber Alphabet eine klassische Monomarkenstrategie. Bisher hatte es Villeroy & Boch mit fünf Leasinganbietern und einem Mix an Modellen zu tun. Zeitintensiver Organisationsaufwand und unnötige Kosten waren in dem 250 Fahrzeuge großen Fuhrpark ein Dauerthema. Der Keramikhersteller wollte die Gesamtkosten nun optimieren.

Anzeige

Unternehmen wie Villeroy & Boch greifen dabei zunehmend zur Vollkostenanalyse, im Fachjargon Total Cost of Ownership (TCO) genannt. Das sich darin widerspiegelnde Preis-Leistungs-Verhältnis beschränkt sich nicht nur auf die Beschaffungskosten, sondern erfasst auch anschließend anfallende Faktoren wie Verbrauch und Verwaltungsaufwand.

weitere Fotostrecken

Blogs

Was die Bahn bewegte: Rückblick auf die Wochen 19+20
Was die Bahn bewegte: Rückblick auf die Wochen 19+20

Die zwei zurückliegenden Wochen haben gezeigt: Billigstrategien im Fernverkehr gehen auf. Auf der Straße feiert...

    Folgen Sie uns im Social Web

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

WirtschaftsWoche Shop

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.