Lebensversicherungen im Vergleich: Die besten Policen in Zeiten niedriger Zinsen

Lebensversicherungen im Vergleich: Die besten Policen in Zeiten niedriger Zinsen

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727 Milliarden Euro mangen die deutschen Lebensversicherer

von Niklas Hoyer und Annina Reimann

Niedrige Zinsen machen es den Anbietern so schwer wie nie, die ihren Kunden versprochenen Renditen auch zu verdienen. Unser Rating zeigt, welche Versicherer die besten Chancen haben, auch künftig überdurchschnittliche Erträge für Anleger zu erwirtschaften - und welche vom Markt verschwinden werden.

Menschenmassen schieben sich an diesem Samstag durch die Frankfurter Einkaufsmeile Zeil. Vor der Umkleide der Boutique Zara stehen Teenies Schlange, bei Fitness First stemmen schwitzende Banker Gewichte. Wer dort einkauft oder trainiert, zahlt für die Rendite aller Anleger, die eine Police der R+V Lebensversicherung besitzen – die Häuser Zeil 72–82 gehören zum Portfolio des Versicherers. Auf der anderen Straßenseite hat die Alte Leipziger Leben zugeschlagen; die Dame, die in Haus Nummer 109 Stiefel kauft, trägt dazu bei, dass Schuh-Discounter Deichmann die Miete überweist und die Versicherung ihre Kunden auszahlt.

Versicherer dürften in Zukunft häufiger in solche Immobilien investieren, ebenso in Supermärkte, Parkhäuser oder Solarparks. Fast 88 Prozent der 727 Milliarden Euro, die Lebensversicherer für ihre Kunden anlegen, stecken in Schuldpapieren. Doch Anleihen sicherer Schuldner bringen zu wenig Rendite. Zehnjährige Bundesanleihen werfen 2,5 Prozent ab. Die Versicherer aber haben ihren Kunden durchschnittlich 3,4 Prozent versprochen. Es wird immer schwieriger, diese Renditelücke zu schließen.

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Verzinsung der Kapitallebensversicherungen könnten sinken

Noch rentieren Alt-Anlagen hoch genug, noch können Versicherer auf in fetten Jahren zurückgestellte Gelder zugreifen. Doch das wird nicht so bleiben. „Den Lebensversicherern entgehen seit der Pleite von Lehman Brothers jedes Jahr rund 1,5 Milliarden Euro Zinseinnahmen, weil die Zinsen öffentlicher Schuldner seit Herbst 2008 um einen Prozentpunkt gefallen sind“, sagt Dirk Schlochtermeyer, Leiter Kapitalanlagen beim Versicherungsverband GDV.

Mehr Ertrag muss also her, für die 150 Milliarden Euro, die die Konzerne in diesem Jahr neu anlegen – Geld, das ihnen die Versicherten als Beiträge überweisen, sowie Kapital, das sie in Anleihen gesteckt haben und das Staaten, Banken und Unternehmen am Ende der Laufzeit zurückzahlen. Neben Abschluss- und Verwaltungskosten, also Kosten für Vertreter und Sachbearbeiter, entscheidet vor allem die Verzinsung dieser Kapitalanlagen darüber, wie viel ein Versicherter am Schluss ausgezahlt bekommt.

Die Unterschiede sind enorm: Zahlt der Versicherte über 30 Jahre jeden Monat 100 Euro ein, kommt er mit einem Vertrag mit vier Prozent Beitragsrendite auf knapp 70 000 Euro. Schreibt der Versicherer ihm hingegen nur zwei Prozent Beitragsrendite gut, kassiert der Kunde am Ende nur rund 50 000 Euro. Das Rating der WirtschaftsWoche zeigt, welche Versicherer niedrige Kosten und ein leistungsfähiges Anlagemanagement haben – und wer in Zukunft mehr Spielraum bei der Kapitalanlage genießt und deshalb höhere Renditen erwirtschaften kann. Erstellt haben das Rating der Wiener Finanzwissenschaftler Professor Jörg Finsinger und das Analysehaus Softfair.

Die Niedrigzinsen zwingen Anlagechefs, kreativer zu werden. Rendite suchen viele im Immobilienmarkt. So will die Allianz den Beton-Anteil an ihren Kapitalanlagen von drei auf sechs Prozent verdoppeln. Einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young unter 25 Versicherern und Pensionskassen zufolge will keiner den Immobilienbestand reduzieren, 69 Prozent wollen zukaufen.

„Nach Kosten können Investoren in Innenstädten mit guten Lagen durchaus vier bis fünf Prozent Mietrendite erzielen – auf der grünen Wiese sind es sogar bis zu acht Prozent“, sagt Hartmut Iller, Investmentberater des Immobilien-Dienstleisters Aengevelt. „Deutsche Immobilien wirkten sich in der Krise stabilisierend aus, aber es bleibt schwierig, geeignete Immobilien zu finden“, bestätigt Tim Ockenga, Versicherungsanalyst der Ratingagentur Fitch.

Anleger müssen darauf vertrauen, dass ihr Versicherer die richtigen Immobilien kauft. Doch für die nächsten 20 bis 30 Jahre kann niemand voraussagen, welche Innenstädte weiter zu den Top-Lagen zählen. Besonders auf Bürohäuser mussten einzelne Immobilienfonds in letzter Zeit rund 20 Prozent abschreiben. „Die meisten Lebensversicherer haben im Einkauf aber vorsichtiger agiert als Immobilienfonds, sie verzeichnen nicht so einen hohen Rückgang“, sagt Iller.

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