Leasing: Verlorener Vorteil

Leasing: Verlorener Vorteil

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BMW Produktion

Die Automobilkonzerne drängen mit Serviceleistungen in die Domäne der unabhängigen Leasinganbieter. Diese fürchten mehr und mehr um ihr Alleinstellungsmerkmal, mit Extras und Mehrmarkenkonzepten bei großen Firmenkunden zu punkten.

Fünf Worte reichten Jörn Ziethmann, um seine Entscheidung zu begründen. Vor einem Jahr verabschiedete sich der Fuhrparkleiter des Darmstädter Pharmaunternehmens Merck von den Dienstleistern, über die er sechs Jahre lang seine 650 Firmenfahrzeuge geleast hatte: „Die waren einfach zu teuer.“ Ziethmann entschied sich für die Leasinggesellschaft Alphabet, eine Tochter des Autoherstellers BMW. Die Münchner waren nicht nur um mehr als zehn Prozent günstiger, sondern liefern neben der eigenen Marke auch Modelle der Konkurrenten Audi und Volkswagen.

Das Vorpreschen der Bayern markiert einen Markttrend: BMW, Volkswagen und Daimler gehen mit ihren Leasingtöchtern in die Offensive. Zwar schlägt Alphabet mit seiner Mehrmarkenphilosophie einen eigenen Weg ein. Doch generell gilt für alle Captives – so heißen die Leasingtöchter von Pkw-Produzenten im Fachjargon –: Sie locken potenzielle Kunden jetzt auch mit einer Vielzahl serviceorientierter Dienstleistungen. Damit haben sie sich von der alten Geschäftsphilosophie verabschiedet, den Absatz des Mutterkonzerns ausschließlich mit Finanz-Leasing ihrer Autos zu fördern.

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Auto hinstellen ist zu wenig

Die Captives dringen mit ihren preisaggressiven und serviceorientierten Angeboten in die Domäne der neutralen Anbieter ein, die traditionell die Dienstwagenflotten für Großkunden aus allen Marken zusammenstellen. Unabhängige Dienstleister wie ALD Automotive, Arval, Deutsche Leasing Fleet, GE Auto Service und Lease Plan kombinieren ihr Leasingangebot schon lange mit Fuhrparkbetreuung, also Leistungen wie Reparaturservice, Schadensregulierung und Versicherungsmanagement. „Dem Kunden ein Auto hinzustellen, das reicht heute nicht mehr aus“, sagt Marc Odinius vom Frankfurter Marktforscher Dataforce. „Der Kunde erwartet einen Rundum-Service.“ Und dieses Feld überlassen die Hersteller nicht mehr den Unabhängigen, die nun um ihr Alleinstellungsmerkmal fürchten.

Noch ist das Marktpotenzial nicht ausgeschöpft: Erst 44 Prozent der befragten Fuhrparkverantwortlichen nutzten das Serviceleasing, ermittelte Dataforce aktuell. Die Autokonzerne wollen zudem vom wieder anziehenden Leasingmarkt profitieren. Um 23 Prozent legten die Zulassungszahlen im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat zu.

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